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Neuburg/Karlskron

28.06.2019

Unterstützung aus München für Bauprojekte im Landkreis

Verkehrsminister Hans Reichhart (2. v. r.) im Gespräch auf dem Lassignsy-Gelände.
Bild: Claudia Stegmann

Plus Verkehrsminister Hans Reichhart informiert sich über den Hochschulcampus in Neuburg, die zweite Donaubrücke und die Ortsumfahrung von Karlskron. Welche Nachrichten er im Gepäck hatte.

Wenn man weiß, worüber man redet, dann tut man sich leichter. Diesen Gedanken hatte Landtagsabgeordneter Matthias Enghuber im Sinn, als er für den gestrigen Freitag Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart in seinen Stimmkreis eingeladen hat. Dort machte er sich ein Bild von jenen Großprojekten, die im Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr entschieden oder zumindest bearbeitet werden. Dazu gehören der geplante Campus in Neuburg, die zweite Donaubrücke sowie die Ortsumfahrung von Karlskron. Zumindest was den Campus anbelangt, hatte Reichhart eine gute Nachricht für die Beteiligten im Gepäck.

THI-Campus: Es ist nach den Worten von Matthias Enghuber „eines der größten und wichtigsten“ Projekte in Neuburg, das weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlt: die Außenstelle der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) auf dem ehemaligen Lassigny-Kaserne. 2021 soll der Betrieb starten, doch zuletzt gab es Verzögerungen bei den Grundstücksverhandlungen. Denn das gesamte Areal teilen sich vier Eigentümer: Ein Teil gehört dem Landkreis, einer der Stadt Neuburg, einer dem Freistaat Bayern und einer dem Bund. Bei der Bewertung der Grundstücke erwiesen sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (die den Bund vertritt) und die Immobilien Freistaat Bayern allerdings als zähe Verhandlungspartner. Der Prozess stockte, was bei all jenen, die den Campus so schnell wie möglich umsetzen wollen, auf Unverständnis stieß. Denn solange die Grundstücksangelegenheiten nicht geregelt sind, kann auch der Architektenwettbewerb zur Überplanung des Geländes nicht in Auftrag gegeben werden. „Doch wir müssen den Architektenwettbewerb jetzt starten, wenn der Campus 2021 starten soll“, machte THI-Präsident Walter Schober Druck.

Der Staatsminister sicherte seine Unterstützung beim THI-Campus zu

Staatsminister Hans Reichhart konnte insofern gute Nachrichten übermitteln, als dass mittlerweile die Wertgutachten vorliegen und in der zweiten Juliwoche besprochen werden sollen. „Was die Grundstücke anbelangt, sind wir auf einem guten Weg“, sagte er. Er gehe davon aus, dass in einigen Wochen alle Grundstücksfragen geklärt seien. Der Zeitplan sieht im Augenblick vor, dass die ersten Vorlesungen und Seminare 2021 stattfinden – und zwar in Containern. 300 bis 400 Studenten, schätzt Schober, könnten während der Interimsphase aufgenommen werden. Bis der Campus fertig bebaut ist, dauert es mindestens bis 2024. In einer ersten Stufe sollen dann 1200 Studenten nach Neuburg kommen, in der zweiten Stufe (bis 2033) weitere 800. An der Hochschule sind 115 Stellen für insgesamt sechs Bachelor- und sechs Masterstudiengänge geplant. Aufgebaut wird die Fakultät „Nachhaltige Infrastruktur“ mit den Studienfeldern Bau, Energie und Umwelt. Der erste Studiengang soll voraussichtlich Bauingenieurwesen sein.

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Zweite Donaubrücke: EI, A, KF – die Autos, die bei einem schnellen Blick auf den Verkehr am Freitagvormittag über die Elisenbrücke rollten, machten die Bedeutung der einzigen Donauquerung in Neuburg deutlich. Neuburg braucht eine zweite Donaubrücke, waren sich Matthias Enghuber und Bernhard Gmehling einig. Rund 60 Millionen Euro würde sie kosten, wobei 80 bis 85 Prozent in jedem Fall der Freistaat finanzieren würde. Ob der Rest bei der Stadt Neuburg hängen bleibt oder ebenfalls vom Staat übernommen wird, hängt im Wesentlichen davon ab, wie die Bedeutung der Ortsumfahrung eingestuft wird. Und da waren sich alle Gesprächspartner einig: Hier geht es nicht nur um eine Stadtumfahrung, sondern auch um die Umleitung von überörtlichem Verkehr. Ob der Staat diese Aufgabe übernimmt, konnte Minister Reichhart allerdings nicht versprechen. Dies hänge davon ab, nach welchen Kriterien der Verkehrswegeplan fortgeschrieben werde. Die Aktualisierung hat bereits begonnen und wird wohl zwei bis drei Jahre dauern.

