Newsticker
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Impfung mit AstraZeneca erhalten
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Studienseminar weiht neuen Kinderhort ein

Neuburg

22.11.2019

Studienseminar weiht neuen Kinderhort ein

Ein Ständchen von den Kindern gab es zur Eröffnung des Horts.
Video: Marcel Rother

Plus Das Beichtvaterhaus hat sich in ein Vorzeigeprojekt verwandelt. Was den Kinderhort besonders macht und warum Architektur nicht alles ist.

Eine schicke Glasfassade, schnuckelige Gruppenräume und viel Holz, das für eine wohlige Atmosphäre sorgt. Kurz: Der neue Kinderhort des Studienseminars im Beichtvaterhaus am Wolfgang-Wilhelm-Platz ist ein Wohlfühlort. So zumindest wirkt er auf Besucher. Anton Haberer, Mitglied im Stiftungsvorstand des Studienseminars, wollte es aber genau wissen, und fragte einen Schüler. Wie ihm sein neuer Hort denn gefalle, wollte er wissen. Der Schüler antwortete: „Der ist richtig cool geworden!“ Die Architekten hätten anscheinend alles richtig gemacht, sagte Haberer. Dabei war die Herausforderung nicht klein.

Innerhalb von drei Jahren wurde das dringend sanierungsbedürftige Gebäudedenkmal für 2,35 Millionen Euro aufwendig saniert. 635.000 Euro hat die Stadt beigesteuert, davon kamen wiederum zwei Drittel von der Regierung von Oberbayern. Für das Beichtvaterhaus war es allerhöchste Zeit, gestand Haberer. „Ehrlich gesagt: Es war nicht fünf vor Zwölf, sondern eigentlich schon fünf nach Zwölf.“ Seit Jahrzehnten hatte das Studienseminar nach einer geeigneten Nutzung Ausschau gehalten. 2016 dann der Baubeginn, 2019 die Fertigstellung. Ende Juni hatte der Hort seinen Betrieb aufgenommen, ein Dreivierteljahr später als geplant. Archäologische Grabungen und Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde hatten den Bau verzögert.

Das linke Bild zeigt, in welch bemitleidenswertem Zustand sich das Beichtvaterhaus bisweilen befand. Die Zeit hatte deutliche Spuren an dem Gebäude aus dem Jahr 1582 hinterlassen. Inzwischen ist davon nichts mehr zu sehen. Das Haus wurde umfassend saniert und durch einen modernen Anbau ergänzt.
Foto: Anton Haberer

Neuburg: So viele Plätze bietet der Kinderhort im Studienseminar

Auf 500 Quadratmetern ist ein Kinderhort für 48 Kinder in zwei Gruppen entstanden. Das Ergebnis überzeugte die Gäste, die zur offiziellen Einweihung am Freitag kamen. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling sagte, das Geld sei gut investiert. „Der Hort ist ein wichtiger Baustein im Betreuungssystem der Neuburger Bildungslandschaft.“ Gleichzeitig fühlte er sich an seine eigene Zeit im Studienseminar erinnert, neun Jahre habe er dort gewohnt und gelernt. Allerdings unter anderen Voraussetzungen. Heute ist alles viel moderner und schöner, auch die Pädagogik habe sich grundlegend geändert. „Die erzieherischen Methoden von damals hätten heute wohl vor dem Staatsanwalt geendet“, scherzte er. Nicht zuletzt deshalb käme es neben schönen Räumlichkeiten vor allem auf die Menschen an, die darin arbeiten würden. Denn: „Eine gute Betreuung ist das A und O.“

Ähnlich sah es Architekt Thomas Eckert. Er sagte, die Aufgabe von ihm und seinem Team bestünde lediglich darin, eine Hülle zu liefern. Sie solle im besten Falle anregen und die Kreativität der Kinder fördern. Die Herausforderung in diesem Fall habe darin bestanden, das alte Gebäude mit seinem Charme zu erhalten und durch einen Anbau so zu aktivieren, dass es den Anforderungen eines modernen Kinderhorts gerecht werde. Respekt vor dem Denkmalschutz, ergänzt beispielsweise durch einen Aufzug und ein Rettungstreppenhaus zeichnen den neuen Hort aus.

Stadtpfarrer Herbert Kohler und Pfarrer Steffen Schiller spendeten dem Kinderhort zur offiziellen Einweihung den kirchlichen Segen.
Foto: Marcel Rother

Neuburg: Der Kinderhort im Studienseminar ist ein Vorzeigeobjekt

Landrat Peter von der Grün lobte in seinem Grußwort die gelungene Mischung aus historischer Bausubstanz und modernem Anbau und bezeichnete den neuen Kinderhort im Beichtvaterhaus als „Vorzeigeobjekt“. Was noch fehlt, ist der Außenbereich. Durch vier Türen im gläsernen Anbau soll eines Tages der Weg auf eine Terrasse mit Sonnenschutz und Sitzmöglichkeiten führen, sagte die Hortleiterin Petra Angermann kurz nach Einzug in den neuen Hort.

Der restliche Gartenbereich, auf dem teilweise noch Baucontainer stehen, wurde bereits von Landschaftsarchitekten überplant und soll naturnah gestaltet werden, bestätigte Alfred Hornung, Mitglied im Stiftungsvorstand des Studienseminars. Die Außenanlage werde in verschiedene Zonen eingeteilt, Bäume gepflanzt und auch ein paar wenige Spielgeräte aufgestellt. Die genaue Gestaltung sei noch offen. „Unter dem Gelände befinden sich die Kellergewölbe einer ehemaligen Brauerei“, sagte Hornung. Daher könne er noch nicht sagen, ob etwa das gepflasterte Rondell, das bislang den Garten geprägt hat, erhalten bleibt.

Stadtpfarrer Herbert Kohler und Pfarrer Steffen Schiller spendeten der Einrichtung den kirchlichen Segen. Sie solle ein Segen für die Kinder sein.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren