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02.07.2010

Verständigung und Versöhnung

Die preisgekrönte Zuckerbäckerin Michaela Hanusova verwandelte mit gekonnter Hand Marzipanklumpen in Rosenblüten und niedliche Tiere. Foto: Prell
Bild: Prell

Neuburg Passend zum Jubiläum der zehnjährigen Städtepartnerschaft besuchten 15 Schüler der Berufsschule Jeseník (ehemals Freiwaldau) ihre Partnerschule in Neuburg. Schulleiter Fritz Füßl hatte zum internationalen Grillabend für Schüler und Lehrer geladen.

Wieder einmal zeigte sich der Vorteil einer eigenen Fachabteilung für Hauswirtschaft. So oblagen Zubereitung und Bewirtung Gabriele Wasem und ihren fleißigen Schülern. Die tschechischen Gäste revanchierten sich mit einer Vorführung der preisgekrönten Zuckerbäckerin Michaela Hanusova, welche mit gekonnter Hand Marzipanklumpen in Rosenblüten und niedliche Tiere verwandelte. Neben dem Leiter der Landkreisbetriebe Franz-Josef Simon, der Landrat Roland Weigert vertrat, weilte auch Kreisrat Hans Scholz unter den Gästen. Der pensionierte Berufsschullehrer stammt aus der Altvaterregion und hat die ersten Kontakte zu Jeseník, ehemals Freiwaldau, geknüpft.

Berührungsängste abbauen

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sei unter Altlandrat Dr. Richard Keßler einer der ersten gewesen, der tschechische Partnerschaften gesucht hätte, so Scholz. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung und Versöhnung. Das Thema Vertreibung ist für Scholz dennoch kein Tabu. Er selbst hat sogar einige Bürgermeister aus Tschechien nach Schrobenhausen eingeladen und diese im Bus durch die Neue-Heimat-Siedlung der Sudetendeutschen gefahren. Man müsse Berührungsängste abbauen und gemeinsam in die Zukunft schauen.

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Nach der Auflösung des Landkreises Jeseník versuche man nun, die Landkreispartnerschaft auf die Ebene der Schulen zu verlagern. Neben der Berufsschule in Jeseník, in der unter anderem Köche, Bäcker und Kellner ausgebildet werden, steht eine Partnerschaft mit der technischen Berufsschule in Mohelnice zur Diskussion.

Jährlicher Austausch

Erste Kontakte zur tschechischen Berufsschule für Ernährung und Gastronomie in Jeseník waren bereits 2006 geknüpft worden. Seitdem findet im jährlichen Wechsel ein Schüleraustausch zwischen den beiden Städten statt. "Für die Schüler ist der Kontakt auf jeden Fall ein Gewinn", so Hans Löffler, der bereits zweimal mit Schulklassen Jeseník besuchte und von Seiten der Neuburger Berufsfachschule den Austausch betreut. "Die deutschen Schüler glaubten vorher, dass die Tschechen hinterm Mond leben. Sie wurden rasch eines Besseren belehrt."

Auch diesmal hat Löffler ein buntes Fünf-Tage-Programm zusammengestellt. Neben der obligatorischen Führung durch das Neuburger Schloss besichtigte man unter anderem Audi, das Spargelmuseum in Schrobenhausen und die Münchner Allianz Arena. Besonders begehrt beim Shopping im Ingolstädter Westpark seien die Vuvuzelas gewesen, verrät der deutschstämmige Peter Schöppel, der in Jeseník Deutsch unterrichtet und die Schüler begleitet.

Schöppels Familie konnte 1946 in der damaligen Tschechoslowakei bleiben. Er selbst hat Neuburg schon über zehnmal besucht und nimmt regelmäßig am Heimattreffen des Heimatbundes Weidenau-Großkrosse teil. Zum 25. Jubiläumstreffen am 9. Juli will er wieder kommen. (mp)

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