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Birdland

24.04.2015

Tango und Bossa Nova

Gäbe es die Bossa Nova nicht, für Paula Morelenbaum müsste man sie erfinden: Die Künstlerin singt mit heller Stimme, in der stets ein leiser, melancholischer, sehnsuchtsvoller Unterton durchklingt.
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Gäbe es die Bossa Nova nicht, für Paula Morelenbaum müsste man sie erfinden: Die Künstlerin singt mit heller Stimme, in der stets ein leiser, melancholischer, sehnsuchtsvoller Unterton durchklingt.

Südamerikanische Klänge im Neuburger Jazz Club

Südamerika ist dieses Wochenende im Birdland Jazz Club das große Thema. Den Tango aus Argentinien zelebriert am Freitag Alejandro Ziegler mit seinem Quartett. Den Bossa Nova aus Brasilien bringt die Sängerin Paula Morellenbaum mit ihrem aktuellen Quintett am Samstag auf die Bühne.

Vor allem in der westlichen Hemisphäre gibt es so gut wie niemanden, der die Musik von Juan d’Arienzo, Carlos Di Sarli, Osvaldo Pugliese und Aníbal Troilo, der großen Klassiker des Tango de Salón, authentisch zu interpretieren versteht. Wenn nun der 1978 in Buenos Aires geborene Pianist Alejandro Ziegler zum vierten Mal ins „Birdland“ kommt, dann wissen die Fans von 2010, 2011 und 2013, dass sie keines der üblichen Jazzkonzerte erwartet. Ziegler erwarb sich als Tastenvirtuose im Orquesta escuela de tango mit legendären Musikern wie Emilio Balcarce, Nestor Marconi und Raul Garello einen Namen. Sein eigenes Quartett zählt rund um den Globus längst zu den wichtigsten Ensembles dieses Genres, weil es sowohl klassischen wie modernen Tango in originalen Arrangements meisterhaft und leidenschaftlich zu spielen versteht, aber auch den eigenen Kompositionen des Bandleaders auf virtuose Weise Gestalt verleiht. Worauf das Quartett um Ziegler großen Wert legt: Die Musik ist stets tanzbar.

Aus der prall mit Liedern gefüllten Schatztruhe des Antônio Carlos Jobim bedienen sich viele Sängerinnen. Doch nur wenige hatten wie Paula Morelenbaum das Glück, vom Doyen der Bossa Nova persönlich als Interpretin auserkoren zu werden. Über zehn Jahre zählte sie mit Ehemann Jacques Morelenbaum zu den tragenden Säulen von Jobims Formation „Banda Novada“. Nach dem Tod des Meisters 1994 veröffentlichten die Morelenbaums mehrere Alben mit Jobims Werken, die alle pure Authentizität auszustrahlen. Der weiche, lyrische Fluss der portugiesischen Sprache, der leuchtend helle Klang von Paula Morelenbaums Stimme, in der stets ein leiser, melancholischer, sehnsuchtsvoller Unterton durchklingt, wird flankiert von leichten Saxofon- und Flötenwolken von Florian Riedl, dem schwebenden Piano von Walter Lang, dem flirrenden Bass- und Gitarrenspiel von Jurandi Santana sowie dem federnden Drumming von Hajo von Hadeln. So entwickelt sich ein Konzert, bei dem Samba, Bossa Nova, Jazz und Pop zu einem faszinierenden Amalgam verschmelzen. (nr)

Telefonisch: 08431 41233, per Fax 08431 46387, übers Internet: reservierung@birdland.de oder ab 19.30 Uhr an der Abendkasse. Allerdings gibt es für beide Konzerte nur noch Sitzplätze an den Tischen links neben der Bühne.

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