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Neuburg

14.06.2018

Urfisch kehrt in die Donau bei Neuburg zurück

Gewässerobmann Hans Eser (rechts) und Gewässerwart Willi Schneider setzten 160 Sterlet in die Donau, auf dem Bild an der Schlösslwiese.
Bild: Xaver Habermeier

Der kräftige Sterlet war als „kleiner König der Donau“ bekannt. Jetzt soll er in und um Neuburg wieder heimisch werden.

Alteingesessene und inzwischen vom Aussterben bedrohte Fische kehren in die Donau zurück. Der Fischereiverein Neuburg setzte 160 Sterlet in den Fluss. Mit dem Besatz von 320 Kilogramm der zirka 50 Zentimeter langen Exemplare an der Schlösslwiese und nahe Bertoldsheim soll der Urfisch der Donau wieder heimisch gemacht werden.

Der Sterlet ist „ein wunderschöner kräftiger Fisch“ 

„Das ist ein wunderschöner kräftiger Fisch“, schwärmt der Gewässerobmann Hans Eser. Der Sterlet ist der Kleinere aus der Familie der Störe. Sein Aussehen ist wie ein Urzeitfossil: aufwärts gebogene Schnauze, vier Barteln, 60 Seitenschilder und elfenbeinartige Rückenschilder mit scharfem Kamm und Haken. Hört man den Fischnamen Stör, denken viele an den edlen Kaviar. Man nannte ihn wegen seines einzigartigen Aussehens sowie seinem wohlschmeckenden grätenfreien Fleisch sogar „kleiner König der Donau“.

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Der Sterlet lebt bevorzugt auf dem Flussgrund und braucht saubere Fließgewässer mit Kies. Und genau daran fehlt es in der Donau, haben doch die Kraftwerke den Fluss kanalisiert und eingedämmt. Die Wiedereinbürgerung kann laut Eser dennoch gelingen, denn die Donau ist sauberer geworden und es tauchen wieder einige Kiesbänke auf. Daneben setzt der Verein auf Strukturverbesserungen, wie den Einbau von Fischtreppen. Den Besatz mit Sterlet vor einem Jahr und jetzt kommentiert Eser als ökologische Aktion: „Der Sterlet ist ganzjährig geschützt und nichts zum Angeln“.

Der Fischereiverein erhielt den Umweltpreis

Allgemein zählt der Gewässerobmann die Artenpflege zu den ganz großen Aufgaben des Fischereivereins. Das vielfältige Wirken in Sachen Naturschutz und der Pflege von Fischarten hat auch die Stadt Neuburg erkannt und die Gruppe im Jahre 2015 mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Der jetzigen Besatzaktion folgen laut Eser das ganze Jahr über Maßnahmen. So hat die Gruppe im Jahr 2017 Fische im Wert von insgesamt 58000 Euro in ihre Vereinsgewässer gesetzt und in diesem Jahr wird wieder die gleiche Summe investiert werden.

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