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Kunsthof Wagenhofen

17.09.2014

Vom Chaos-Wohnhaus zum schmucken Museum

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4 Bilder
Gemütliche Wohnstube.

Rainer Röschkes ehemaliges Daheim ist nun für die Öffentlichkeit da. Tag der offenen Tür und spannende Ideen

„Wir haben Tabula rasa gemacht“, freut sich Franz Xaver Schmid über eine Aufräum-Aktion der besonderen Art: Der Vorsitzende des Vereins „Kunsthof Wagenhofen“ und sein Team haben im und um das ehemaligen Röschke-Anwesen Ordnung geschaffen. Sie haben durchgeforstet, ausgeholzt, entmüllt und das malerische Haus aus seinem Dornröschenschlaf befreit. Unter Brennnesseln, Dornenranken und diversen Hinterlassenschaften aus Rainer Röschkes künstlerischem Schaffen kam ein schmuckes Gebäude aus dem Jahr 1906 zutage, das sich nun als Museum sowie Treffpunkt oder Tagungsort öffnet. Wie es dort auf rund 200 Quadratmetern aussieht, davon kann sich die Öffentlichkeit zum Beispiel am kommenden Wochenende, 20./21. September überzeugen, wenn zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen wird.

Unverkennbar ist das ganze Ambiente von Rainer Röschkes einmaliger künstlerischer Handschrift geprägt. Es säumen nicht nur skurrile Skulpturen aus Metall, im neonfarbenen Anstrich oder Gemälde den Weg zum Gebäude. Es ist vielmehr auch die gesamte Innenarchitektur und -einrichtung von individuellem Charme. Als der Neuburger Kulturpreisträger vor vielen Jahren dort eingezogen ist, hat er Wände versetzt, Fußböden verlegt, Nischen geschaffen und allerorten seine Kunstobjekte positioniert. Inzwischen ist er längst umgezogen und das Gebäude hat der Verein erworben. Was bleibt indes, ist das alte Bauernhaus als Gesamtkunstwerk.

„Ich will Kunst schaffen, die unverwechselbar ist“, so lautet Rainer Röschkes Prämisse, die er – wie man weiß, wenn man ihn kennt – konsequent und kompromisslos durchzieht. Verfremdete Gemälde, bunte Objekte mit Kringeln und Tupfen, Holz- oder Steinskulpturen und immer wieder Puppen. Puppen, die in ihrer künstlerischen Aufbereitung faszinieren, aber vor allem auch befremden, ja geradezu abschrecken. „Ich liebe das Absurde“, sagt Röschke, „liebe es, Dinge zu schaffen, die nicht dazu da sind, ein Wohnzimmer als Dekoration zu bereichern, sondern die Seele.“

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Wobei Rainer Röschke durchaus ein Meister seines Handwerks ist. Er versteht es, Kunst zu kreieren, der man ansieht, dass ein Könner am Werk ist. Angepasst zu sein, behagt ihm aber nicht. „Manche Kunst schaffe ich nur, um mich mit der Gesellschaft zu arrangieren“, bekennt er. „Aber das ist dann nichts Ausgefallenes. Das sind Dinge, die viele andere außer mir auch können.“

Für den Kunsthof wünschen sich er und Franz Xaver Schmid – er hat dort im Übrigen ein Atelier für selbst gestaltete Lichtobjekte – das Ungewöhnliche. Und um das zu realisieren, planen sie auch bisher nie Dagewesenes. „Wir wollen den ersten Art-Drive-In überhaupt schaffen“, so Schmid. Das heißt, im kommenden Jahr wird ein befahrbarer Weg durch den 5000 Quadratmeter großen Garten geschaffen, den man per Auto passieren kann – vorbei an Kunst, wohin das Auge blickt.

Der Kunsthof Wagenhofen ist am 20. September von 10 bis 22 Uhr und und am 21. September von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Wer Interesse hat, die Räumlichkeiten für ein Seminar, eine Party oder Ähnliches zu buchen, ruft an unter Telefon 08431/ 60037.

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