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Neuburg

20.11.2017

Tanzvergnügen für einen guten Zweck

Für den richtigen Schwung am Samstagabend sorgte die Partyband Ohlala. Getanzt wurde bis morgens um halb drei, wobei die vornehme Zurückhaltung zu vorgerückter Stunde über Bord geworfen wurde. 
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Für den richtigen Schwung am Samstagabend sorgte die Partyband Ohlala. Getanzt wurde bis morgens um halb drei, wobei die vornehme Zurückhaltung zu vorgerückter Stunde über Bord geworfen wurde. 

Die Stiftung für Neuburger lud wieder zur Charity-Night. Gelacht wurde vor allem über jene Herren, die blindlings nach einem freien Stuhl suchen mussten.

Da stehen sie nun, aufgereiht wie eine Kette: 24 Männer im schwarzen Anzug und mit polierten Schuhen. Die Fliege sitzt um den Hals und das Kämpferherz schlägt in der Brust. Sie sind auserwählt, um den Sieg nach Hause zu tragen. Es geht um nichts Geringeres als um die Eroberung des Stuhls. Wer auf ihm sitzt, hat gewonnen. Wer leer ausgeht, muss das Feld verlassen. So sind die Regeln. Nur zehn wackere Kämpfer werden am Ende dieses Abenteuers übrig bleiben, in das sie sich blindlings stürzen mussten.

Keine Sorge: Bei diesem Kräftemessen ging es ganz und gar unblutig zu. Die „Reise nach Jerusalem“ war Teil der Charity-Night am Samstag im Kolpinghaus und gleichermaßen ein Vergnügen für Zuschauer und Teilnehmer. Denn die Gastgeber des Abends hatten sich eine kleine Gemeinheit einfallen lassen: Die Herren mussten mit verbundenen Augen um die Stühle tanzen. Für die zehn flinkesten Spieler gab es am Ende Preise, die sie sich mit ihren jeweiligen Tischnachbarn teilen durften – etwa einen gemeinschaftlichen Kino-, Theater-, Restaurant- oder Friseurbesuch.

Es war bereits der fünfte Benefizball, den die „Stiftung für Neuburger“ seit ihrer Gründung organisiert hat und durch den erneut Bernhard Mahler führte. Mit der Galaveranstaltung akquirieren Manfred Enzersberger, Ernst Kaltenstadler und Bernhard Fortner nicht nur Einnahmen für ihre Stiftung (dieses Jahr kamen 9270 Euro zusammen), sondern sie ziehen auch Bilanz über die Projekte, für die sie sich im jeweiligen Jahr engagiert haben. Die Stiftung, die sich der Unterstützung von Kindern und Familien in Neuburg verschrieben hat, finanziert nicht nur Warnwestern für Kindergartenkinder oder Eislauf-Lernhilfen, mit denen kleine Kinder ab diesem Winter standsicher über die Eisarena rutschen können, sondern hilft auch, wenn es brennt. Dass dieser Vorsatz erst vor wenigen Wochen im wahrsten Sinne des Wortes verwirklicht werden konnte, zeigt der Fall einer Neuburger Familie. Ihr Kinderwagen war es nämlich, der Anfang November im Treppenhaus vor ihrer Wohnung in der Richard-Wagner-Straße in Flammen aufging (wir berichteten). Weil die jungen Eltern mit ihrem zwei Monate alten Baby in der verrauchten Wohnung nicht bleiben konnten, zogen sie vorübergehend ins Hotel Neuwirt. Als Wirtin Anke Deiml von den prekären Umständen der Familie erfuhr, informierte sie die Stiftung – und die sagte sofort eine finanzielle Unterstützung für Babynahrung, Windeln und einen (gebrauchten) Kinderwagen zu.

Auch die Neuburger Kinderklinik bekam dieses Jahr Hilfe von der Stiftung. An ihrer Zweigstelle am Ingolstädter Klinikum wurde ein Rückzugszimmer für Eltern eingerichtet, deren Kind nach der Geburt Intensivbetreuung benötigt. Bernhard Fortner hatte einen solchen Raum nach persönlichen Erfahrungen bereits vor sechs Jahren der Kinderklinik in Neuburg gestiftet und holte nun für das gleiche Projekt in Ingolstadt die Stiftung mit ins Boot.

Insgesamt zehn Projekte konnte die „Stiftung für Neuburger“ dieses Jahr unterstützen. Dazu gehören auch ein Fahrrad für ein motorisch schwaches Kind, eine Hausausgabenbetreuung für die Zwillinge einer alleinerziehenden Mutter oder ein Essenszuschuss für eine Familie. Im Schnitt hilft die Stiftung jedes Jahr mit etwa 10000 Euro. Dieses Jahr bekam sie aber auch etwas zurück. Die Grundschüler am Englischen Garten haben mit Feuereifer Holzfische bemalt, die Bernhard Fortner gefräst hatte. Dekorativ hingen sie am Samstagabend über den runden Tischen und durften als Gastgeschenk mit nach Hause genommen werden. Auch Künstler Rainer Röschke hatte den Krebsen, Delfinen und Fischen seine ihm eigene Note verliehen und sie der Stiftung zur Verfügung gestellt. Wer wollte, konnte eines der neonfarbenen Exemplare erstehen.

Kurzweilig sauste der Abend dahin. Wer sich von Eberhard Spieß von Foto Porst vom gegen eine Spende fotografieren ließ, hatte die Chance, eine von drei Sofortbildkameras zu gewinnen. Die Kalorien des 3-Gänge-Menüs wurden mühelos auf der Tanzfläche verbrannt, denn mit der Partyband Ohlala hatte die Stiftung wieder hochkarätige Musiker nach Neuburg geholt. Gegen 2 Uhr morgens flogen die Sakkos bei den Herren und die Schuhe mancher Damen in die Ecke. Ob und wie die Frisur zu diesem Zeitpunkt noch saß, war irrelevant. Bei AC/DC ist wildes Haar ohnehin ein Muss. Am Ende gab es nicht nur Applaus für eine ausdauernde Band, sondern auch für einen rundum gelungenen Abend.

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