Studienseminar

28.11.2016

Therapie hautnah

Am Wochenende verwandelte sich die Bühne des Neuburger Studienseminar-Theaters in einen Therapie-Raum. Kann die Gruppensitzung den Frauen helfen?
Bild: Elke Böcker

Eindrucksvoller Theaterabend mit Petra Winterstellers Stück „Unbeschreiblich weiblich“

Auf der Bühne des Studienseminar-Theaters treffen nacheinander vier Frauen und ein Mann ein und belegen den zum Publikum hin offenen Stuhlkreis. Die Therapie kann beginnen.

Gemeinsam mit dem Therapeuten Erich Schuler, den Jörg Hartmann überaus glaubwürdig mimt, wollen sich die vier Frauen nämlich auf den Weg zum ganz persönlichen und auch ganz unterschiedlichen Glück begeben. Doch das ist alles andere als einfach. Eva Maria, Verena, Ute und Lola scheinen gefangen in ihren eigenen Vorstellungen über sich selbst und wollen ihrer anderen Seite auf keinen Fall begegnen. Das führt zu heftigen, zum Teil recht komischen und dabei sehr realistischen Ausbrüchen und Konfrontationen. Zickenkrieg und Tränen scheinen wirklich weiblich zu sein. Doch dann beginnt die harte Therapiearbeit, die den Zuschauern das Gefühl gibt, auf der Bühne zu sitzen.

Ulrike Dostal als wunderschönes, unzufriedenes Modell, das sich ein Leben jenseits der Oberflächlichkeit ersehnt, muss sich mit der Ablehnung ihres vermeintlichen Freundeskreises auseinandersetzen. Sacha Holzheimer als Keks mümmelnde, opferbereite Mutter und Hausfrau Ute wünscht sich, dass man sie als Frau wahrnimmt. Alexandra Hinners fürchtet sich als wenig selbstbewusste, ziemlich chaotische Grafikerin Lola, die ständig vor sich selbst und anderen flieht, vor der Begegnung mit dem eigenen Ich. Auch Autorin und Regisseurin Petra Wintersteller schlüpft in die Rolle einer wenig glücklichen Frau. Als erfolgreiche Anwältin Verena rotiert sie im ausweglosen Hamsterrad und sucht vergeblich Entspannung. Nur Therapeut Erich, in der Mitte des Geschehens sitzend, scheint da helfen zu können. Im Lauf des Abends können sich die Teilnehmerinnen der Gruppentherapie aber auch selbst zu Hilfe kommen. Am Ende des dichten Geschehens zeigt ein positives Bild den Erfolg der intensiven Therapiearbeit.

Petra Winterstellers realistische Dialoge lassen das Bühnenstück zum hautnahen Wirklichkeitserlebnis werden. Veranstalter Noppo Heine sei Dank für diesen eindrucksvollen Theaterabend. „Unbeschreiblich weiblich“ mit dem „Reizwerk“-Team zeigt Figuren und Biografien, die vielen von uns sicher sehr vertraut sind. Es zeigt aber auch, dass zum Mensch-Sein Auseinandersetzung gehört – eben auch mit sich selbst.

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