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Umwelt

21.05.2019

Thema PFC: Viel Diskussion, wenig Fakten

Unter den Protestanten vor der Wehrtechnischen Dienststelle in Manching waren auch die Ortssprecher Neuburgs.
Bild: Stefan Küpper

Beim Besuch von Thomas Silberhorn in Manching erfuhren die Sprecher der betroffenen Ortsteile in Neuburg nicht viel Neues. Aber vor Ort tut sich was.

Manching/Neuburg „Nichts wesentlich Neues“ erfuhren die Sprecher der Neuburger Ortsteile rund um den Nato-Flugplatz in Zell beim Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 (WTD61) in Manching (wir berichteten). Auch Günter Steinwand (Bruck/Maxweiler), Andreas Weis (Marienheim) und Roland Habermeier (Zell) hätten in Bezug auf die PFC-Problematik gerne einen vernünftigen Ablaufplan mit festgezurrten Daten gehabt. „Das wollten alle Betroffenen. Aber darauf ließ sich die Bundeswehr nicht ein“, sagte Steinwand.

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Das Trio aus den Ortsteilen war mit den höchsten politischen Vertretern des Landkreises in Manching. Staatssekretär Roland Weigert, Landrat Peter von der Grün, Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Landtagsabgeordneter Matthias Enghuber forderten dort in Bezug auf die Situation in Neuburg und Weichering ein rasches Handeln der Bundeswehr.

In Sachen PFC laufen in Neuburg die zweite Brunnenbeprobung und die Detailuntersuchungen

„Insgesamt wurde zwar viel diskutiert, aber es kamen keine Fakten auf den Tisch“, beschreibt Steinwand. Das Positive aus Sicht der Neuburger im Vergleich zu den Betroffenen in Manching: „Die Situation bei uns ist offenbar nicht so schlimm wie dort und bei uns scheint es zumindest so, dass hier auch etwas vorwärtsgeht.“ So laufe in Neuburg nicht nur die zweite Phase der Brunnenbeprobung, sondern auch die Detailuntersuchung durch die Bundeswehr. Die Ergebnisse sollen bis November vorliegen. Erfasst werden dabei unter anderem Werte des Grundwassers und Oberflächenwassers in den Gräben, wie etwa dem Längenmühlbach, sowie die Werte der Baggerseen, Zeller, Rosinger, Zauner und Schimmer Weiher. Unabhängig von der Bundeswehr wurden diese Seen bereits vom Gesundheitsamt beprobt. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Thema PFC: Viel Diskussion, wenig Fakten

Die Weicheringer Weiher wurden noch einmal beprobt, das Baden ist demnach unbedenklich

Kurz vor der Veranstaltung am Montag in Manching hat die Bundeswehr noch einmal den Leitner Weiher und den großen Weiher am Sportverein Weichering sowie den Löschbrunnen und den Löschweiher auf dem Nato-Gelände der Muna Weichering beprobt. Die Ergebnisse wurden jetzt dem Landratsamt zugestellt und weisen demnach Werte unter der Nachweis- oder Bestimmungsgrenze auf. „Das bedeutet, dass das Baden in den Weicheringer Weihern unbedenklich ist“, sagt Pressesprecherin Sabine Gooss vom Landratsamt in Neuburg.

Die Detailuntersuchung durch die Bundeswehr wird bestenfalls auch konkrete Hinweise über den Richtungsverlauf des Grundwasserstroms an den Tag bringen. „Optimal wäre es, wenn aufgrund dieses Monitorings es schnellstmöglich gelingen könnte, den Ausfluss des mit PFC-belasteten Grundwassers aus dem Flugplatzbereich zu stoppen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen wie in Manching“, sagt Steinwand. Das wäre für die betroffenen Bürger im Umfeld des Flugplatzes eine beruhigende Nachricht.

In Manching dürfte auch das Thema Entschädigung noch eine große Rolle spielen

Denn in Manching dürfte gerade auch das Thema Entschädigung noch eine große Rolle spielen. Ob die Entsorgung von belastetem Aushub auf den privaten Grundstücken auf eigene Kosten, der mögliche Wertverlust der Grundstücke und landwirtschaftlichen Flächen oder ein womöglich damit zusammenhängender Ernteverlust: „Das wird nur hart auf hart gehen“, vermutet Steinwand. Neben juristischen Entscheidungen werde es wohl vor allem auch eine politische Lösung brauchen, um dort einen Konsens zu erreichen.“

Ortssprecher loben in Bezug auf die PFC-Problematik die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt

Beim Vorgehen in Neuburg möchte Steinwand auch im Namen seiner Ortssprecherkollegen ausdrücklich die Unterstützung und die offene Kommunikation mit den zuständigen Stellen und Mitarbeitern im Landratsamt hervorheben. „Die sind in dieser Sache wirklich sehr agil, tun, was machbar ist und informieren uns vor allem auch über die nächsten Schritte,“ betont der Brucker. Wie sein Vorgänger, so Steinwand, wolle zudem auch der neue Landrat Peter von der Grün in dieser Sache nicht locker lassen.

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