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Sommerkonzerte

18.07.2017

Und Bach kommt zum Schluss

Unter dem Titel „Zeit und Ewigkeit“ präsentierten die Audi Jugendchorakademie und Simone Rubino Werke aus dem Barock bis in die Gegenwart.
Bild: Audi AG

Der Auftritt der Audi Jugendchorakademie wird zu einem echten Leckerbissen. Das hat mehrere Gründe

Strahlende Stimmen, ausgezeichnete Instrumentalisten, ein Schlagwerker der absoluten Spitzenklasse: Das Konzert der Audi Jugendchorakademie bot einen echten Leckerbissen im Reigen der Sommerkonzerte.

Umrahmt von zwei wunderbar intonierten Bach-Motetten erklang ein Programm um „Zeit und Ewigkeit“ mit modernen Kompositionen, deren jede einzelne alle Aufmerksamkeit wert war, abwechslungsreich, mitreißend, nachdenklich und beseelt. Nicht zuletzt die Uraufführung „… wie die Zeit vergeht …“ des Neuburgers Tobias PM Schneid gab dem Abend Tiefe.

„Lobe den Herren“ zu Beginn des Abends ertönte in blitzsauber ineinander greifender Stimmführung, trennscharfer Artikulation, ausgewogener Balance und ideal dosierter Dynamik. Katerina Giannitsiaoti am Cello, Walter Rumer an der Violone und Georg Staudacher an der Truhenorgel sorgten für einen sensitiv stabilen Generalbass, während die jungen Stimmen des Chores das Gotteslob zum Himmel hoben. In „O nata Lux“ des Allgäuers Wolfram Buchenberg erzeugten mit dem Bogen gestrichene Metallplatten des Vibraphons einen fast unwirklich schwirrenden Klang, dessen oszillierende Vielschichtigkeit der Chor in beeindruckender Stimmkultur aufnahm.

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Das Schlagzeug Simone Rubinos trat dreimal solo in Erscheinung an diesem denkwürdigen Abend: Alexej Gerassimez „Asventuras“ zeigte in variabler Rhythmik das breite Klangspektrum einer Snare Drum auf: Von wegen nur Marsch und Gleichschritt! Casey Cangelosis „Bad Touch“ stellte höchste Ansprüche an den Drummer als Performer einer Toncollage: zu hören Stimmen, Rhythmen und Geräusche, zu sehen dagegen in perfekter Koordination nur zwei Hände und ein rot leuchtender Trommelstock. Jannis Xenakis „Rebonds“ für Schlagwerk solo schließlich variierte einen gegebenen Grundrhythmus in unerdenklich vielen Möglichkeiten. Fast unwirklich dann das Zusammenspiel der Marimba mit dem im Raum verteilten Chor bei Knut Nystedts „Immortal Bach“.

Ein Höhepunkt des Konzerts war die Uraufführung der Schneid Komposition: Wie Bratsche – erstklassig Kelvin Hawthorne – und Schlagzeug vor dem Hintergrund des Chorgesangs um Resignation und Bewegung, Zagen und Hoffen, sanftes Vertrauen und die Unerbittlichkeit des Endlichen rangen mit offener Antwort, das konnte nur zutiefst beeindrucken. Und Bach zum Schluss: „Komm, Jesu komm!“

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