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Projekt

11.10.2017

Verkehr, Zählung und der „Ring“

Eine der Konsequenzen, die ein Einbahnstraßenring um die Innenstadt mit sich bringen würde: An der Bullinger-Kreuzung wird man von der Luitpoldstraße aus nicht mehr geradeaus in die Franziskanerstraße fahren können.
Bild: Bastian Sünkel

Wenn die Verkehrszählung durchgeführt wird, werden auch notwendige Daten für einen möglichen Einbahnstraßenring gesammelt. Die Vorarbeit für das Projekt ist komplex

Mit der anstehenden, großen Verkehrszählung des Stuttgarter Büros BrennerPlan werden nicht nur wichtige Daten für eine mögliche Realisierung einer zweiten Donaubrücke in Neuburg ermittelt. Das Gutachten wird auch Material liefern, das für die Erstellung einer Echtzeit-Simulation als Alternative zu einem Probelauf für den angedachten Einbahnstraßenring in der Unteren Altstadt notwendig ist.

Wie es aus dem Arbeitskreis Verkehrsentwicklung heißt, sei die jetzige Verkehrszählung gegenüber der von 2012 deshalb noch gezielt um einige Punkte erweitert worden, wie zum Beispiel um eine Zählstelle bei der Bäckerei Kaltenstadler, die für die zweite Donaubrücke nicht relevant sei. Läuft alles nach Plan, sollten die Daten bis zur ersten Stadtratssitzung im neuen Jahr vorliegen. Noch heuer müsste hingegen ein Beschluss gefasst werden, um die Mittel für eine eventuelle Simulation – gerechnet wird mit Kosten zwischen 30000 und 50000 Euro – in den Haushalt für nächstes Jahr einstellen zu können.

Nicht billiger, aber mit einem riesengroßen Aufwand verbunden wäre nach Meinung der Experten übrigens ein Probebetrieb. Hierzu müssten zum Beispiel der Busfahrplan umgeschrieben, neue Haltestellen eingerichtet, Ampelschaltungen umprogrammiert oder abgehängt, Verkehrsschilder aufgestellt oder neue Linie auf den Straßen gezogen werden. Weil es eben sehr schwierig sei, alle Anregungen, Bedenken und Einwände auch der Rettungskräfte, der Polizei, der Anlieger, der Busunternehmer oder der Gewerbetreibenden in einem Konzept zu berücksichtigen, war zuletzt nicht nur von OB Bernhard Gmehling – der einen Einbahnstraßenring grundsätzlich für nicht praktikabel hält – und von Verkehrsreferent Bernhard Pfahler eine Echtzeit-Simulation bevorzugt worden.

Wie Peter Segeth als Mitglied des Arbeitskreises auf Anfrage der Neuburger Rundschau erzählte, müsse man sich nach wie vor auch noch Gedanken über die Straßenführungen im Detail machen. Im Ringverkehr sei es zum Beispiel ausgeschlossen, dass an der Bullinger-Kreuzung von der Luitpoldstraße geradeaus in die Franziskanerstraße gefahren werden dürfe. Zudem gehörten auch die vor allem auf der Luitpoldstraße querenden Fußgänger berücksichtigt. Innerhalb des Rings müsse zudem vermieden werden, eine direkte Querverbindung zu schaffen, um Abkürzungen durch die Innenstadt zu verhindern. Die Zufahrten in den Kern der Innenstadt sollten allein dazu dienen, die Geschäfte zu erreichen. Und darf man dann von der Rosenstraße kommend die Luitpoldstraße geradeaus zur Altstadt hinauf überqueren? „Um hierbei keine Gedankenfehler zu begehen, wäre eine Echtzeit-Simulation sicherlich von großem Vorteil“, meint auch der CSU-Stadtrat.

Wenn sich der Stadtrat mehrheitlich darauf einigt, eine solche Simulation erstellen zu lassen, wären die Ergebnisse dieser Arbeit die Grundlage für die finale politische Entscheidung, ob der Einbahnstraßenring entscheidende Vorteile in der Verkehrsführung bringt, oder nicht – ob er also eingerichtet wird, oder nicht.

Zumindest aber ist man nun schon weiter als vor 17 Jahren, als „Das bessere Verkehrskonzept“ einer Bürgerinitiative bei einem Bürgerentscheid gescheitert war. Damals hatte der Stadtrat sowohl einen Probelauf als auch eine Computersimulation noch abgelehnt.

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