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Neuburg

24.03.2015

Tierheim schuldenfrei

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Der neue ist fast identisch mit dem bisherigen Vorstand. Gerhard Schmidt (stehend Zweiter von links) bleibt Vorsitzender.
Bild: Dittenhofer

Vorsitzender Gerhard Schmidt und sein bewährtes Team wiedergewählt. Aktuell beschäftigt die Mitglieder vor allem das Zirkusverbot. Etwas anderes bereitet dafür weniger Sorgen

Ein Tierschutzverein ohne Gerhard Schmidt? Kaum vorstellbar. Der Vorsitzende und Chef des Tierheims Neuburg steht weiter zur Verfügung und wurde bei der Jahresversammlung auch einstimmig wiedergewählt. Genauso wie sein bewährtes Team: Als zweiter Vorsitzender wurde Dr. Johann Schneemeier gewählt, die Kasse bleibt bei Roland Ideke und für die Protokolle ist weiterhin Peggy Herrle zuständig. Beiräte wurden Günther Grossmann und Karina Diehl. Und die Finanzen werden weiterhin Sonja Wilde und Regina Rammler prüfen.

Da die Kasse als in Ordnung befunden wurde, waren die Formalien der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen schnell abgehandelt. Bei den Themen, die den Tierschutzverein derzeit umtreiben, sieht das anders aus. Denn was Schmidt schon in trockenen Tüchern wähnte, wird am heutigen Dienstag im Stadtrat erneut diskutiert und wohl auch noch einmal neu abgestimmt. Die Rede ist vom Zirkusverbot, zu dem sich der Stadtrat Neuburg mit knapper Mehrheit durchgerungen hatte (wir berichteten). Wie eine Prüfung des Landratsamtes allerdings ergeben habe, sagte der dritte Bürgermeister der Stadt, Johann Habermeyer, stehe der Beschluss juristisch auf wackligen Beinen: „Das Landratsamt rät zu einer Neuformulierung und Neuabstimmung.“ Daher müsse das Thema noch einmal auf den Tisch. Es gehe beispielsweise um die genaue Definition von Wildtieren.

Gerd Schmidt sieht damit das Votum in Gefahr und verwies auf andere Kommunen, die das Verbot durchgesetzt haben. „Natürlich wäre es besser, wenn es ein bundesweites Verbot durch ein entsprechendes Gesetz gäbe. Wenn aber die Politik dazu nicht im Stande ist, müssen die Kommunen zeigen, dass ihnen sehr wohl etwas an diesem Verbot liegt“, betonte Schmidt. Der Zirkus Roncalli zeige eindrucksvoll, dass ein Zirkus auch ohne dressierte Wildtiere sehr großen Erfolg haben könne. Schmidt: „Ein Elefant, der im Zirkus auf dem Kopf steht und zum Affen gemacht wird, ist doch kein Kulturgut, das ist eine Kulturschande! Aber leider gibt es in der Bundespolitik Politiker wie zum Beispiel Volker Kauder, der mal Zirkusdirektor werden wollte.“ Die Haltung und auch die Dressuren seien eine Qual für die Tiere, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins. Man werde weiter für das Verbot von Zirkussen mit Wildtierdressuren kämpfen. Der Erfolg in Neuburg sei toll gewesen und habe hoffentlich Bestand. Dass sich die Tierschutzorganisation PETA diesen Erfolg auf die Fahnen schreibe, sei einfach nur falsch. Schmidt: „Die sind gerne dabei, wenn es um Erfolge geht, haben bei uns aber nichts bewirkt. Ganz im Gegenteil, wir haben es nicht mit, sondern trotz PETA geschafft.“

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Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung waren die vielen Tierheimpleiten in Deutschland. Schmidt ist sich sicher, dass das Fehlen von nachhaltigen Konzepten und auch bauliche Mängel an den Tierheimgebäuden zu diesen Pleiten beitragen. „Häufig werden Tierheime immer noch gebaut wie vor hundert Jahren. Wenn Hunde aber einzeln in Zwingern aufbewahrt werden, machen sie viel mehr Arbeit, als bei einer artgerechteren Haltung wie bei uns.“ Würden Privatleute Hunde so halten, wie sie in manchen Tierheimen aufbewahrt werden, müsste man den Amtstierarzt schicken, sagte Schmidt.

Das Neuburger Tierheim ist seit dem vergangenem Jahr schuldenfrei. Jetzt müsse daran gearbeitet werden, Rücklagen zu bilden, berichtete der Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Wenn bei uns der Zaun kaputt ist, sprechen wir von rund drei Kilometern. Dafür muss ein Polster geschaffen werden.“ Finanziell steht der Tierschutzverein auf soliden Beinen, obwohl das Spendenaufkommen 2014 um 14 Prozent zurückgegangen ist. Die Tierpension und die Tierhalterhaftpflicht warfen Gewinne ab. So konnte der Tierschutzverein das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von rund 3000 Euro abschließen.

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