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Starke Stücke

04.11.2017

Viel gelacht bei leichter Kost

„Seh ich auch gut aus?“ Christian Wolff und Horst Janson aus der Senioren-WG erwarten den Jugendschwarm.
Bild: Annemarie Meilinger

Bei „Drei Kerle im Herbst“ geht’s um das Älterwerden einst richtiger Männer

Im restlos ausverkauften Neuburger Stadttheater wurde am Donnerstag und Freitag viel gelacht. Die Münchner Komödie im Bayerischen Hof gastierte mit „Kerle im Herbst“, einer kurzweiligen Komödie um das Älterwerden des starken Geschlechts.

Wenn „normale“ Männer ein Alter jenseits der 75 erreichen, sind sie normalerweise alte Opas, hocken in Lehnstühlen rum, haben Zipperlein und jammern über dieses und jenes. Richtige „Kerle“ jedoch sind fit bis ins hohe Alter, feiern ihre Freiheit und trinken Bier, sofern es der Cholesterinspiegel erlaubt.

Manfred, Rolf und Wolfgang waren auch mal richtige Kerle, aber das ist lange her. Jetzt treffen sie sich auf der Finca von Manfred und streiten sich. Darüber, ob das Rennradfahren mit 78 noch gesund sein kann, und ob es sich lohnt, zugunsten eines längeren Lebens auf gutes Essen zu verzichten. „Sterben bei dem, was man am liebsten gemacht hat“ – das wär doch was – jedenfalls eine Alternative zum Witzeln über Potenzprobleme und Rumsitzen im Liegestuhl. Was nützt der Trost, dass es heißt, Männer würden ab einem gewissen Alter erst interessant? Mit dem oberflächlichen Geplänkel ist schlagartig Schluss, als ein Brief auftaucht, der den Besuch einer gemeinsamen Freundin aus Jugendtagen ankündigt. Noch nach fast 60 Jahren entspinnt sich ein Wettbewerb darum, welchen der drei die damals blonde Schönheit wohl am interessantesten fand. Sie probierte alle aus, weshalb dann auch noch die Vaterschaft ins Spiel kommt. Der sportliche Single, der Schwule mit dem späten Coming Out und der kinderlose Unternehmer kommen im Herbst ihres Lebens noch zu Großvaterfreuden. So wollte es die Autorin des Stücks, Katrin Wiegand, und alles ist am Ende gut, als sie auch noch Urgroßväter werden.

Mit Max Schautzer, Horst Janson und Christian Wolff hat die Komödie im Bayerischen Hof ein attraktives Seniorentrio gefunden, das die Thematik mit viel Witz und ironischem Augenzwinkern auf die Bühne zaubert. Zwischen Blutdruckmessen und Rennradschieben wurde viel gelacht bei leichter Kost, die dem Umgang mit dem Thema „demografischer Wandel“ oft gut bekommen würde.

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