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Schrobenhausen

09.07.2018

Umstrittene Spargel-Skulptur in Schrobenhausen

Dieser Marmor-Spargel ziert bald Schrobenhausens Innenstadt.
Bild: Stadt SOB/Torge

In Schrobenhausen wird eine Stele aufgestellt, die aussieht wie ein Penis und damit für Diskussionen sorgt. Wofür sie eigentlich steht.

Der Spargel gilt aufgrund seiner Form ohnehin schon als Phallus-Symbol. Wenn seine Spitze dann auch noch nackte Frauen zieren, dürften die Assoziationen, die er bei den meisten Menschen hervorruft, eindeutig sein. Ein Künstler in Schrobenhausen hat eine solche Skulptur geschaffen. Und nun haben die Mitglieder des dortigen Bauausschusses beschlossen, dass das Kunstwerk in der Schrobenhausener Innenstadt aufgestellt werden soll.

Schrobenhausens Bürgermeister Karlheinz Stephan steht hinter der Spargel-Skulptur

Die Stele aus weißem Carrara-Marmor ist 1,60 Meter hoch und steht derzeit im Garten des Bildhauers Karl-Heinz Torge, der diesem zugleich als Ausstellungsgelände dient. Die Spargel-Skulptur war also keine Auftragsarbeit. Kulturreferent Klaus Englert soll sie per Zufall bei einem Spaziergang entdeckt haben, erzählt Bürgermeister Karlheinz Stephan. Englert hatte die Idee, so Stephan, das Kunstwerk anlässlich der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags mit Schwetzingen aufzustellen. „Der Spargel ist das verbindende Glied zwischen den Städten.“ Natürlich habe man im Ausschuss konträr diskutiert, doch letztendlich sei die Aufstellung des Kunstwerks mehrheitlich abgesegnet worden. Die Entscheidung habe schon diverse Reaktionen hervorgerufen, gibt der Schrobenhausener Bürgermeister zu. „Aber wenn Sie meine persönliche Meinung wissen wollen: Ja, es ist mutig, aber ich stehe dazu!“ Über Kunst lasse sich bekanntlich streiten, fügt Stephan noch hinzu.

Der Spargel gilt als Phallus-Symbol

Der Künstler, der die Stele bereits vor mehreren Jahren und bloß für sich selbst angefertigt hatte, erklärt ihren Hintergrund so: „Viele glauben ja, dass Spargel die Potenz steigert. Das ist zwar Unsinn. Aber er galt schon in der Antike als männliches Symbol. Die Frauen sind das weibliche Gegenstück dazu. Einfach die Knospenblätter in die Spargelspitze einzuarbeiten, war mir zu fad. Das soll nichts Sexistisches oder Pornografisches sein.“ Zu den Frauenfiguren inspiriert haben Torge die Venus von Willendorf und andere Fruchtbarkeitsidole aus der Steinzeit und der Antike.

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In den kommenden Wochen soll der Marmor-Spargel sein neues Zuhause vor einer Eisdiele nahe des Stadtzentrums finden. Spätestens Mitte September muss er stehen. Denn dann kommt die Delegation aus Schwetzingen für die Zweitunterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags. Die Erstunterzeichnung fand bereits im Frühjahr in Schwetzingen statt. Anschaffung und Aufstellung der Skulptur werden laut Stephan rund 15000 Euro kosten.

In Neuburg diskutierten die Kreisräte über „Kunst am Bau“ beim Neubau der Realschule

Um Kunst ging es auch in der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses des Kreistags. Hier ging es jedoch um „Kunst am Bau“ bei staatlichen Hochbauprojekten. Die Diskussion der Kreisräte drehte sich um den Neubau der Paul-Winter-Realschule. Inwieweit – und vor allem für wie viel Geld – die neue Realschule allerdings mit „Kunst am Bau“ aufgewertet werden soll, darüber haben die Räte noch keine finale Entscheidung getroffen. Nun sollen die Verwaltung sowie die beiden Künstler Viktor Scheck und Stefan Wanzl-Lawrence gemeinsam mit der Schule erst einmal Vorschläge ausarbeiten und diese dann vorstellen. Wie auf der Internetseite des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung nachzulesen ist, ist „Kunst am Bau“ integrales Element der Baukultur in Deutschland und Teil der Bauherrenaufgabe des Bundes. „Kunst am Bau“ ist allgemein zugänglich und dauerhaft präsent. Sie muss bestimmten Kriterien genügen: Erwartet wird ein eigenständiger künstlerischer Beitrag zur Bauaufgabe, der einen Bezug zur Architektur oder zur Funktion des Bauwerks herstellt und durch künstlerische Qualität und Aussagekraft beeindruckt. Die Kosten für Kunst am Bau werden aus dem Bautitel bestritten. Bei großen Baumaßnahmen werden 0,5 Prozent, bei kleineren bis zu 1,5 Prozent der Bauwerkskosten für „Kunst am Bau“ eingesetzt.

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