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Ingolstadt

10.04.2019

Tanklager Lenting: Wasser marsch!

Wasser marsch: Am Mittwoch unterzog die Transalpine Ölleitung ihr neues Feuerlöschsystem einem Probelauf. Das Unternehmen hat 8,5 Millionen Euro investiert, um sein Tanklager bei Lenting noch sicherer zu machen.
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Wasser marsch: Am Mittwoch unterzog die Transalpine Ölleitung ihr neues Feuerlöschsystem einem Probelauf. Das Unternehmen hat 8,5 Millionen Euro investiert, um sein Tanklager bei Lenting noch sicherer zu machen.
Bild: Thomas Balbierer

Das Tanklager in Lenting ist das Zentrum der bayerischen Ölversorgung. Nun hat der Betreiber 8,5 Millionen Euro in ein neues Feuerlöschsystem investiert. 

Peter Stark steht am neuen Löschteich des Lentinger Tanklagers, nimmt einen tiefen Luftzug und sagt: „Wunderschöne Luft. Wie am Meer.“ Tatsächlich mischt sich in den Geruch des Wassers auch die süßliche Note von Rohöl – und das hat nichts mit der A 9 zu tun, die in Sichtweite des Teichs entlangführt. Denn hier, wenige Minuten vom Ingolstadt Village entfernt, befindet sich ein Dreh- und Angelpunkt der süddeutschen Ölversorgung. Von Lenting aus beliefert die Transalpine Ölleitung (TAL) Raffinerien in Bayern, Baden-Württemberg und Tschechien. Das Rohöl kommt durch eine unterirdische Pipeline aus dem italienischen Triest, wird in Lenting gelagert und durch Pipelines weiterverteilt. Bislang hat das Unternehmen etwa 1,5 Milliarden Tonnen Öl nach Bayern geschleust. Es ist ein Geschäft, in dem Sicherheit „an erster Stelle steht“, wie TAL-Chef Alessio Lilli am Mittwoch betonte. Da präsentierte das Unternehmen sein neues Feuerlöschsystem.

Tanklager Lenting: Der neue Löschwasserteich kann 9,7 Millionen Liter Wasser speichern

Dazu gehört auch der Löschwasserteich, dessen Meeresduft den TAL-Mitarbeiter Peter Stark so begeistert. Bis zu 9,7 Millionen Liter Wasser kann das Becken speichern. Zwei neue leistungsstarke Pumpen sollen dafür sorgen, dass das Wasser im Falle eines Brandes auch schnell zum Unfallort befördert werden kann. „12 Zylinder, 32 Liter Hubraum, Biturbo, 3200 Kilowatt“, preist Stark die dieselbetriebenen Pumpen im Stil eines Autoverkäufers an. 750.000 Euro hat die Pumpanlage gekostet. Im Betrieb verbraucht sie etwa 170 Liter Treibstoff in der Stunde.

Seit 1967 ist Lenting das Zentrum der bayerischen Ölversorgung. Nach eigenen Angaben deckt das Öl aus der TAL-Pipeline 100 Prozent des bayerischen Energiebedarfs. Das Unternehmen beliefert acht Raffinerien mit mehr als 40 Millionen Tonnen Öl im Jahr. In Lenting wird der Rohstoff in sieben kreisförmigen Speichern gelagert. Deren Sicherheit will TAL mit dem Betrieb des neuen Feuerlöschsystems weiter garantieren.

Tanklager Lenting: Wasser marsch!

Konzern hat in Lenting rund 8,5 Millionen Euro investiert

Rund 8,5 Millionen Euro hat der Konzern in dessen Erweiterung und Modernisierung investiert. Damit wolle man sicherstellen, dass ein „Tankvollbrand“ gelöscht und gleichzeitig benachbarte Tanks gekühlt werden könnten, sagte Dirk Strack, im Unternehmen verantwortlich für die Technik. „Wir haben die Wassermenge mehr als verdoppelt“, so Strack. Außerdem sollen die Umweltauswirkungen bei einem Ernstfall erheblich reduziert werden. Neben Löschteich, Pumpen, neuen Schaumwerfern und 22 neuen Großhydranten habe man fünf Kilometer lange Kunststoffrohre neu verlegt, berichtete Strack. Die alten Stahlleitungen korrodierten teilweise so stark, dass das Wasser Löcher in die Leitungen fraß.

Am Mittwoch unterzog der Betreiber das neue System einem abschließenden Testlauf. Feuerwehren aus mehreren Raffinerien sowie Helfer aus Ingolstadt, Lenting und Kösching waren angerückt. Die Einsatzkräfte inszenierten die Bekämpfung eines Tankvollbrandes. Mit einem Druck von bis zu 13 bar schoss das Löschwasser in hohem Bogen Richtung Öltank. Auch die umliegenden Speicher wurden mit Wasser bestrahlt, im Ernstfall soll so der Brand nicht übergreifen. Das Dröhnen der Pumpen übertönte das Rauschen des vorbeiziehenden Autobahnverkehrs. Die TAL-Verantwortlichen zeigten sich zufrieden mit dem Test. Das System soll nun einmal pro Woche getestet werden.

Übrigens: Der letzte Betriebsunfall im Tanklager lag am Mittwoch laut einem Zähler am Eingang des Geländes schon 2903 Tage zurück. Damals, im April 2011, hatte sich ein Mitarbeiter am Daumen verletzt. Bleibt zu hoffen, dass geschwollene Daumen auch in Zukunft die tragischsten Unfälle in dem Tanklager bleiben werden.

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