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30.03.2009

Vom Räuber zum Pfarrer

Oberhausen (xh) - Eigentlich eine geniale Idee: Ein Räuber und seine Rauberhur schleichen sich - als Pfarrer und Pfarrköchin verkleidet - in ein kleines Dorf ein, um dessen Bewohner mal so richtig "auszusackeln". Doch was den gestandenen Wegelagerern daraufhin so alles widerfährt, hat Peter Landstorfer in seinem Dreiakter "Da Rauberpfaff" zu Papier gebracht.

Die Theatergruppe Oberhausen feierte mit der vergnüglichen Geschichte eine mit viel Applaus und zahlreichen Lachern belohnte Premiere - vornehmlich ein Verdienst der elf Laiendarsteller unter der Regie von Karin Schmid, derer Mimik und Gestik selbst alte Theaterkenner rundum überzeugte.

Die Sinninger Blaskapelle spielte auf und ein idyllisches Bühnenbild mit aufwendigem Vorbau machte in der Oberhausener Mehrzweckhalle die 230 Zuschauer neugierig. Dann wurde es finster und mit einem optisch sowie akustisch beeindruckenden simulierten Gewitter in die Geschichte eingeführt. Übernächtigt warten der Raubhauser Gust (Michael Sperr), seine Komplizin Rothen Res (Brigitte Margraf) und Räuber Jackl (Andreas Baur) am "Kreuzfelsen" auf ein Opfer. Doch was sie dort erleben, verschlägt ihnen fast die Sprache: Der neue Pfarrer von Keitersberg überschlägt sich ganz in ihrer Nähe mit seiner Kutsche und ist auf der Stelle mausetot. Ratlos wühlen die Räuber in seinem Koffer: Was wollen sie bloß mit Kerzenleuchtern, Weihwasserflasche und Messgewändern anfangen? Dann aber hat der Jackl eine Idee...

Ein groteskes Rollenspiel beginnt. Köstlich zu sehen, mit welchen Problemen sich der Raubhauser von nun an herumzuschlagen hat. Da ist der korrupte Bürgermeister Spreitzel (Josef Stöckl), der des falschen Pfarrers Vorgänger mit üblen Methoden zugesetzt hat, der selbstherrliche Bräu (Wolfgang Girstmair), der wiederum auf den Posten des Gemeindechefs lauert, und die standesbewusste Großbäuerin Kupplinger (Monika Reißer), die ihr trampeliges Töchterlein Annamirl (Marina Birkmeier) an des Bräus reichen, aber strohdummen Sohn verheiraten will. Nicht zu vergessen die bigotte Siachlerin (Karin Schmid), deren ganzes Lebensglück darin liegt, den vermeintlichen neuen Geistlichen anzuhimmeln. Urkomische Szenen sind die Folge, als sich etwa der stets betrunkene Schlucker (Thomas Lappe), der sich im Beichtstuhl verkrochen hat und so manches zum sechsten Gebot anhören muss, oder wie sich der Gendamerievorsteher (Richard Birkmeier) mit seinem "kriminalistischen Instinkt" als hilfsbereit erweist. Nur mit dem Mesner (Christoph Burzler) hatten der Rauberpfaff, seine Pfarrköchin Resa und der Räuber Jackl nicht gerechnet. Er hat die Kirche nämlich schon fürs Abendgebet aufgesperrt und verfolgt mit misstrauischen Blicken den Kampf des falschen Pfarrers mit dem Messgewand und der Stola.

Vom Räuber zum Pfarrer

Ob der Rauhauser Gust nicht wie viele andere Räuber seiner Zeit gevierteilt wird oder,ob er in der Tarnung des Pfarrers die Keitersdorfer weiter aufmischt, das wird hier noch nicht verraten.

Termine Zwei weitere Vorführungen sind am 3. und 4. April um 20 Uhr.

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