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Weichering

27.10.2020

Verkehrs: Von Tempo 30 in Weichering wird abgeraten

So manche Anwohner würde sich in ihrer Straße eine Zone 30 wünschen. Nicht überall ist das aber rechtlich möglich.
Bild: Thorsten Jordan

Plus In Weichering wird seit Jahren darüber debattiert, in welchen Straßen das zulässige Tempo gedrosselt werden soll. Zuletzt wurden auch Unterschriften gesammelt. Polizei und Landratsamt haben jetzt ihre Einschätzung abgegeben.

Wie schnell darf in Weichering gefahren werden? 50 km/h? 30 km/h? Um diese Frage gab es in der Vergangenheit schon so manch hitzige Debatte. Während die einen am liebsten eine ortsweite Tempo-30-Zone hätten, sehen andere darin kein Allheilmittel, auch den letzten Raser zur Besinnung zu bringen. Deshalb hat sich die Gemeinde Weichering jetzt fachliche Hilfe zur Seite geholt. Polizei und Landratsamt sollen ihre Einschätzung geben, wo Beschränkungen Sinn machen.

Ende September hat sich die Gemeinde mit Vertretern aus dem Landratsamt und der Polizei zusammengesetzt und über diverse „neuralgische“ Verkehrsbereiche in Weichering und Lichtenau gesprochen. Grundlage dafür waren die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen, die 2019 gemacht worden waren. In Weichering hatte die Gemeinde Messgeräte in der Raiffeisen-, Ach-, Kochheimer und Kreuzstraße sowie Am Anger aufgestellt, in Lichtenau wurde die Geschwindigkeit in der Windener, Mandl-, Kurz- und Pettenhoferstraße sowie im Heubruckenweg gemessen. „Wir hatten also einen guten Querschnitt von Siedlungs- und Durchgangsstraßen“, erklärt Bürgermeister Thomas Mack.

Bürger aus Weichering und Experten sollen sich über Tempolimit austauschen

In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag wurden die Bewertungen der Experten verlesen – diskutiert oder gar eine Entscheidung getroffen wurde allerdings nicht. „Das ist kein Thema für den Gemeinderat, sondern für den runden Tisch“, sagte Andrea Appel-Fischer. Ziel der Gemeinde ist es nämlich, auf Grundlage der Experteneinschätzung zusammen mit Bürgern zu entscheiden, wo welche Veränderungen vorgenommen werden. Die aktuelle Situation erschwert es jedoch, in einen direkten Austausch zu treten. Deshalb ist im Augenblick nicht klar, wann ein solches Treffen stattfinden kann.

Das Ergebnis der Expertenrunde lässt sich im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen: Eine generelle Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 wird als nicht sinnvoll erachtet. Die meisten Autofahrer würden sich an die vorgeschriebenen 50 km/h halten, grobe Ausreißer nach oben seien nur sehr selten der Fall. Und diese Einzelfälle könne man auch nicht durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung vermeiden. An der Staatsstraße nach Lichtenheim wurden ebenfalls keine Auffälligkeiten festgestellt, allerdings soll dort das Tempo von 80 auf 70 Stundenkilometer reduziert werden. Auch am Naherholungsgebiet soll in den Sommermonaten, wenn dort reger Badebetrieb herrscht, die zulässige Geschwindigkeit auf 70 km/h gedrosselt werden. Außerdem wird an der Stelle, wo der Radweg die Straßenseite wechselt, eine Querungshilfe für sinnvoll erachtet. Dagegen soll es auf der Gemeindeverbindungsstraße nach Lichtenau bei Tempo 100 bleiben. Angeregt worden war hier Tempo 80, eine Reduzierung halten die Experten allerdings nicht für notwendig.

Unterschriften für Tempo 30 im Heubruckenweg in Lichtenau gesammelt

Die Bewertungen sind jedoch genauso wenig beschlossene Sache wie der Antrag einiger Lichtenauer, den Heubruckenweg zu einer Tempo-30-Zone werden zu lassen. Eine Liste mit 70 Unterschriften ist der Gemeinde diesbezüglich zugegangen. Neben den Ergebnissen der Geschwindigkeitsmessung vom vergangenen Jahr stehen für eine Entscheidung auch die Daten eines Smileys zur Verfügung, der seit geraumer Zeit in der Straße steht. Alle Zahlen zusammengenommen werden Grundlage für die Diskussion sein, die im Rahmen eines runden Tisches geführt werden soll. Die rechtliche und fachliche Einschätzung spielen dabei eine große Rolle. „Wenn rauskommt, dass irgendwo Tempo 30 sinnvoll ist, dann machen wir das auch“, betont Mack.

Während die Polizei und das Landratsamt auf die Vernunft der Masse setzen und Veränderungen aufgrund eines Fehlverhaltens von einigen Wenigen für falsch halten, hat Grünen-Gemeinderat Gernot Etzlstorfer auch die Ausreißer im Fokus – wie etwa in der Windener Straße, in der ohnehin schon nur 30 km/h gefahren werden darf. Wenn das Tempolimit allein nicht reicht, so seine Meinung, müsse man als Gemeinde eben einen Schritt weiter gehen und beispielsweise Bodenwellen installieren. Genau solche hätten die Anwohner nach den Worten von Thomas Mack aber bereits vor Jahren abgelehnt.

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