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Bauausschuss

01.12.2017

Unter Heinrichsheimer Boden

In Heinrichsheim-Mitte soll mit mehr als 30 Parzellen eines der größten Neubaugebiete der Stadt entstehen. Doch dafür muss auch das Landesamt für Denkmalpflege mitspielen. Die Behörde vermutet frühgeschichtliche Funde unter den Heinrichsheimer Äckern.
Bild: Bastian Sünkel (Archivbild)

Im Eiltempo bringen die Stadträte am Dienstagabend diverse Bauvorhaben auf den Weg. In Heinrichsheim fordert der Denkmalschutz eine archäologische Großuntersuchung

Wer soll da noch den Überblick behalten? Im Eilverfahren hat der Bauausschuss am Mittwochabend eine ganze Reihe von Baugebieten und -vorhaben durch die Sitzung gejagt. Wasser- und Denkmalschutz, Landes- und Kommunalbehörden haben in einem Feuerwerk unverständlichen Behördenjargons ihren Beitrag geleistet, damit beim Baubeginn keine bösen Überraschungen passieren. Es ging um Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung. Um breitflächige Versickerungsgebote. Um Haftungsausschlusserklärungen. Nichts verstanden? Nicht schlimm. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Das Bauamt ist ausgelastet, die Aufstellung des Bauplans für die Elias-Holl-Schanze zieht sich bis in das Jahr 2019. Deshalb hat der Ausschuss die Veränderungssperre für den rückwärtigen Bereich bis 17. August 2019 verlängert. Einzelnen Bauprojekten kann der Ausschuss dennoch zustimmen oder sie ablehnen.

Im Süden der Straße „Am Gromet“ wird mit einer fünf Meter breiten Straße ein Grundstück erschlossen und die Straße „Böhmerwaldsiedlung“ angebunden.

Eine ganze Reihe von Behörden haben ihre Stellungnahme zum geplanten Neubaugebiet in Heinrichsheim eingereicht. Die Naturschutzbehörde fordert Ausgleichsflächen, die Immissionsschutzbehörde Luftwärmepumpen, die nicht lauter als 50 Dezibel sind. Verschnupft reagiert Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU) auf die Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege. Das Amt fordert eine „archäologische Gesamtuntersuchung“ noch bevor das Baugebiet in Parzellen unterteilt wird. 70 Meter entfernt ist in den Unterlagen der Denkmalpfleger eine vorgeschichtliche Siedlung eingezeichnet, die Bauplätze liegen in einem sogenannten „Vermutungsgebiet“. „Wo ist bitte kein Vermutungsgebiet?“, kontert OB Gmehling auf das Schreiben. Zudem räumte der Ausschuss die Bedenken eines Landwirts aus. Die Höhe des Baugebiets wird angeglichen, das „natürliche Geländeniveau“ am Ortsrand erreicht, verspricht die Bauverwaltung. Der Stadtrat nickt diese und alle anderen Stellungnahmen einstimmig ab.

Ein Anwohner in der Straße „Am Geißgarten“ befürchtet, wenn die Strecke zwischen den „Buchdruckerwiesen“ und seiner Straße erschlossen wird, dass sich eine „Raserstrecke“ zwischen Monheimer und Ingolstädter Straße entwickeln könnte. Die Verwaltung glaubt nicht an die Gefahr. Die Straße werde als Tempo-30-Zone beschildert und mit „geschwindigkeitsreduzierenden Details“ versehen.

Die Firma Anumar plant südlich der Bahnlinie zwischen Kolachenweg und Rödenhof einen zweiten „Solarpark Neuburg-Ost“. Das Landwirtschaftsamt (AELF) fordert von den Betreibern, eine Haftungsausschlusserklärung zu unterzeichen. Das heißt: Sollten Schäden an den Fotovoltaikmodulen wegen der benachbarten Feldarbeit unterlaufen, müssen die Landwirte nicht dafür aufkommen.

Der Ausschuss hat die Bestimmungen für Dächer gelockert. Solange sie geziegelt sind, sind in Neu-Zell Sattel- und Walmdächer sowie Zeltdächer im Toscanahausstil mit einer Neigung von mindestens 15 Grad erlaubt.

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