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Neuburg-Schrobenhausen

07.07.2020

Unfälle im Landkreis: Bislang 40 Prozent weniger Schwerverletzte

Heuer gab es im ersten Halbjahr so wenig schwere Verkehrsunfälle wie seit langem nicht mehr. Dieser Überschlag auf der Straße nach Neuburg-Bergen ging noch glimpflich aus.
Bild: Winfried Rein

Plus Im ersten Halbjahr des Jahres gab es im Landkreis deutlich weniger Unfälle wegen des  Lockdowns. Dafür wurden schon über 500 Kollisionen mit Wildtieren gezählt.

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist in diesem Jahr bisher rückläufig. Das kommt nicht unerwartet, denn in Zeiten des „Lockdowns“ besonders in den Monaten März, April und Mai ist deutlich weniger auf den Straßen gefahren worden. Dennoch ist die Wucht des Rückgangs überraschend und erfreulich zugleich.

So verzeichnete die Polizei im Landkreis im ersten Halbjahr 2020 rund 40 Prozent weniger Schwerverletzte bei Unfällen. Die Inspektion Neuburg musste keinen einzigen tödlichen Unfall aufnehmen, die Schrobenhausener Kollegen einen. Die Kollisionen mit Sachschaden gingen um 26 Prozent zurück, die Gesamtzahl aller Unfälle pendelt sich bei knapp 1000 ein.

In Schrobenhausen gab es seit zwei Jahren keinen tödlichen Unfall mehr

Diese Entspannung würde Polizeihauptkommissar Franz Sailer gerne in den weiteren Jahresverlauf „mitnehmen“. Der Verkehrsexperte der Neuburger Polizei weiß aber auch, dass sich mit einer schwarzen Serie das Blatt schnell wieder wenden kann. Schrobenhausen hatte bisher zweimal „die Null gehalten“, wie Polizeichef Klaus Rewitzer sagt. Das heißt, es waren zwei Jahre ohne tödlichen Verkehrsunfall.

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Die Rückgänge 2020 entsprechen der Entwicklung in ganz Deutschland. Die Fahrfrequenz in den ersten Corona-Monaten sank drastisch und damit auch das Unfallgeschehen. Außerdem sind schon seit langem nicht mehr so wenige Neuwagen zugelassen worden wie in diesem ersten Halbjahr. Ausgesprochene Unfallschwerpunkte sorgen Polizei und Kommunen derzeit nicht. An der Einmündung der St.-Andreas-Straße in die Südumgehung hat es kürzlich gekracht, weil eine Autofahrerin trotz Verbots in die gesperrte südliche Straße einbiegen wollte. Grundsätzlich habe sich die „Abhängung“ dieser Straße bewährt und zur Beruhigung geführt, so die Polizei.

Dieses Jahr gab es schon schwere Unfälle mit E-Bikes

Der steile Anstieg der Wildunfälle hält weiter an. Heuer gab es bereits 560 gemeldete Kollisionen und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir werden zum Jahresende deutlich über 1000 Wildunfälle haben“, vermutet Verkehrsreferent Franz Sailer. Polizeibeamte besichtigen den Schaden jedes gemeldeten Unfalls, dieses Testat verlangen die Kasko-Versicherungen. Der Trend zum Radfahren verstärkt sich deutlich, Händler verkaufen zusehends mehr E-Bikes und Pedelecs. Leider nehmen gleichzeitig auch die Fahrradunfälle zu. Die Neuburger Polizei nahm dieses Jahr schon Zusammenstöße zweier Radler und schwere Stürze mit elektroangetriebenen Rädern auf. Der verschärfte Bußgeldkatalog seit 1. April machte sich auch bei der Polizeiinspektion Neuburg mit einem Anstieg der abgegebenen Führerscheine bemerkbar.

Mittlerweile haben 14 von 16 Bundesländer, darunter auch Bayern, die Neuregelung wegen eines rechtlichen Formfehlers ausgesetzt. Einen Monat Fahrverbot bei 21 km/h Tempoüberschreitung innerorts und 26 km/h außerorts hält auch Polizeihauptkommissar Franz Sailer für zu streng. Er befürwortet eine leichte Senkung der bisherigen Werte 30 und 40 km/h oder eine Staffelung, die ein Fahrverbot beim zweiten Geschwindigkeitsverstoß mit sich bringt.

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