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Wohltätigkeit in Neuburg

31.07.2020

Upcycling in Neuburg: Sie näht Taschen für den guten Zweck

Aus Bannern des Modehauses Bullinger und aus Krawatten ihres Mannes näht Elfriede Müller Taschen und kleine Kulturbeutel.
Bild: Elisa Glöckner

Plus Elfriede Müller benutzt alte Werbebanner, um daraus Taschen zu nähen. Den Erlös aus den selbst gemachten Unikaten spendet die Neuburgerin an den BRK-Kreisverband. Wie kam sie auf die Idee?

Angefangen hat es schlicht, mit einem Exemplar fürs Baden. Die Tasche sollte funktional sein, genug Platz haben für Handtücher, einen Badeanzug oder die Badehose. Im Inneren versteckte sie einen kleinen Beutel, mit Stauraum zum Beispiel für den Autoschlüssel, einen Lippenstift, die Atemschutzmaske. Dann entwickelte Elfriede Müller ihr Sortiment weiter, stattete ihre Taschen mit Karabinern und mit Reißverschlüssen aus, entwickelte Kulturbeutel aus den Krawatten ihres Mannes, in Rot, Blau, Weiß oder Grün, bunt, mit Motiven, in allen Farben. Ihre Unikate verkauft die ehemalige CSU-Stadträtin seitdem an jeden, der sie möchte – und helfen will. Denn ihre Aktion fließt in den guten Zweck.

Die Textilien dbekommt Elfriede Müller von einem Neuburger Unternehmen

Die Textilien dafür bekommt Elfriede Müller von einem Neuburger Unternehmen: Das Modehaus Bullinger stellt ihr die Fahnen und Banner der Kleidungsmarken zur Verfügung, die es nicht mehr benötigt. „Sie sind auf mich zugekommen“, erzählt sie, um ihr die Stoffe anzubieten. „Ich finde es wahnsinnig toll, dass die Firma Bullinger sie nicht wegschmeißt, sondern ich sie upcyceln kann.“ Dabei verarbeitet sie alles, jeden Fetzen, jedes Stück: „Da bleibt nichts übrig.“

Aus alt macht Elfriede Müller neu. Und darin hat sie inzwischen Routine. Sobald die Stoffteile zugeschnitten sind, braucht sie für eine Tasche in der Standard-Ausführung gerade einmal 30 Minuten, eine halbe Stunde also. „Das geht ratzfatz, wenn man ein bisschen Übung hat.“ Wie sich die Neuburgerin erinnert, habe sie schon immer genäht. „Ich war bei Ordensschwestern auf der Schule“, sagt sie. „Dort durften wir uns schon damals einen engen Rock nähen.“ Das erste, das sich Elfriede Müller von ihrem selbst verdienten Geld gekauft hat? Eine Nähmaschine, natürlich. Es sei einfach ihr Hobby, früher wie heute.

Upcycling in Neuburg: Sie näht Taschen für den guten Zweck

30 ihrer upgecycelten Taschen hat sie bisher gefertigt. Viele davon sind bereits weg. Die Nachfrage sei vor allem groß gewesen, nachdem sie ihre Werke in ihrem Whatsapp-Status gepostet hatte. Elfriede Müller verkauft sie für zehn Euro pro Exemplar, die sie an den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes spendet. Als stellvertretende Kreisvorsitzende, gesteht sie, lag der Zweck nahe.

Investiert wird der Erlös unter anderem in jene Menschen, die den BRK-Kreisverband bei seinen Blutspendeaktionen unterstützt haben und es nach wie vor tun. Ein Teil fließt auch in das Mehrgenerationenhaus, das gegenüber dem Seniorenheim am Schwalbanger entstehen soll. „Da nützt uns jeder Pfennig“, bekräftigt sie.

Taschen für den guten Zweck: Woher stammt die Inspiration?

Hier – beim BRK – ließ sich die ehemalige Stadtpolitikerin übrigens auch zu ihrem Projekt inspirieren. Aus alten Hosen des BRK hatten die damals beteiligten Frauen ebenfalls Taschen genäht, die sie später auf dem Weihnachtsmarkt verkauften.

Wer Interesse am Nähen hat und seine Leidenschaft gerne mit anderen ausübt, ist bei Elfriede Müller und dem Näh- und Handarbeitskreis genau richtig. Der geht nach coronabedingter Pause wieder los: Am Montag, 7. September, von 14.30 bis 16.30 Uhr im Bürgerhaus am Schwalbanger. Und von da an jeden ersten Montag im Monat. Außerdem hat Elfriede Müller vor, ihre Taschen auf dem Neuburger Wochenmarkt anzubieten. „Bis dahin müssten es aber noch einige mehr werden.“ Sie lacht.

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