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Ehrenamt

26.03.2018

Tierschutzverein erbt großes Anwesen

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Der alte Vorstand des Tierschutzvereins ist fast auch der neue: (von links) Günter Großmann, Roland Idecke, Sonja Wilde, Gerd Schmidt, Diane Heinrich (neu), Dr. Johann Schneemeier, Regina Rammler und Roland Materna.
Bild: Manfred Dittenhofer

Frau vermacht Verein 8000 Quadratmeter großes Grundstück mit großem Wohnhaus in Ingolstadt. Wenn die Stadt zustimmt, kann das Erbe angetreten werden. Viele Bekannte im neuen Vorstand und viel Arbeit für alle

481 Hunde, 288 Katzen, 166 Kleintiere und 27 Großtiere durften 2017 die Gastfreundschaft im Tierheim des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen im Wald zwischen Bittenbrunn und Riedensheim genießen. Eine horrende Zahl, die so aber erst mal gar nichts aussagt. Denn wirklich aussagekräftig sind die Stehzeiten der „Gäste“. Und die liegt bei so manchem Heimbewohner bei lebenslang. Aber alleine schon die Anzahl der Aufnahmen und Beherbergungen der Tiere zeigt die Leistungsfähigkeit des Neuburger Tierheims.

Vor allem alte und problematische Hunde seien kaum zu vermitteln, so Gerd Schmidt, der bei der Jahreshauptversammlung wieder einstimmig zum Vorsitzenden des Tierschutzvereins Neuburg-Schrobenhausen gewählt wurde. Viel zu viele Leute hätten Hunde, die nicht zu ihnen passen. Und immer mehr exotische Hunde kämen nach Deutschland. Laut Schmidt gibt es Bundesländer, die sogar Zuschüsse zahlen, wenn sich Schäfer solche Hunde zulegen. „Und dann wundern sie sich, was passiert, wenn ein solcher anatolischer Herdenschutzhund, der die Schafe beschützen will, nachts einem Fahrradfahrer begegnet.“ In vielen Fällen seien Besitzer überfordert, probierten eine Hundeschule aus und verstünden nicht, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssten, genauso wie die Rangordnung. Das Ende vom Lied sei dann oftmals das Tierheim.

„Und auch in den Tierheimen stimmt vieles nicht. Obwohl neu, sind viele falsch gebaut.“ Das bedeute häufig einen höheren Arbeitsaufwand und eine nicht tiergerechte Haltung. „Das Problem sind nicht die Tiere, sondern die Menschen“, erklärte der Vorsitzende. Die Erwartungshaltung an das Tierheim seien hoch. Aber die Liebe zu den Tieren und ihnen helfen zu wollen reiche oft nicht aus. „Die Pflege muss fachgerecht sein. Das Wissen und die Kompetenzen muss man sich aneignen.“ Ausdrücklich lobte Schmidt die Zusammenarbeit mit den Kommunen und mit der Polizei, mit der Stadt Ingolstadt und mit dem Tierschutzverein Ingolstadt. Und auch mit der Tierhilfe Jonathan.

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Ein großes Thema für den Tierschutzverein ist eine Erbangelegenheit in Ingolstadt. Das Grundstück, das eine Frau nach ihrem Tod dem Tierschutzverein vermacht hat, ist 8000 Quadratmeter groß. Darauf steht ein Haus mit zwei Wohnebenen zu je rund 300 Quadratmetern. Ideal für Tierschutzbelange, wie der Vorstand des Tierschutzvereins befand. Und da die Finanzen des Vereins stimmen, konnte das Erbe angetreten werden. Sobald die Stadt Ingolstadt zustimme, so Gerd Schmidt, plant der Tierschutzverein dort ein Hospiz für alte Hunde, einen Bereich für Katzen und eine Begegnungsstätte in der Tierschutzszene mit anderen Tierschutzvereinen und Tierschützern. Zunächst aber müsse die Stadt grünes Licht geben, so Schmidt. Aber da sei man auf einem guten Weg, denn die Verständigung mit der Stadt sei sehr gut.

Neben Gerd Schmidt wurde fast der gesamte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Dr. Johann Schneemeier ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins, Roland Idecke bleibt Schatzmeister. Einzig die Schriftführerin Peggy Herrle stand für die Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Gewählt wurde in diese Position Diane Heinrich. Als Beiräte fungieren Günter Großmann und Roland Materna. Ein eingespielter Vorstand, wie Gerd Schmidt versicherte.

Finanziell geht es dem Tierschutzverein sehr gut. Dem Darlehen in Höhe von rund 121000 Euro, das zum Renovieren und für den Umbau des geerbten Anwesens aufgenommen wurde, stehen Einlagen in Höhe von knapp 140000 Euro gegenüber. Die Gesamteinnahmen, die sich aus dem ideellen Vereinsbereich, der Vermögensverwaltung und den Zweckbetrieben zusammensetzen, beliefen sich im vergangenen Jahr auf 403000 Euro. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 391000 Euro gegenüber.

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