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Glaube

12.11.2019

Totengedenken am Ehrendenkmal in Sehensand

Im Namen der Stadt Neuburg legte Stadtrat Fritz Goschenhofer am Sehensander Ehrenmal einen Kranz nieder und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für den Frieden.
Foto: Klaus Benz

Veranstaltung findet traditionell eine Woche vor dem Volkstrauertag statt. Zwei leidenschaftliche Plädoyers

Um die vielen Terminüberschneidungen zu vermeiden, findet die Messe mit anschließendem Totengedenken in Sehensand traditionell eine Woche vor dem Volkstrauertag statt. Pfarrer Anton Tischinger machte diesen Anlass mit seinem profunden Wissen in der Predigt zu einem ergreifenden Ereignis.

Mit dem Einzug des Altardienstes mit den Fahnenabordnungen des Krieger- und Soldatenvereins, der FFW Feldkirchen und dem Schützenverein Enzian Sehensand begann ein Gottesdienst, der noch lange in den Köpfen und Herzen der Besucher zu finden sein dürfte. Die Sehensander Musikanten unter der Leitung von Helmut Lenz intonierten die bekannte Schubert-Messe.

Der Krankenhaus-Seelsorger Anton Tischinger erinnerte bei seiner Begrüßung und Einleitung daran, dass der Kriegsbeginn vor 80 Jahren unsägliches Leid über die Menschheit gebracht hat. Deshalb ist es wichtig, nicht zu vergessen, sondern zu erinnern und die Versöhnung – gerade mit Polen – an die erste Stelle zu setzen. Ein ganz aktuelles Thema, denn gerade ist „eine braune Horde wieder dabei, sich zusammenzurotten! Unsere Generation ist nicht schuld an diesen Kriegen, trotzdem bitten wir Gott für unsere Vorfahren um Erbarmen.“

Pfarrer Tischinger bereitete für den Gottesdienst eine tief gehende Zeremonie vor: Verschiedene Pfarreiangehörige lasen die Namen der gefallenen Sehensander Soldaten vor und Stadtrat Fritz Goschenhofer entzündete am Altar für jeden Gefallenen eine Kerze. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Kirchenbesucher vor dem Ehrenmal, um ein würdiges Totengedenken zu erleben.

Nach der Kranzniederlegung im Namen der Stadt Neuburg hielt Fritz Goschenhofer eine leidenschaftliche Ansprache: „Traditionell wollen wir heute wieder der Kriegsopfer des ersten und zweiten Weltkrieges gedenken, trauern und erinnern. Lassen sie uns dabei bitte nicht falsch erinnern und die Helden feiern, die dem Tod tapfer ins Auge geblickt haben. Lassen sie uns verstehen, wie wertvoll jeder Tropfen Blut ist und wie grausam und sinnlos jeder vergossene Tropfen auf irgendeinem Schlachtfeld dieser Erde war. Unsere Aufgabe ist es, dem Tod der Menschen von damals einen Sinn zu geben, indem wir erinnern, verstehen und handeln“, sagte Goschenhofer. Er warnte auch davor, den Nationalisten, Populisten und Extremisten zu folgen, die gerade in der heutigen Zeit mehr und mehr Einfluss gewinnen würden. „Folgt nicht denen, die nicht trauern. Hört nicht auf die, die den Frieden, für den schon so viel Blut vergossen worden ist, aktiv gefährden“, mahnte er. „Wir stehen heute auch hier, um an die vielen Millionen unschuldigen Kriegsopfer zu erinnern und um zu verstehen. Denn nur, wenn wir verstehen, was diesen zahlreichen Menschen das Leben nahm, können wir auch richtig erinnern. Und nur wer sich richtig erinnert, ist in der Lage, vernünftig zu handeln. Lassen sie uns gemeinsam nichts verdrängen. Lassen sie den Tod dieser Kriegsopfer nicht sinnlos werden“, schloss Goschenhofer. Nach einer Schweigeminute klang das Lied vom „Guten Kameraden“ weit über den Friedhof hinaus und die Böllerschüsse hallten durch die Nebelschwaden in die umliegende Natur. Zum Abschluss wurden noch die Bayernhymne und das Deutschland-Lied gesungen und die Menschen gingen sehr nachdenklich nach Hause.

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