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Eichstätt

18.07.2012

„Ungeheuerlicher Vorfall“

Der Campus der KU Eichstätt. In der Missbrauchs-Affäre hat nun der Bischof interveniert.
Bild: KU

In der Missbrauchs-Affäre interveniert der Bischof. Die Universität Eichstätt prüft die Zulassungsvoraussetzungen für Studenten Von Stefan Küpper

Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, hat von der religionspädagogischen Fakultät der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt eine Stellungnahme verlangt. Der Vorfall sei „ungeheuerlich“ und verstoße massiv gegen Vorgaben und Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz.

Es geht um den Fall einer Uni-Dozentin, die einen straffälligen Studenten unterstützt hatte. Am Dienstag hatte die KU zunächst die Dozentin von ihren Aufgaben als Praxisbegleiterin für angehende Religionspädagogen entbunden. Sie hatte sich für einen vergangene Woche vom Landgericht Würzburg wegen 20-fachen Kindesmissbrauchs zu vier Jahren Haft verurteilten Studenten engagiert. Der ehrenamtliche Mesner aus dem Landkreis Kitzingen hatte sich an einem früheren Messdiener vergangen.

Die Dozentin hatte ihrem Studenten in einem Schreiben, das den Briefkopf der Universität trug, die Möglichkeit in Aussicht gestellt, das Studium auch nach einem Urteil fortzusetzen. Außerdem empfahl sie ihn für ein Praktikum. Sie war weiterhin für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Dekan der Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit, Prof. Markus Eham, sagte gestern, er habe nichts von dem Brief seiner Dozentin gewusst. Von den Taten des Studenten habe er im Dezember 2011 gehört „Die ersten Andeutungen in dieser Richtung kamen da vom Studenten selbst. Er hat sich verschiedenen Kollegen in unterschiedlicher Präzision und dann auch mir gegenüber geäußert. Ich habe unmittelbar die Hochschulleitung informiert.“ Diese verständigte das Bistum.

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Rechtlich sei klar gewesen, dass eine Exmatrikulation erst nach einem rechtskräftigen Urteil mit einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr möglich sei. Die Fachstudienberatung habe ihm aber dringend geraten, das Fach zu wechseln. Der Student sei dazu nicht bereit gewesen. Eham: „Unsere interne Vereinbarung war danach, dass er das Studium nur bis zum Vordiplom in diesem Sommersemester fortsetzen kann. Für die Kirche war seit Dezember klar, dass ein Einsatz des Studenten im Bistum nicht mehr in Frage gekommen sei.

Die Uni prüft nach dem Vorfall nun generell die Zulassungsvoraussetzungen für ihre Studenten. 

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