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Neuburg/Donau

24.11.2019

Verkehr: Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept

Auf grüne Zettel schrieben die Teilnehmer ihre Wünsche, das, was ihre Erfüllung hindert und Maßnahmen, die Neuburg konkret braucht. Dann verteilten sie Punkte nach der jeweiligen Priorität.
Foto: Manfred Rinke

Plus Zu einem Verkehrs-Workshop lud Grünen OB-Kandidat Gerhard Schoder explizit auch Vertreter der anderen Stadtratsfraktionen ein. Wie das funktioniert hat.

„Ein deutlich besseres Miteinander von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern“: Der grüne Zettel erhielt in der Rubrik „Wie Wünsche ich mir Neuburg im Jahr 2025“ mit am meisten blaue Punkte von den rund 30 Gästen im Hotel Aussicht. Dorthin hatte Gerhard Schoder am Samstag zum Verkehrs-Workshop neben allen Interessenten explizit auch Vertreter der verschiedenen Fraktionen im Stadtrat eingeladen. Dass diese das Angebot auch annahmen, freute den OB-Kandidaten der Grünen besonders.

Denn damit wurde dem Treffen der Charakter einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen genommen. Und diesen Eindruck nahmen auch die politischen Vertreter von der CSU (Stadtrat Peter Segeth), von den Freien Wählern (Verkehrsreferent Bernhard Pfahler) und der SPD (unter anderem OB-Kandidat Bernd Schneider) mit nach Hause. Für Schoder, der sich als neutraler Moderator zeigte, war das Treffen letztlich „sehr erleuchtend, produktiv und konstruktiv“.

„Wie wünsche ich mir Neuburg 2025?“ lautete die erste Rubrik beim Verkehrs-Workshop

Die großen Tafeln im Nebenzimmer der „Aussicht“ waren in drei Sparten unterteilt. Zunächst klebten die Besucher ihre grünen Zettel mit ihren Wünschen unter die Frage „Wie wünsche ich mir Neuburg 2025?“. Neben dem besseren Miteinander von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gab es für eine „Lebendige Innenstadt mit mehr Bereichen, die nur für Fußgänger und Radfahrer reserviert sind“, „Mehr Grün“, also mehr kleinere, grüne Oasen in der Innenstadt, sowie „Carsharing in jedem Stadtteil und mehr Radwege“ die meisten Punkte.

Neutraler Moderator des Verkehrs-Workshops: Gerhard Schoder.
Foto: Manfred Rinke

Rubrik zwei beschäftigte sich mit den Hindernissen, die die Wünsche verhindern. Im Grunde „Nichts“, wie Bernhard Pfahler und Peter Segeth auf ihren Zettel schrieben. Allerdings, und das sahen mit Abstand am meisten so, fehlen grundsätzlich ein „(Verkehrs) Konzept“ und „Der politische Wille“. Durchaus überraschend das ebenfalls vielfach bepunktete Eingeständnis der „eigenen Bequemlichkeit“.

Teil drei beschäftigte sich schließlich mit der Frage „Welche konkreten Maßnahmen brauchen wir?“. Mehrfach genannt und am meisten bepunktet wurden dabei eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Brandl und dem Inselspitz bei der Schlösslwiese. Mit ganz oben standen auch das Stadtbusthema, wo es um kleinere Busse, eine für den Anreiz kostenlose Beförderung und eine bessere Taktung ging, eine Fußgängerzone, ein Ringverkehr in der Innenstadt sowie ein Busbahnhof und Parkhäuser an der Schlösslwiese und am Bahnhof.

Viele würden sich in Sachen Verkehr in Neuburg Gedanken machen - doch vieles bleibt Stückwerk

Am meisten bemängelt wurde beim Verkehrs-Workshop ein fehlendes, schlüssiges Gesamtkonzept für alle Betroffenen – Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Durchaus viele würden sich Gedanken machen, so die Meinung, aber vieles bleibe eben Stückwerk. Es fehle, so ein Teilnehmer, der Mut, neue Dinge zu denken, ohne sie gleich mit Totschlagargumenten, insbesondere fehlenden Finanzen, zu blockieren. Man habe Angst vor Veränderung. Auch Stadtwerkechef Richard Kuttenreich meinte, dass es mit einem Verkehrskonzept leichter wäre, das Stadtbussystem zu optimieren, „weil wir dann wüssten, wie wir die Busse besser takten könnten“.

Ein Konzept, so die allgemeine Meinung, sollte von Experten einer unabhängigen Stelle erstellt werden. Ihnen müssten die Ziele, die die Stadt erreichen möchte, vorgegeben werden. Darin dürften nicht nur die Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden, sondern auch der Einzelhandel in der Innenstadt müsse sich darin wiederfinden. Und dann brauche es „Mut, Kraft und Power“, um die Dinge anzugehen und durchzusetzen, war in den Diskussionsbeiträgen zu hören.

Aus Sicht von Gerhard Schoder war es „ein gelungenes Zusammentreffen von Leuten mit unterschiedlichen Interessen“. Ihm sei der Dialog wichtig, um eine gemeinsame Richtung zu erarbeiten und umzusetzen. „Was wünsche nicht ich mir, sondern wir uns und wie kommen wir dorthin“, lautet seine Maxime.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Kommunalwahl: Wer mit was beim Wähler punkten kann"

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