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Rennertshofen

25.03.2009

Stromschlag tötet Storch

Eine Stromleitung wurde einem Storch zum tödlichen Verhängnis.

Von Michael Geyer

Rennertshofen Höchstwahrscheinlich war es die durchs Usseltal führende 20 000-Volt-Leitung, die einem der Rennertshofener Störche am vergangenen Freitag zum tödlichen Verhängnis wurde, vermutet der Neuburger Storchenbetreuer Gunter Weinrich. Der Storch könnte ebenso beim Landeanflug auf den Mast wie beim Durchfliegen oder beim Start unter der Leitung zu Tode gekommen sein, denn jetzt im Frühjahr hätten die Stromleitungen die gleiche Farbe wie die unbelaubten Zweige der Bäume.

Die Drähte sind etwa einen halben Meter auseinander und die Spannweite eines ausgewachsenen Storches beträgt etwa 1,20 Meter, sodass schon die kleinste Berührung zum tödlichen Stromschlag führen kann. Ein paar der Masten direkt in der Einflugschneise zum Storchennest am Westtor sind zwar gesichert, die anderen aber nicht.

Eine Rennertshofenerin hatte den unter dem ersten Mast nach dem Trafohäuschen liegenden Storch gefunden und Bürgermeister Ernst Gebert verständigt. Der konnte nur noch die Untere Naturschutzbehörde und Weinrich informieren. Gebert berichtet, dass bereits im vorigen Jahr unter dem Nachbarmast ein toter Schwan gefunden worden war. Ob es sich bei dem toten Storch um das Männchen oder Weibchen handelt, konnte bis jetzt nicht eindeutig geklärt werden. Er war aber beringt und von der Vogelwarte Radolfzell wurden nun nach Anfrage seine Lebensdaten mitgeteilt: Er wurde in Ummendorf im Süden von Baden-Württemberg am 12. Juni 2006 beringt. Im Nest waren damals vier Junge. Das Geschlecht des jetzt toten Storches wurde damals nicht festgestellt. Er wurde im April 2008 auch in Pöttmes beobachtet. Vielleicht wird der Storch jetzt präpariert. Gunter Weinrich hat dies beim Landratsamt angeregt.

Stromschlag tötet Storch

Die Chancen, dass heuer wieder drei Jungstörche wie im vorigen Jahr das Nest bevölkern, können nach Meinung von Weinrich nur sehr schwer beurteilt werden. Die Rückkehr von Störchen sei noch nicht abgeschlossen, vor allem auch deshalb, weil unser Gebiet zu einem Mischgebiet zwischen West- und Oststörchen gehöre, die unterschiedliche Routen für ihren Zug in und aus dem Süden wählen. Es könnte also durchaus noch sein, dass sich noch ein zweiter Storch in Rennertshofen einfindet.

Im Übrigen, so Weinrich, stelle der Vogelzug immer eine Gefahr vor allem für Jungstörche dar. Man vermutet, dass bis zu 80 Prozent eines Jahrgangs von Jungstörchen durch Stürme, Stromschlag oder natürliche Feinde ums Leben kommen.

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