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Neuburg

19.06.2020

VR-Bank in Neuburg-Ried schließt ihren Schalter

Die VR-Bank in Neuburg-Ried bleibt mit Automaten vor Ort, zieht aber die Berater der Kunden ab.
Bild: Winfried Rein

Plus Obwohl die Geschäfte gut laufen, wird der Standort reduziert. Die persönliche Beratung bleibt in der Hauptstelle aber möglich.

Die Volks- und Raiffeisenbank Neuburg-Rain schließt ihre Filiale im Stadtteil Ried - zumindest, was den Schalterverkehr anbelangt. Kommenden Mittwoch ist der letzte Öffnungstag, danach gibt es keinen Parteiverkehr mehr. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker bleiben vor Ort. Das Ertragsgeschäft der Bank wird immer schwieriger, aber viel Verständnis findet dieser Schritt im Neuburger Norden nicht.

Der Rieder Filialleiter, Markus Dirmeier aus dem Kreis Eichstätt, ist künftig in der VR-Hauptstelle in der Luitpoldstraße zu finden. Sein Kollege Daniel Haffelt hat gekündigt und geht zum Staat. Beide haben offenbar erst vor wenigen Wochen von der Schließung ihrer Filiale erfahren. Die Kunden haben den Vorgang beiläufig über ein Plakat mitbekommen und sollen jetzt von der Bank informiert werden. Mitbewerber Sparkasse wirbt bereits fleißig um Wechselkunden.

In die Raiba-Filiale nach Ried zieht die Immobilienabteilung der Bank

VR-Direktor Roland Gieß sagt dazu, dass es sich nicht um eine Schließung, sondern um eine Umstrukturierung handle. In die Rieder Filiale ziehen die Immobilienexperten der Bank, während Markus Dirmeier und ein Kollege weiterhin für Neuburg-Nord zuständig blieben - dann aber von der Hauptstelle Luitpoldstraße aus. Der Vorstand verweist auf die zunehmende Tendenz der Kunden, ihre Geschäfte online oder per Automaten abzuwickeln: „Immer mehr sind autark und bedienen sich selber.“ Die VR-Bank reagiere auf das schwächer werdende Servicegeschäft, „ohne jedoch die persönliche Beratung aufzugeben“, so Roland Gieß. In diesem Zusammenhang verweist er auf das telefonische Beratungsangebot der Bank von täglich 8 bis 18 Uhr. Es verzeichne großen Zulauf.

VR-Bank in Neuburg-Ried schließt ihren Schalter

Die Bank legt Wert auf die Feststellung, dass der Personalbestand unverändert bleibe und niemand gekündigt werde. In der Filiale Genderkingen bei Rain verschwinde jetzt die Theke mit der Präsenz eines Beraters, aber die VR-Angestellten Heidi Faber und Matthias Krüger blieben vor Ort. Gespräche seien weiterhin möglich.

In Neuburg-Ried gibt es noch Automaten zum Geld abheben

In Neuburg-Nord muss man sich mit Automaten begnügen. Raiffeisen hatte die Filiale in der Hesselloher Straße 2013 für 320.000 Euro modernisieren und mit einer kleinen Cafeteria ausstatten lassen. Es sei „eine Stärkung des Standortes“ gewesen, sagte damals Vorstandschef Werner Halbig. Das Geschäft lief keineswegs schlecht, denn der Standort in Neuburg-Nord liegt günstig sowohl für Stamm- wie für Gelegenheitskunden. Die RV-Dependance betreute 2500 Kunden aus den Neuburger Stadtteilen Ried, Unterstall, Joshofen, Bergen und Laisacker. Trotzdem gibt es dort für laufende Bankgeschäfte nun keine Beratung vor Ort und keinen Parteiverkehr mehr.

Bis jetzt nahm Ried in der Raiffeisen-Historie eine Sonderstellung ein. Die einst selbstständige Raiffeisenbank war 1976 parallel zur Eingemeindung unter Führung von Verbandschef Anton Braun nach Neuburg „einmarschiert“. Die kleine Genossenschaftsbank ließ sich in der Stadt nieder, als die dortige Raiffeisenzentralbank (RZB) in Schwierigkeiten geraten war. „Ich habe damals die Alte Post gekauft“, erinnerte sich später Anton Braun an die Umsiedlung nach Neuburg. Raiffeisen wechselte später an den Schrannenplatz und baute an der Stelle des Geschäftshauses Merz-Meier seine neue Zentrale. Der Geburtsort von Raiffeisen aber war Ried.

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