1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Tapferer Fahrer bewahrt Stadt vor Spritbrand

Schrobenhausen

17.07.2017

Tapferer Fahrer bewahrt Stadt vor Spritbrand

Copy%20of%20DSC_4726(1).tif
3 Bilder
Man kann nur hoffen, dass es kühlt, kühlt, kühlt, sagt ein Feuerwehrmann, der von oben auf den brennenden Tanklastzug hinabschaut. Das mit Benzin und Diesel befüllte Fahrzeug brennt zwischen Schrobenhausen und Aresing aus. Der wagemutige Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen.
Bild: Bastian Sünkel

Der Fahrer eines Tanklastzuges zeigt am frühen Montagnachmittag Nerven aus Stahl. Er lotst sein brennendes Fahrzeug aus Schrobenhausen hinaus.

„Nein“, sagt die Frau am Gartenzaun. So was hat sie noch nicht erlebt. In 80 Jahren nicht. Seitdem lebt sie am Stadtrand von Schrobenhausen mit Blick auf die Staatsstraße nach Aresing, zwei Kilometer südlich. Nur rund 400 Meter von ihrem Gartenzaun entfernt steigen seit drei Stunden Rauchwolken auf. Die Frau starrt noch so lange durch die Äste ihrer Hecke, bis ein Polizist vorbeikommt und sie daran erinnert, was er der gesamten Nachbarschaft aufgetragen hat: Haus nicht verlassen, Fenster geschlossen halten. Vor ihren Augen steht ein Tanklastzug in Flammen – befüllt mit 25000 Litern Diesel und 10000 Litern Benzin.

Fahrer lässt sich von der „110“ lotsen

Es ist 13.47 Uhr, als ein Notruf bei der Leitstelle der Polizei in Ingolstadt eingeht. Der Fahrer eines Tanklastzuges hat die 110 gewählt und erklärt den Beamten seinen wagemutigen Plan: Sein Fahrzeug brennt und er fahre gerade durch Schrobenhausen. Die Polizisten sollen ihm erklären, wie er am schnellsten den Ort verlassen kann. Einsatzkräfte rücken simultan mit Blaulicht aus und am Telefon lotsen die Beamten das brennende Fahrzeug auf die Staatsstraße 2050 – hinaus aus der Stadt. Keine 400 Meter hinter dem Ortsschild endet die Fahrt. Der Fahrer springt aus dem Führerhaus und bringt sich in Sicherheit. Dann rücken die Retter an.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In Schrobenhausen atmet man auf, dass der Fahrer es geschafft hat. Mitten im Ort wäre eine Evakuierung unumgänglich gewesen. Doch dort draußen auf der schmalen Verbindungsstraße reichen zwei Sperren und die Situation ist gesichert – solange die Anwohner in den Häusern bleiben.

Bis der Brand um 17.25 Uhr schließlich gelöscht war, vergehen dennoch für die Einsatzkräfte und den Vor-Ort-Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, Andreas Aichele, noch einige bange Stunden. Es herrscht potenzielle Explosionsgefahr. Zumindest könne er diese nicht ausschließen, sagt Aichele kurz nachdem Katastrophenschutz, Polizei und Feuerwehr einmal mehr die Lage umrissen und ihr weiteres Vorgehen geplant haben. Vor der letzten Absperrung reihen sich indessen Polizisten und Feuerwehrleute aneinander. Aus Sicherheitsgründen dürfen auch sie nicht näher an das vom Boden her flammende Fahrzeug heran. Nur ein Minimalteam aus einer Besatzungsmannschaft steht auf dem und am Löschfahrzeug, um den Brand mit Kühlmittel zu ersticken.

Über die Ursache wird spekuliert

Was den Brand verursacht hat, lässt sich Stunden nach dem Vorfall noch nicht lückenlos klären, sagt Pressesprecher Aichele. Ein defekter Reifen sei denkbar, aber auch das sei nur eine reine Mutmaßung. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, Polizisten aus der Region, der Katastrophenschutz des Landratsamtes, Ärzte und Sanitäter. Sogar der mutige Fahrer blieb schließlich unverletzt. Damit hat der spektakuläre Brand vor allem der Natur geschadet: Das angrenzende Feld ging in Flammen auf und die Einsatzkräfte überprüfen am Abend noch, ob Kraftstoff aus dem Tanklastzug fließt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_0981.tif
Neuburg/Ingolstadt

Wie es sich in einem Orden lebt

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket