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Kreis Pfaffenhofen

15.01.2014

Tödlicher Jagdunfall: Zu viele im Boot?

Das tragische Unglück an Silvester bei Geisenfeld beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt gegen zwei Männer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Bild: Peter Ending, dpa (Symbolbild)

Das tragische Unglück an Silvester bei Geisenfeld beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt gegen zwei Männer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Der Bootsunfall bei der Entenjagd auf einem großen Weiher bei Geisenfeld dürfte ein juristisches Nachspiel haben. Ein 72 Jahre alter Jäger aus Reichertshofen und ein 33-jähriger Waidmann aus Geisenfeld sind damals ums Leben gekommen.

Leiche erst nach tagelanger Suche entdeckt

Drei Männer und zwei Frauen wollten mit einem Boot mit Außenbordmotor auf eine größere Insel in dem Gewässer, weil sie wussten, dass sich die Enten dorthin zurückziehen. Etwa 150 Meter vom Ufer entfernt kenterte das Boot plötzlich. Während sich der Bootsführer und die beiden Frauen retten konnten, ging der 33-Jährige erschöpft unter, nachdem er mehrere Minuten im Wasser geschwommen war. Allerdings nicht Richtung Ufer. In seiner Panik wollte der Mann eine Badeinsel erreichen, die viel weiter entfernt war als das rettende Land. Die Leiche des Mannes wurde erst nach einer tagelangen Suchaktion gefunden und von Polizeitauchern geborgen.

Der 72-Jährige ging ebenfalls unter, konnte aber aus dem Wasser gezogen und erfolgreich reanimiert werden. Der Mann starb allerdings Tage später im Krankenhaus.

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Weshalb das Boot gekentert ist, beschäftigte seither die Ermittler. Nun hat man erste Ergebnisse. Wie Ingolstadts Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Walter gestern auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, läuft inzwischen ein Verfahren gegen zwei Männer. Beide stehen unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Bei dem einen Mann handelt es sich um den Eigentümer des Gewässers, der auch der Besitzer des Bootes war. Der TÜV und die Wasserschutzpolizei haben das beschlagnahmte Wasserfahrzeug untersucht. Bereits jetzt kristallisiert sich laut Walter heraus, dass ein Boot dieser Bauart nicht geeignet gewesen sein dürfte, um fünf erwachsene Menschen aufzunehmen. Darüber hinaus laufen weitere Ermittlungen, was die allgemeine Tauglichkeit und den Zustand des Aluminiumbootes anbetrifft.

Hat der Steuermann einen Fehler gemacht?

Neben dem Bootseigentümer steht der 36-Jährige unter Verdacht, der gesteuert hat. Der Mann aus dem Raum Regensburg könnte unter Umständen einen verhängnisvollen Fehler gemacht haben, so Walter. Ob diese Erkenntnisse aus der Befragung der übrigen Beteiligten oder von Zeugen herrühren, sagte der Chefermittler nicht. Der Bootsführer ist ebenfalls Jäger. Der Mann ist seit dem Unfall psychisch schwer angeschlagen.

Wenn es zu einer Anklage und zu einer Verurteilung kommen sollte, drohen den Verdächtigen empfindliche Geldstrafen.

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