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Konzert

21.03.2017

Theologische Botschaft in glanzvoller Vertonung

Herausragende Interpreten und glanzvolle Solisten erfreuten das Publikum bei der Darbietung von Händels Messias im Ingolstädter Theaterfestsaal.
Bild: Johannes Seifert

Jugendkammerchor, Motettenchor, Solisten und Orchester La Banda gelingt im Theaterfestsaal in Ingolstadt eine bemerkenswerte Darbietung von Händels Oratorium „Der Messias“

Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ transportiert Emotionen und Affekte, bringt die eschatologische Heilsbotschaft Jesu in kraftvoller, verständlicher Sprache nahe und bewegt das Publikum – auch heute noch. Das herausragende Werk wurde den Zuhörern jetzt im ausverkauften Theaterfestsaal in einer insgesamt glanzvollen Vertonung unter der Gesamtleitung von Eva- Maria Atzerodt dargeboten.

Die Kulturpreisträgerin Ingolstadts, die beide Chöre seit vielen Jahren erfolgreich leitet, verdeutlichte durch ihre äußerst behutsame und stets präsente Führung, welch großen musikalische Glanz und welch enormen theologischen Inhalt dieses Oratorium vermittelt. Gerade durch die vielleicht etwas behutsam genommenen Tempi, keineswegs verhetzt oder überstürzt, den betont straffen, nie aber seelenlos wirkenden Ansätzen in den Chören, gelang eine wundervolle Balance und eine durchaus stimmige Intonation.

Intensive Darbietung der „historisch-informierten Musik“

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Bereits nach den Einleitungstakten wurde das herausragende Niveau der Musiker von „La Banda“ spürbar. Dieses Orchester war bereits mehrmals in Ingolstadt zu erleben und ist Garant für eine entsprechend intensive Darbietung dieser sogenannten „historisch-informierten Musik“.

Bereits bei der Sinfonia, noch etwas zaghaft, wurden die Besucher sehr behutsam eingesponnen in die vielschichtige Klangwelt des Oratoriums, das sich zwischen subtiler Rhythmik und erlesenen Nuancen bewegt.

Ein Glücksfall für die Vertonung war ganz besonders das stets präsente Vokalquartett: makellos dabei der aus Regensburg stammende Michael Mogl (Tenor); glänzend im Vortrag Andreas Burkhart (Bariton); stimmgewaltig und vielseitig, mit stets weichem Timbre, die in Ingolstadt bestens bekannte Sopranistin Gerlinde Sämann. Auch die in München ausgebildete Altistin Regina Jurda agierte letztlich brillant, mit entsprechender Kraft, vor allem in den anspruchsvollen Koloraturen sowie in den einfühlsam notierten Passagen.

Ebenso gelang die Verschmelzung beider Chöre zu einer echten Einheit. Die über 120 Akteure wirkten dabei überaus engagiert und prägnant. Fülliger Chorklang – bei wünschenswerter Leichtigkeit in den Koloraturpassagen und enger Verbundenheit mit der Sprache – erfüllte somit den trist wirkenden Theaterfestsaal. Es gibt sie also noch, die hochkarätige Umsetzung „ernster Musik“ abseits der großen Festivals. Diese Messias -Vertonung in Ingolstadt offenbarte dies zwar nicht in spektakulärer aber doch schier eindrucksvoller Manier. (js)

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