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Neuburg/Ingolstadt

13.02.2020

Tierschutzprojekt wird von Anliegern ausgebremst

Das 8000 Quadratmeter große Grundstück in Ingolstadt inklusive des Gebäudes, das der Tierschutzverein vor knapp drei Jahren geerbt hat, wird zur Außenstelle des Tierheims in Riedensheim.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus In einem geerbten Gebäude bei Ingolstadt will der Neuburger Tierschutzverein eine Wildtierstation eröffnen. Anlieger blockieren aber die Zufahrt.

Es könnte alles so schön sein. Der Neuburger Tierschutzverein hat bereits vor einigen Jahren ein 8000 Quadratmeter großes ehemaliges Minigolfgelände samt Clubhaus am Adelmannsberg bei Ingolstadt geerbt, aus dem der Verein eine Oase für alte, kranke und bedrohte Tiere und Tierarten machen will. Es sollen ein Hundehospitz entstehen, lahme und kranke Stadttauben gepflegt, Igel und Fledermäuse aufgepäppelt werden und vieles mehr. Doch seit Jahren zieht sich nun ein Rechtsstreit, der das Projekt vermutlich nicht verhindern wird, aber zeitlich verzögert.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Gerhard Schmidt, spricht von schierer Böswilligkeit und einem „grotesken Verhalten“ der Nachbarn (zwei Bauern und die Besitzer einer Kleingartenanlage), die alles daran setzen, dem neuen Besitzer das Leben schwer zu machen. Sie klagen sich durch sämtliche Instanzen und haben inzwischen sogar einen Zaun aufgestellt, um dem Tierschutzverein die Zufahrt zu dem Grundstück zu verwehren.

Neuburger Tierschutzverein will eine Heimat für Wildtiere schaffen

Konkret geht es um einen Feldweg, wie Schmidt erklärt, der ausschließlich dazu dient, zu dem ehemaligen Clubhaus zu kommen. „Nachdem uns der anliegende Bauer die Zufahrt über sein Grundstück verboten hatte, haben wir auf ein Notwegerecht geklagt“, so Schmidt. Und das sei dem Tierschutzverein zugesprochen worden – sobald die Nutzungsänderung in trockenen Tüchern ist. Die wurde von der Stadt Ingolstadt bereits genehmigt, wegen eines fehlenden Lärmgutachtens dann jedoch wieder gekippt. Die Nachbarn hatten sich durchgesetzt. Das Lärmgutachten wurde nachgereicht, die Nutzungsänderung genehmigt. Doch die Gegner haben nun wieder Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

Seit Monaten schon arbeiten seine Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer am Umbau des Gebäudes. Bis Mai muss aus Förderungsgründen die Heizung eingebaut sein. Doch für die Anlieferung muss die Zufahrt frei sein. Schmidt hofft deshalb, dass der Antrag auf einstweilige Verfügung, die der Tierschutzverein kürzlich beim Landgericht Ingolstadt gestellt hat, bald durch ist. Das Problem sei, dass sich der Zaun auf der Grenze zwischen der Gemeinde Etting und der Stadt Ingolstadt befindet und sich deswegen niemand zuständig fühle. Über das alles kann Schmidt nur den Kopf schütteln. Er würde sich wünschen, dass sich die Politik mehr einmischen würde: „Wir entwickeln hier ein Projekt, das alle Politiker fordern, aber vor Ort werden wir allein gelassen.“

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