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03.03.2009

"Strafe muss sein"

Neuburg (hofse) - Dass das Königlich-Bayerische Amtsgericht nicht nur eine Kult-Fernsehserie ist, sondern ähnliche Possen auf der Anklagebank zuweilen auch im echten Leben passieren, das bewies gestern eine Verhandlung vor dem Neuburger Amtsgericht. Auch wenn der Anlass ernst war - es ging um die Misshandlung von Katzen - so hatten Staatsanwalt Franz Burger und Richter Ruprecht Herbst manchmal doch einige Mühe, ihre Belustigung im Zaum zu halten.

Angeklagt war ein 66-jähriger Rentner aus dem südwestlichen Landkreis. Der Staatsanwalt warf ihm vor, sechs Katzen in seiner Wohnung gehalten zu haben und sich nach einiger Zeit nicht mehr um die Tiere gekümmert zu haben. Die Polizei musste die Wohnung im August öffnen, da waren aber schon drei Katzen tot, die anderen Tiere mussten eingeschläfert werden.

"Ich hab ja gar nicht mehr in meine Wohnung reingekonnt. Da war zugesperrt", sagte der Angeklagte. "Wo haben Sie denn dann geschlafen?", fragte der Richter sichtlich irritiert. "Ja in meiner Wohnung, wo denn sonst?", gab der Angeklagte zurück. Dieses Spielchen wiederholte sich mehrere Male bei diversen Fragen des Vorsitzenden.

Auf das Erscheinen eines Zeugen, nämlich seines Vermieters, hatte der Angeklagte im Vorfeld der Verhandlung bestanden. "Was soll der uns jetzt sagen?", fragte Richter Herbst den 66-Jährigen. "Das weiß ich doch nicht", antwortete der Rentner. Der Zeuge wurde ohne Aussage wieder entlassen.

Staatsanwalt Burger forderte letztlich eine Geldstrafe von 600 Euro. Dem kam Richter Herbst nach. "Strafe muss sein", sagte - nicht etwa der Richter, sondern - der 66-Jährige zufrieden.

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