Ob der Staat den Bau und die Finanzierung der zweiten Donaubrücke komplett übernimmt, konnte der Staatsminister nicht versprechen – wenngleich er davon überzeugt war, dass die Umfahrung von überörtlicher Bedeutung ist.
Bild: Claudia Stegmann

Ortsumfahrung Karlskron und Pobenhausen: Dritte Station von Hans Reichhart an diesem Vormittag im nördlichen Landkreis war schließlich der Kalvarienberg bei Pobenhausen. Von dieser Warte hoch über dem Donaumoos hat man einen besonders informativen Blick über die Gemeindeflur. Karlskrons Bürgermeister Stefan Kumpf nutzte die Gelegenheit im Beisein von Parteikollegen Matthias Enghuber, Landrats-Vize Alois Rauscher und dem Leiter des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt, Stephan Blauth, dem Minister die Notwendigkeit einer Ortsumgehung und die Probleme bei der Umsetzung zu erläutern. Da die Trasse abseits von Siedlungen neben der Paartalbahnlinie Richtung B16 verlaufen soll, hat sich der Gemeinderat im Frühjahr aus einem ganzen Strauß für die Variante 3c, die Staatsstraße 2044 neu, entschieden. Sie führt von Westen kommend nördlich um Pobenhausen herum in Richtung Bahnlinie Augsburg – Ingolstadt, verläuft dann ein kurzes Stück parallel zum Bahndamm, um schließlich nördlich des Weilers Deubling in einem Bogen in die B16 einzuschwenken. Vom Freistaat ist für das Projekt eine Förderung in Höhe von 85 Prozent zugesagt, wenn die Gemeinde die Straße in kommunaler Sonderbaulast selbst in die Hand nimmt. Man bekomme sie nie vom Staat gebaut, weiß der Bürgermeister.

Straßenbauprojekt in Karlskron soll kein unrealistischer Traum bleiben

„Das Geld ist da, aber es gibt in Bayern so viele Straßenbauprojekte, da würden wir einem Traum hinterherlaufen. Es funktioniert nur, wenn wir die Planung übernehmen.“ Die Verwaltung werde deshalb als Nächstes den Grunderwerbsplan und die Kostenschätzung ausarbeiten. Probleme, so Stefan Kumpf weiter, bereite der Verlauf der Gemeindegrenzen. Drei mal springt die Trasse zwischen Karlskroner und Ingolstädter Flur hin und her. „Es macht keinen Sinn, nur auf Karlskroner Flur zu bleiben, weil es sich um eine überregionale Anbindung von Schrobenhausen nach Ingolstadt handelt“, betonte Matthias Enghuber.

Bürgermeister Stefan Kumpf erläuterte Daniel Gipser und Leiter Stephan Blauth vom Bauamt, dem Minister und seinen Begleitern (v.r.) den Verlauf der Umfahrung von Karlskron.
Bild: Norbert Eibel

Vor allem aus Winden fürchtet man in Karlskron Widerstand. Dabei liegen die Bahnlinie Augsburg – Ingolstadt und mindestens 700 Meter zwischen dem Ingolstädter Stadtteil und der geplanten Umfahrung. „Über die Notwendigkeit der Umgehung für Karlskron muss man nicht reden“, stellte Hans Reichhart fest. „Das macht Sinn, weil es positiv in die Struktur hier passt.“ Voraussetzung für ein Gelingen sei, dass die Nachbarkommunen kooperierten und „wichtig für die Planung ist, naturschutzfachliche Belange sauber abzuarbeiten.“ Für Karlskron sei das Projekt am Ende trotzdem ein Kraftakt, meinte der Bürgermeister. Er schätzt den Gemeindeanteil, der zu stemmen ist, am Ende auf fünf Millionen Euro. Deshalb stellte Alois Rauscher für den Landkreis in Aussicht, dass man nach dem Tausch der Straßen mit dem Bauamt die dann herabgestufte alte Staatsstraße durch Pobenhausen als Kreisstraße übernehmen könnte.

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