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Ingolstadt

30.06.2020

Tierrechtler kritisieren den Ingolstädter Zoo Wasserstern

Triste Zustände im Affengehege des Zoos Wasserstern kritisieren Tierrechtler.
Bild: Aktionsgruppe Tierrechte Bayern

Plus Die Betreiber des Ingolstädter Zoos sehen sich zu Unrecht mit den Vorwürfen der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern konfrontiert. Jedoch müssen sie auch Vorgaben zur Tierhaltung umsetzen.

Ein Affe rüttelt vor einer kahlen Betonwand an einem Wasserbehälter, zwei Nasenbären laufen wild durchs Gehege, ein Storch steht einsam herum: Die „Aktionsgruppe Tierrechte Bayern“ hat ein Video und Bilder aus dem Zoo Wasserstern in den sozialen Netzwerken veröffentlicht, mit denen sie die in ihren Augen unwürdigen Zustände im Zoo anprangern will. Besonders die Lebensbedingungen der Affen stehen im Fokus der Tierrechtler. Sie haben deshalb Anzeige beim Ingolstädter Veterinäramt erstattet.

Indischer Hutaffe im Zoo Wasserstern in Ingolstadt.
Bild: Aktionsgruppe Tierrechte Bayern

Zwei Störche sollen in einem viel zu kleinen Gehege gehalten werden

Konkret wirft die Initiative den Betreibern des Zoos vor, dass zwei Störche in einem viel zu kleinen Gehege gehalten werden und zwei Nasenbären Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Vor allem aber kritisiert sie, wie vier indische Hutaffen untergebracht sind, und zwar in einem „trostlosen und kahlen Betongehege“. Vorgeschriebene Rückzugsmöglichkeiten würden fehlen, sie seien ständig den Blicken der Besucher ausgeliefert. „Primaten in einem winzigen Gehege aus Beton hinter der Glasscheibe zu halten, ist nicht mehr zeitgemäß und ethisch nicht mehr zu rechtfertigen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Aktionsgruppe.

Der Zoo Wasserstern wehrt sich gegen die Vorwürfe

Die Anzeige „entbehrt jeder Grundlage“, sagt Benny Baxmann. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins Kleinzoo Wasserstern, der den Zoo betreibt. Das Affenhaus sei erst vor wenigen Jahren gebaut worden – und aus hygienischen Gründen ganz bewusst aus Beton. „Das ist schon durchdacht“, sagt Baxmann. Grünpflanzen im Gehege würden die Affen innerhalb kürzester Zeit „kurz und klein machen“.

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Allerdings gibt er auch zu, dass für die Weißstörche durchaus nicht der Platz vorhanden ist, den sie den aktuellen Regelungen zufolge haben müssten. Das sei bekannt, für die beiden Tiere gelte jedoch Bestandsschutz. Baxmann kritisiert insbesondere die Videoaufnahme, die die Aktionsgruppe veröffentlicht hat. Es bestehe nur aus einzelnen Schnipseln, die einen falschen Eindruck vom Zoo vermittelten, so Baxmann.

Indischer Hutaffe im Zoo Wasserstern in Ingolstadt.
Bild: Aktionsgruppe Tierrechte Bayern

Am Montagabend hat dann auch die Stadt Ingolstadt Stellung genommen. „Die grundsätzliche Problematik ist bekannt und der Zoo arbeitet an Verbesserungen“, heißt es in der Mitteilung. So habe sich der Zoo, um die Bedingungen bei der Affenhaltung zu verbessern, kürzlich von seinen Kapuzineraffen getrennt. Das Veterinäramt habe dabei auch bauliche Veränderungen gefordert. Zudem dürften keine weiteren Störche aufgenommen werden. Werde bei regelmäßigen Kontrollen Verbesserungsbedarf festgestellt, „werden dem Zoo entsprechende Auflagen erteilt“, heißt es von Seiten der Stadt.

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