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Armeemuseum

14.07.2014

Suleiman macht Napoleon Platz

Das Audienz-Zelt von Großwesir Suleiman wurde abgebaut. Im Armeemuseum wird Platz gemacht für die Landesausstellung. Im Herbst wird das Museum geschlossen und für „Napoleon in Bayern“ umgebaut.
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Das Audienz-Zelt von Großwesir Suleiman wurde abgebaut. Im Armeemuseum wird Platz gemacht für die Landesausstellung. Im Herbst wird das Museum geschlossen und für „Napoleon in Bayern“ umgebaut.

Im Neuen Schloss wird Platz gemacht für die Landesausstellung „Napoleon in Bayern“. Wo das Zelt eines türkischen Großwesirs und die „Pappenheimer“ hin kommen

Die Geschichte liegt unter dem Staub der Jahrhunderte und angestaubt sind zuweilen auch die Exponate in Museen. Auch die im Neuen Schloss. Immerhin 40 Jahre ist die Dauerausstellung des Bayerischen Armeemuseums schon alt. Da kommt es irgendwie gerade recht, dass jetzt Platz gemacht werden und alles raus muss.

Der Platz ist für einen Feldherren: Napoleon. Dessen Kriege und sein Wirken in Bayern stehen im Mittelpunkt der Landesausstellung 2015, die nach Ingolstadt vergeben wurde. Die Vorbereitungen gehen in die heiße Phase.

Behutsam wird abgebaut, verpackt und verstaut, was Jahrzehnte ausgestellt war. So auch das Zelt des türkischen Großwesirs Suleiman. Es ist ein Kunstwerk aus Stoff und Seide mit vielen Stickereien darauf. Im Jahr 1687 wurde es von bayerischen Truppen erbeutet. Das war in der Schlacht bei Mohacs in Ungarn. 1989 kam das Audienzzelt nach einer aufwendigen Restauration ins Museum. Viele Jahre früher war es auch schon einmal einem großen Publikum präsentiert worden: beim Oktoberfest 1838.

Suleiman macht Napoleon Platz

Jetzt wandert Suleimans prächtiger fliegender Bau ins Depot. Fein säuberlich zusammengefaltet und in Folie verpackt. Wann und wo er wieder gezeigt wird, ist offen, denn an der Konzeption für die neue Dauerausstellung wird noch gearbeitet. Das hat ja auch noch Zeit, denn erst einmal muss die Landesausstellung Ende 2015 wieder ausziehen, bevor man an eine neue Präsentation denken kann.

Des Groswesirs Zelt verschwindet also zunächst auf unbestimmte Zeit. Den „Pappenheimern“ verhilft Napoleons Gastspiel in Ingolstadt hingegen zu einem glänzenden Auftritt an anderer Stelle. Die „Pappenheimer“, das sind die geschwärzten Reiterharnische aus dem Dreißigjährigen Krieg, die bisher in der Dürnitz die Blicke der Besucher auf sich lenkten. Die leiblose Ritterschar wird jetzt als Leihgabe an das Militärhistorische Museum in Dresden abgegeben.

Raum für Raum wird das Neue Schloss geleert. Das Armeemuseum hat aber noch bis zum 1. September geöffnet. Weil die Besucher nur noch einen Teil der Ausstellungen sehen können, wurde der Eintrittspreis jetzt deutlich ermäßigt.

Am 29. April 2015 soll es mit der Landesausstellung eine glanzvolle Wiedereröffnung geben. Zehntausende werden in den folgenden Monaten bis Ausstellungsende (31. Oktober) nur wegen ihr nach Ingolstadt strömen, sind das federführende Haus der Bayerischen Geschichte und Ansgar Reiß, der Direktor des Armeemuseums, überzeugt. „Napoleon in Bayern“ stellt für Reiß eine hervorragende Gelegenheit zum tiefen Griff in das reiche Depot dar. Denn das Armeemuseum wird etwa 40 Prozent der Ausstellungsexponate zur Verfügung stellen können. Die hohe Zahl gibt Aufschluss darüber, was für ein reichhaltiger und wertvoller Bestand im Neuen Schloss schlummert. Jetzt wird der Schatz gehoben.

Die nächsten Wochen haben die Handwerker das Sagen. Sie werden Mauern durchbrechen, damit das Haus barrierefrei wird und den neuen Personenaufzug in Betrieb nehmen. Erst wenn sich der Staub der Bauarbeiten gelegt hat, kann die teils verstaubte Geschichte bayerischer Truppen ans Tageslicht geholt werden.

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