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Stepperg

11.11.2019

Theater: Geheimnisvolles Treiben auf dem Schallerhof

Da hilft selbst kein Schnaps mehr. Im Hause Schaller kehrt Trübsinnigkeit ein, weil der Hof an den Vetter des Bauern gehen soll.
Bild: Michael Geyer

Sowohl der Nachwuchs als auch die Erwachsenen der Schauspieltruppe Stepperg boten kurzweilige Unterhaltung. Welche Stücke sie aufgeführt haben.

Den Vereinsabend im Pfarrstadl, bei dem das 140-jährige Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert wurde, nahm die Schauspieltruppe des Vereins unter der Regie von Karina Rehm und Manfred Tanzer zum Anlass für zwei schöne Darbietungen. Den Anfang machte der Nachwuchs mit „Justizia Bavaria“, der Stepperger Neuauflage des Königlich Bayerischen Amtsgerichts. Stilecht wie das durch viele Fernsehsendungen bekannte Original: mit einem geruhsamen Amtsrichter, strengem Staatsanwalt, umständlich agierenden Verteidigern und originellen Gerichtsfällen. Verhandelt wurde ein seltsamer Reitunfall, ein Fall von wiederholt auftretender Kleptomanie und der Verdacht auf Polygamie. Die Mädchen und Jungen agierten frisch und schon recht routiniert und bewiesen, dass mit ihnen in ein paar Jahren auf der „Bühne der Großen“ zu rechnen ist.

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Das Jugendtheater gefiel. Der strenge und doch menschliche „Herr Rat“ verkündet sein Urteil.
Bild: Michael Geyer

Die Stepperger spielten „Das Geheimnis vom Schallerhof“

Dort überbrachte bei dem Dreiakter „Das Geheimnis vom Schallerhof“ aus der Feder von Andrea Döring der Dorfamtmann Witzig eine für den Bauern Klaus Schaller und seine Frau Kathi gar nicht so witzige Nachricht: Der Schallerhof geht, wie es das Testament bestimmt hat, an Kuno Birnstingl, den Vetter des Bauern. Hans Muschler mimte den Amtsdiener mit viel Gespür für seine scheinbar stressige Geschäftigkeit. Markus Sauer und Natascha Schmid verkörperten das brave, verzweifelte Bauernpaar in seiner aussichtslosen Notlage mit Glaubwürdigkeit und Authentizität. Als Kuno Birnstingl, ein wehleidiger Nichtsnutz, der von sich in der dritten Person spricht, wuchs Klaus Sauer über sich hinaus. Doch um den Hof zu retten, reichte nicht die Rechtschaffenheit und das Gottvertrauen der Bauerseheleute, auch nicht, dass der Bauer den Eindringling Kuno mit der Mistgabel bedrohte – da musste etwas mehr geschehen.

So kamen der noch recht rüstige Großvater Valentin, den Manfred Tanzer mit ebenso großer Gemütlichkeit wie Schlitzohrigkeit spielte, und das Hausgesinde ins Spiel. Auch die Nachbarn Leni und Fabian wurden in dem durchdachten Plan des Knechtes Konrad berücksichtigt. Berhard Wittmann schlüpfte mit Begeisterung und großem schauspielerischen Können in die Rolle des Konrad, der sich allerhand einfallen ließ, damit dem Kuno die Lust am Bauerndasein verging. Ihm zur Seite stand Rosi, die Magd. Monika Heinzlmeir gefiel, wie sie die Rolle der mitunter trampelhaften, aber ebenso schlauen wie mannstollen Frau lebendig werden ließ und selbst Kuno bezirzte. Ann-Kathrin Strixner und Fabian Schnabel wandelten sich von den braven Nachbarsleuten Leni und Fabian zu sonderbaren, angsteinflößenden Gestalten.

Theater: Geheimnisvolles Treiben auf dem Schallerhof
Magd Rosi liest als wahrsagende Tusnelda die Zukunft des Kuno Birnstingl aus seinen Falten.
Bild: Michael Geyer

Stepperg: Am Ende des Theaterstücks gibt es eine Happy End

Konrads Plan ging auf. Er erzählte dem künftigen Bauern, dass auf dem Hof ein Geheimnis laste und merkwürdige Dinge geschehen würden: Auf dem Dachboden treibe die alte Zigeunerin Tusnelda ihr polterndes Unwesen und wenn sie mit ihrer Wahrsagekugel erscheine, drohe Unglück. Ebenso bedeute es nichts Gutes, wenn die Kräuterliesl auftauche und über ihr Rheuma klage, denn danach würde jemand vom Blitz erschlagen. Und an Pfingsten käme immer die weiße Frau von der benachbarten Plattenburg zum Spuken auf den Hof. Kuno wollte dies alles nicht so recht glauben, wurde aber bald eines Besseren belehrt. Als es Nacht war, ging der Spuk los. Der Opa polterte mit dem Skooter durchs Haus, Leni erschien als Unheil verkündende Kräuterliesl und Rosi als Tusnelda mit Wahrsagerkugel. Der Knecht Konrad verfolgte seine untreue weiße Frau, in die sich die Nachbarin Leni verwandelt hatte, und fuchtelte als wieder auferstandener Ritter mit dem Schwert herum. Kuno setzte der nächtliche Spuk sehr zu, doch blieb er noch standhaft, auch wenn seine Moral zusätzlich durch psychologische Kriegsführung wie Essensentzug und einem schlechten Quartier in der Kammer neben dem Saustall geschwächt werden sollte.

Selbst die eindeutigen Annäherungsversuche des Nachbarn Fabian und etliche „Unfälle“ mit Kuno als einzigem Opfer führten noch nicht zum Ziel. Erst als Nachbar Fabian immer wieder wie tot umfiel, sobald sich Kuno ihm näherte und Amtmann Witzig als Totengräber erschien, um Kuno abzuholen, gab er angesichts seiner „Halluzinationen“ auf, zerriss das Testament und machte sich vom Hof. Happy End!

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