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Landespolitik

16.10.2012

Ude setzt bei der Integration auf Al-Khatib

Der Neuburger Jurist Mahmoud Al-Khatib wird Integrationsexperte im Wahlkampfteam von SPD-Spitzenkandidat Christian Ude.

SPD-Spitzenkandidat holt den Neuburger Juristen für die Landtagswahl 2013 in sein Beraterteam

München/Neuburg Mahmoud Al-Khatib startet landespolitisch durch. SPD-Spitzenkandidat Christian Ude hat gestern in München den Neuburger als Integrationsexperten für sein Wahlkampfteam vorgestellt. Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass der 38-jährige Neuburger bei der Landtagswahl 2013 als Direktkandidat im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen gegen CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer antreten wird.

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Mit Al-Khatib haben sich die Genossen einen Mann mit einschlägiger Erfahrung ins Boot geholt. Der Rechtsanwalt kam 1978 mit seinen Eltern und sieben Geschwistern als Asylbewerber aus dem Libanon nach Deutschland. Acht Jahre lebte die Familie in der Gemeinschaftsunterkunft in Neuburg. Al-Khatibs Vita liest sich wie ein Musterbeispiel gelungener Integration: Nach Schulbesuch und Abitur am Descarts-Gymnasium studierte er Rechtswissenschaften in Regensburg, war danach als Anwalt in verschiedenen Kanzleien tätig und vor drei Jahren als Leiter der Sozialabteilung im Landratsamt in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Seit Mai 2012 ist er Personalchef an der Universität Regensburg.

„Ein Glücksfall für die SPD

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Christian Ude bezeichnete gestern Al-Khatib als echten Glücksfall für die SPD und hatte damit auch dessen sozialpolitisches Engagement vor Augen. In seiner Zeit in Neuburg hatte er einige Projekte angestoßen, die überregional Beachtung gefunden hatten wie die Einbürgerungsfeiern für ehemalige Migranten, die Sprachintensivklasse oder das prämierte Theaterstück „Verschieden sind wir nicht“. Mit solchen Themen wollen die Sozialdemokraten punkten.

„In erster Linie geht es darum, für die SPD im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen ein gutes Ergebnis einzufahren“, nennt Al-Khatib sein persönliches Wahlkampfziel und verteilt schon mal kleine Seitenhiebe an die Adresse der politischen Gegner. „Dabei kommt es nicht darauf an, ob jemand Ministerpräsident ist oder Sängerin, sondern was der Kandidat für den Landkreis bringt.“ Dabei steht noch gar nicht fest, ob Claudia Jung für die Freien Wähler antritt. Er sei auch Realist genug, sagt Al-Khatib, dass es sehr schwer werde, gegen „das Kaliber“ Seehofer zu bestehen. „Christian Ude setzt auf mich und ich werde mit vollem Engagement und mit Herzblut in den Wahlkampf gehen, unabhängig vom Listenplatz oder Bekanntheitsgrad. Das spielt keine Rolle.“

Die Nähe zur Sozialdemokratie begründet Al-Khatib in seiner Familiengeschichte. „Die SPD war maßgeblich daran beteiligt, dass meine Familie in Deutschland bleiben konnte. Wir haben ihr viel zu verdanken. Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wie die Behörden mit Asylbewerbern verfahren.“ Die Landespolitik sei erst vor einigen Monaten, nach intensivem Meinungsaustausch mit SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen, in sein Blickfeld gerückt. „Sie war beeindruckt von meiner Vita und Authentizität und den Leistungen auf lokaler Ebene.“

Überzeugt von der Personalie ist auch SPD-Kreisvorsitzende Astrid Welter-Herzberger: „Er bringt positive Signale und Eigenschaften mit, deshalb haben wir ihn auf den Schild gehoben.“ Al-Khatib sei jung und werde, unabhängig vom Ausgang der Landtagswahlen, auch danach bei der Kreis-SPD eine Rolle spielen. „Er bringt eine Menge Qualifikationen mit, wirtschaft-, integrations- und asylpolitisch. Und er ist ein Neuburger. Also genau der richtige Mann für uns.“

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