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Viel Glück, Herr Landrat

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Kommentar Von Manfred Rinke
03.02.2019

Peter von der Grün von den Freien Wählern ist neuer Landrat in Neuburg-Schrobenhausen. Was seine größte Herausforderung wird.

Wenn ein überzeugter Grüner wie Kreis- und Stadtrat Theo Walter sagt, „ich könnte mit Beiden“, dann ist im Grunde alles gesagt. Peter von der Grün wie Fridolin Gößl sind bodenständige, sympathische Typen, denen daran liegt, mit den Bürgermeistern gemeinsam den Landkreis und seine Menschen voranzubringen. Dass der Freie Wähler von der Grün als Sieger und damit als neuer Landrat aus der Stichwahl hervorging, mag die CSUler vielleicht ärgern. Denn sie hätten den vor zehn Jahren verloren gegangenen Posten gerne zurückgeholt. Auf der anderen Seite kam dies nach dem Ergebnis des ersten Durchgangs keineswegs völlig unerwartet. Ein eher noch unbefangener, 46 Jahre junger Mann auf dem Landratssessel hat nun seine Chance verdient.

Dass sich am Sonntag am Abstimmungsverhalten von den Menschen im Süden und Norden gegenüber dem ersten Wahldurchgang von vor zwei Wochen Entscheidendes ändern würde, war nicht anzunehmen. Da halfen Fridolin Gößl auch Auftritte mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Karlskron und noch am Samstag mit Ministerpräsident Markus Söder in Aresing nichts mehr. Der Süden stand hinter von der Grün, nicht zuletzt Schrobenhausen, wo der Freie Wähler sagenhafte 77,6 Prozent der Stimmen erhielt. Nachdem sich die Wähler – vor allem die der CSU – im Landkreis, aber gerade in Neuburg noch weniger mobilisieren ließen als vor 14 Tagen und Gößl in der Großen Kreisstadt weitaus weniger zulegte als sein Gegenkandidat, war die Wahl praktisch nach acht von 18 Stimmbezirken entschieden.

Was kommt nun auf Peter von der Grün zu? Im „richtigen“ Landratsleben müssen für ihn Nord- und Südstaaten im Landkreis gleichermaßen wichtig sein, was ihm nicht schwer fallen sollte. Für ihn, der im Süden aufgewachsen ist, im Norden wohnt und nahezu mittig in Neuburg arbeitet. Die allergrößte Herausforderung neben den wichtigsten Aufgaben, die er gemeinsam mit den Bürgermeistern und Kreisräten schultern muss, wird es sein, den großen Verwaltungsapparat zu managen. Je besser es ihm gelingt, die gut 400 Mitarbeiter hinter sich zu bringen, desto erfolgreicher wird auch seine Arbeit in den kommenden sieben Jahren – und vielleicht darüber hinaus sein. Dafür viel Glück, Herr Landrat.

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Und Fridolin Gößl? Auch wenn die Unterstützung aus Oberhausen für ihn am Sonntag noch einmal größer war als vor zwei Wochen: Nicht wenige dort werden froh sein, dass er ihr Bürgermeister bleibt. Zumindest wird dieses sichere Wissen für ihn ein Trost für seine Wahlniederlage sein.

Lesen Sie dazu auch den Artikel von Claudia Stegmann: "Stichwahl in Neuburg-Schrobenhausen: Peter von der Grün ist der neue Landrat"

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