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Ingolstadt

27.06.2020

Verliebter Freier wird in Ingolstadt um jede Menge Geld betrogen

Ein Mann hat sich in Ingolstadt in eine Prostituierte verliebt. Doch die bringt ihn um jede Menge Geld. Jetzt muss sie ins Gefängnis.
Bild: Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

Plus Ein Mann packt 300.000 Euro ein, um sie auf einem finsteren Parkplatz in Ingolstadt einem Unbekannten zu übergeben. Er glaubt an ein lukratives Investment, stattdessen wird er von einer Prostituierten um sein Geld gebracht.

Für ihn war sie offenbar die große Liebe. Für die 35-jährige Frau aus Moldawien jedoch war er scheinbar nichts weiter als eine sprudelnde Geldquelle. Am Ende war der Mann einen sechsstelligen Betrag los – und die Frau war auf und davon. Jetzt muss die Moldauerin, die in Ingolstadt als Prostituierte in einem Club gearbeitet hatte, für drei Jahre wegen Betrugs ins Gefängnis. Die Frau hat am Freitag in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Ingolstadt alles zugegeben.

Monatelang hatte der Mann der Prostituierten immer wieder tausende von Euro gegeben

Monatelang hatten die beiden – zumindest aus seiner Sicht – eine Liebesbeziehung. Sie jedoch sah das Verhältnis in erster Linie wohl als lukrative Investition. Über Monate hinweg hatte ihr der Mann, der sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte, immer wieder Geld gegeben, unter anderem für ihre kranke Tochter. Ob die heute 16-Jährige tatsächlich operiert worden war, ließ sich auch vor Gericht nicht klären. Am Ende jedenfalls waren auf diese Weise insgesamt rund 200.000 Euro an die Angeklagte geflossen. Auch wenn diese Geldflüsse nicht Teil der Anklage waren, so sind sie doch über den Chatverlauf der Frau dokumentiert. „Da sieht man, was Sache ist“, so Vorsitzender Richter Konrad Kliegl. Nach und nach habe sie sein Vertrauen erschlichen und so das Geld rausgelockt.

Die Geldübergabe fand auf dem Parkplatz der Ingolstädter Saturn-Arena statt

An einem dunklen Dezemberabend vor zweieinhalb Jahren sollte schließlich das „Finale“ kommen. Zumindest aus Sicht der Angeklagten, die auf einen Schlag an jede Menge Geld kommen wollte. Der verliebte Freier rechnete hingegen fest damit, dass er jene 300.000 Euro, die er in bar dabei hatte und mit denen er nun zum finsteren Parkplatz an der Saturn-Arena unterwegs war, eines Tages hochverzinst wieder zurückbekommen würde. Die Frau hatte ihm zuvor ein lukratives Investment versprochen. Jährlich sollten Zinsen in Höhe von mehr als 20.000 Euro zurückfließen.

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Neben der 35-Jährigen tauchte auf dem Parkplatz noch ein Unbekannter auf, der die Scheine einsteckte. Kurz drauf war aber nicht nur das Geld weg, sondern auch die Frau auf und davon.

Bereits 30 Stunden später reiste sie nach Moldawien ein, wie Aufzeichnungen belegen. Nach mehr als einem Jahr wurde sie dann bei einer Grenzkontrolle festgenommen, seit August 2019 sitzt sie in Deutschland in Untersuchungshaft.

Beim Prozess am Ingolstädter Amtsgericht im Dezember hatte die Frau eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten bekommen. Wegen des Geständnisses ist das Urteil in der Berufungsverhandlung am Landgericht nun etwas milder ausgefallen.

Die Angeklagte habe „die Vertrauensseligkeit des Mannes ausgenutzt“, sagte Konrad Kliegl. Von den 300.000 Euro will die Frau aber eigenen Angaben zufolge nie etwas gesehen haben. „Das Geld ist auf irgendwelchen dunklen Kanälen irgendwo in Moldawien oder Rumänien verschwunden“, erklärte Verteidiger Florian Wurtinger. Das Verhalten des Freiers bezeichnet der Anwalt als „wahnsinnig blauäugig“. Auch Konrad Kliegl sagte, dass man diese „grenzenlose Naivität“ eigentlich nicht nachvollziehen könne. Möglicherweise wird die Frau, nachdem sie die Hälfte ihrer Strafe verbüßt hat, in ihre Heimat abgeschoben. (rilu)

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