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Buchvorstellung

16.05.2018

Täter auf der Schulbank

Dieses Bild ziert das Cover des Buches von Sven Deppisch.
Bild: Tectum Verlag

Sven Deppisch spricht über die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und den Holocaust

Das Bayerische Armeemuseum präsentiert den zweiten Band der Veröffentlichungen des Bayerischen Polizeimuseums. Sven Deppisch beleuchtet das Thema „Täter auf der Schulbank – die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust“. Heute Abend um 19 Uhr findet eine´Buchpräsentation mit einem Vortrag des Autors im Neuen Schloss Ingolstadt statt.

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Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich die bedeutendste Schule für Polizeioffiziere in Fürstenfeldbruck bei München. Hunderte von Männern aus ganz Deutschland besuchten dort spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben hartem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Ausgestattet mit diesem Wissen zogen zahlreiche Oberbeamte nach Ende ihrer Kurse in den „auswärtigen Einsatz“, aus dem erschreckend viele von ihnen als Massenmörder und Kriegsverbrecher zurückkehrten. Nach Kriegsende führten sie ihre Karrieren zumeist einfach fort, ohne jemals angemessen bestraft worden zu sein.

Sven Deppisch beleuchtet erstmals die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Er zeigt, wie die Nationalsozialisten ihre führenden „Gesetzeshüter“ für den Holocaust trainierten. Die Studie analysiert das Ausbildungssystem der NS-Diktatur und veranschaulicht, welche Fächer und Inhalte es in den besonderen Lehrgängen gab. Darüber hinaus deckt sie auf, wie das Leben an ihrer herausragenden Lehranstalt aussah und an welchen Massenverbrechen sich ihr Personal beteiligte. Dabei bringt sie ans Licht, dass in der deutschen Ordnungsmacht von der Weimarer Demokratie bis weit in die Bundesrepublik hinein die gleichen Denkweisen, Einsatzmuster und Feindbilder existierten, auf denen ihr schrecklicher Beitrag am Judenmord basierte.

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Sven Deppisch studierte Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seine Forschungsschwerpunkte sind vor allem die Geschichte der Polizei, der Nationalsozialismus und der Holocaust. Der Historiker ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern – Fachbereich Polizei.

Veranstalter der Buchvorstellung ist das Bayerische Armeemuseum zusammen mit dem Historischen Verein Ingolstadt. (nr)

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