Newsticker

RKI meldet 18.633 Neuinfektionen und 410 weitere Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Unstimmigkeiten zwischen Scherm und Audi

Karlskron/Ingolstadt

16.11.2018

Unstimmigkeiten zwischen Scherm und Audi

In den Vorwürfen von Scherm gegen Audi geht es um Dienstleistungen im Güterverkehrszentrum in Ingolstadt.
Bild: Stadt Ingolstadt/Schalles

Der Scherm-Betriebsrat wirft dem Automobilbauer vor, sich von Zulieferern mit Tarifbindung trennen zu wollen. Dem widerspricht Audi allerdings.

Der Betriebsrat des Audi-Zulieferers Scherm in Karlskron äußerte am Donnerstag eine Vermutung, wonach ein Millionen-Vertrag mit Audi nicht verlängert werde und 120 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten. Grund sei, dass sich Audi zunehmend nach Zulieferern ohne Tarifbindung umsehe und das Güterverkehrszentrum infolgedessen zu einer „Billiglohnzone“ verkomme. Der Nachricht, die der Bayerische Rundfunk vermeldete, widerspricht Audi allerdings.

Wie es in der BR-Meldung heißt, mutmaßt der Scherm-Betriebsrat, dass der Grund für den drohenden Auftragsverlust in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags in der anstehenden Tarifbindung des Zulieferers liegt. Denn dadurch würden die Löhne der 800 Scherm-Mitarbeiter je nach Eingruppierung um 30 bis 50 Prozent auf das Entgeldniveau der Metall- und Elektroindustrie und damit fast auf Audi-Niveau steigen. Ein günstigerer Mitbewerber würde dagegen nicht der Tarifbindung unterliegen, wird Scherm-Betriebsrats-Chef Lothar Klaritsch zitiert.

Erst im September hat Audi einen Auftrag an Scherm vergeben

Während am Freitag bei Scherm niemand für eine Stellungnahme zu erreichen war, zeigte sich Audi erstaunt über die Äußerungen des Scherm-Betriebsrats. Die Aussagen seien nicht nachvollziehbar, teilte eine Unternehmenssprecherin mit, denn Audi habe erst im September einen Auftrag im dreistelligen Millionenbereich an die Firma Scherm im Güterverkehrszentrum Ingolstadt (GVZ) vergeben, der rund 400 Arbeitsplätze für vier Jahre sichere. Darüber hinaus habe Audi dieses Jahr Preiserhöhungen der Firma Scherm für Dienstleistungen im GVZ zugestimmt, die im Zusammenhang mit der Einführung des IG-Metall-Tarifvertrags standen.

Bis Freitagabend konnte Audi nicht sagen, um welchen konkreten Vertrag zwischen Audi und Scherm es sich in der Aussage des Betriebsrats überhaupt handelt. Die Vermutungen würden aber nahelegen, so die Unternehmenssprecherin weiter, dass es sich um einen Rahmenvertrag handelt, der seitens des Zulieferers gekündigt worden sei, weil dieser mit den Vertragsbedingungen nicht mehr einverstanden gewesen sei. Aufgrund dieser Kündigung habe Audi die Aufträge neu ausgeschrieben – mit dem Ergebnis, dass aller Voraussicht nach nun ein neuer Vertrag mit zwei anderen Wettbewerbern im GVZ abgeschlossen wird, die jedoch ebenfalls einen IG-Metall-Haustarifvertrag haben. Die Arbeitsplätze blieben also zu den Konditionen eines IG-Metall-Haustarifvertrags im GVZ erhalten. Damit widerspricht der Autokonzern den Vorwürfen, zunehmend mit Zulieferern ohne Tarifbindung zusammenarbeiten zu wollen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren