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Weichering/Neuburg

12.09.2018

Trinkwasser verschmutzt: Lag‘s an Bayernoil-Explosion?

Die Druckwelle der Explosion in der Bayernoil-Raffinierie in Irsching könnte das Wasserwerk in Weichering beschädigt haben. Dadurch konnte Vogelkot in die Wasserkammer gelangen und das Trinkwasser auf diese Weise verunreinigt worden sein.
Bild: Bernhard Weizenegger

Mitarbeiter des Wasserwerks in Weichering glauben den Grund für die Verunreinigung des Trinkwasser gefunden zu haben. Zeitlich würde das perfekt passen.

Wassermeister Siegfried Hammer und Karl-Heinz-Förg vom Gesundheitsamt am Landratsamt in Neuburg glauben, den Grund für die Verunreinigung des Trinkwassers am Wasserwerk in Weichering gefunden zu haben. Auslöser für die Verschmutzung mit E-Coli-Bakterien soll ihrer Vermutung nach die Explosion im Bayernwerk in Irsching gewesen sein.

Nach dem großen Knall am 1. September waren zwei Tage später erste Verunreinigungen im Netz in Lichtenau nachgewiesen worden. „Da war in Karlskron noch gar nichts“, sagt Hammer. Am 5. September wurden dann auch E-Coli-Bakterien bei einer Routinebeprobung am Ausgang des Wasserwerks Weichering nachgewiesen. Das Wasserwerk Weichering wurde danach umgehend vom Netz genommen und die Versorgung auf das Wasserwerk Edelshausen umgestellt. Die verhängte Abkochanordnung für rund 3500 Haushalte in der Gemeinde Weichering sowie Teilen der Stadt Neuburg und der Gemeinden Karlshuld und Karlskron konnte nach der Umstellung auf das Wasserwerk Edelshausen am Montag aufgehoben werden.

Durch die Druckwelle könnte die Abdichtung zur Wasserkammer weggedrückt worden sein

Fieberhaft wurde in den vergangenen Tagen nach der Ursache für die Verunreinigung gesucht. Siegfried Hammer und seinen Mitstreitern fiel dabei an der hölzernen Außenfassade des Wasserwerks unter den Dachtaschen ein Loch auf, das ein Specht eingeklopft hat. Ob dann der Specht oder ein anderer Vogel hinter der Fassade ein Nest gebaut hat, kann der Wassermeister zwar nicht sagen. Das ist aber auch nicht entscheidend. Vielmehr entdeckte er einen Riss in der Abdeckung unter dem Nest, durch den Vogelkot in die Wasserkammer gelangte und für die Verunreinigung sorgte. „Und das alles passt vom zeitlichen Ablauf her perfekt zur Explosion auf dem Bayernoil-Gelände in Irsching“, sagt Hammer. Durch die Druckwelle, die auch noch in Weichering zu spüren war, wurde seiner Überzeugung nach unter dem Nest die Abdichtung zur Wasserkammer weggedrückt, wodurch der Kot nach unten gelangen konnte.

Der Schaden wurde mittlerweile behoben. Dennoch wird das Wasserwerk in Weichering nicht gleich wieder ans Netz gehen. Das soll erst nach einer Generalreinigung erfolgen. „Wir denken auch über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nach, um uns vor Überraschungen wie dieser in Zukunft schützen zu können“, sagt der Wassermeister. Dazu hole man sich auch die Meinung einer Fachfirma ein. Bevor aus dem Weicheringer Werk wieder Trinkwasser fließt, wird es natürlich beprobt, damit es wieder unbedenklich genossen werden kann.

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