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Karlshuld

06.10.2019

Von A wie Apfel bis Z wie Zucchini

Sommer im Glas: Der Gartenbauverein Oberhausen bot unter anderem Ajvar, Zucchini-Tomaten-Chutney und Paprika- Pesto an.
Bild: Alexandra Maier

Herbstzeit ist Erntezeit. Es gibt nicht nur süße Früchte, sondern auch knackiges Gemüse. Neun Gartenbauvereine haben im Haus im Moos nun Kulinarisches angeboten. Die Besucher konnten zudem Einiges lernen.

Der Pomologe Anton Klaus zum Beispiel war ein gefragter Gesprächspartner im Haus im Moos. Zahlreiche Besucher wurden im Rahmen der Ausstellung „Vielfalt schmeckt! – Gesundes aus dem Garten“ bei ihm vorstellig, um ihre unbekannten Apfel- und Birnensorten bestimmen zu lassen. Dazu benötigt der Experte aus Oberneufnach mindestens drei Äpfel der jeweiligen Sorte. Vor allem Jonagold und Kaiser Wilhelm liegen häufig auf seinem Tisch. „Auch die Goldparmäne ist eine alte, bekannte Sorte“, erklärt Klaus.

Er untersucht bis zu zwölf Merkmale und weiß dann, um welche Apfelsorte es sich handelt. Er sieht sich unter anderem Form, Schale und Stiel an. Wenn nötig, schneidet er den Apfel auf. „Ein Kerngehäuse kann geöffnet, einen Spalt offen oder geschlossen sein, auch die Staubfäden in der Mitte geben Aufschluss über die Apfelsorte“, wie der Experte weiß.

Zahlreiche Besucher kamen ins Haus im Moos zur Ausstellung „Vielfalt schmeckt! – Gesundes aus dem Garten“
Bild: Alexandra Maier

Mehr als 50 Apfelsorten im Haus im Moos

Eine Frau aus dem Schrobenhausener Land wollte von Klaus wissen, warum ihr Apfelbaum der Sorte Goldparmäne keine Früchte mehr trägt. Eine solche Ferndiagnose sei freilich schwierig, antworte der Fachmann. Dennoch hatte er einige Tipps für die Frau parat.

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Mehr als 50 Apfelsorten waren an diesem Wochenende im Haus im Moos ausgestellt: Apfel ist dabei nicht gleich Apfel. „Ein guter Apfel ist knackig, hat ein eigenständiges Aroma“, schwärmte Klaus und hielt sich einen Gravensteiner vor die Nase. Dessen Schale ist zart wachsgelb mit karminroten Tupfen und Strichen. Historische Apfelsorten seien im Kommen, erklärte er, da die Verbraucher immer mehr Wert auf ein einzigartiges Geschmackserlebnis legen.

Herbstzeit ist Erntezeit. Nicht nur für Äpfel. Doch wohin mit den ganzen Tomaten, Paprika, Gurken oder Zucchini, die gerne auf einmal reif werden? Die Mitglieder des Gartenbauvereins Bittenbrunn- Laisacker zeigten im Haus im Moos eine etwas in Vergessenheit geratene Art der Haltbarmachung: das Einkochen. An ihrem Stand gab es saure Gurken, süß-saure Radieschen und sogenanntes Ruschelkraut zu probieren. Beim klassischen Einkochen werden Obst und Gemüse direkt in ein Weckglas gefüllt, welches dann wiederum im Wasserbad oder Backofen erhitzt wird. Durch das Erhitzen und Abkühlen entsteht ein Vakuum, das für Haltbarkeit sorgt. Zugegeben eine arbeitsintensive Art der Konservierung, die sich geschmacklich aber auf jeden Fall lohnt.

Mehr als 50 Apfelsorten gab es im Rahmen der Ausstellung zu entdecken.
Bild: Alexandra Maier

Insgesamt gaben neun Gartenbauvereine Tipps und Anregungen zur Verarbeitung von Obst, Gemüse und Kräutern. Beim Gartenbauverein Königsmoos drehte sich alles um die tolle Knolle: Muffins aus Süßkartoffeln, Kartoffelhörnchen, Kartoffelzopf. Der Stand der Königsmooser bewies, dass sich aus Kartoffeln nicht nur herzhafte Speisen zaubern lassen. Brigitte Gottschall hatte noch einen Tipp zur Resteverwertung von Kartoffelpüree parat: das Püree löffelweise im heißen Fett ausbacken. Die sogenannten Kartoffelwölkchen fanden reißenden Absatz an diesem Nachmittag.

Die Frauen vom Gartenbauverein Karlshuld bewirteten mit einer frisch gekochten Karotten-Organgen-Suppe. Die Besucher nahmen gerne eine Tasse voll. Das Rezept für die Suppe steht auch in einem kleinen Heft, das es am Stand zu kaufen gab.

Außerdem zeigten die Karlshulder wie sich aus Sellerie, Lauch, Karotten, Liebstöckel und Petersilienwurzel im Handumdrehen mithilfe einer Küchenmaschine Suppenwürze herstellen lässt. „Gesund, lecker und nur mit guten Sachen“, so die Damen unisono.

Auch Kräuter gab es im Haus im Moos in allen Variationen

Einen Stand weiter standen mediterrane Kräuter im Fokus. Der Gartenbauverein Rennertshofen servierte kleine Häppchen: italienischer Kräuterquark, Tomaten-Rosmarin-Butter und Brot mit Kräuterbutter. Die Besucher griffen gerne zu.

Anton Stiglmair, erster Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, war zufrieden mit dem Zulauf der Ausstellung. Für die Gartenbauvereine sei es die Gelegenheit sich zu präsentieren. „Wir suchen ja auch händeringend Nachwuchs“, sagte Stiglmair. Er haderte allerdings damit, dass in diesem Jahr nur neun Gartenbauvereine mit einem Stand vertreten sind.

Die jährliche Ausstellung wird in Zusammenarbeit des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege sowie der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises veranstaltet. Fachvorträge zum Obst– und Gemüseanbau sowie Praxisvorführungen runden die Ausstellung ab. Wer wollte, konnte sich zum Beispiel auch über die Veredlung von Obstgehölzen informieren oder aber etwas über die richtige Schnittführung und Technik beim Beschneiden der Obstbäume lernen.

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