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Bergheim

29.04.2015

Von Bergheim begeistert

Sie sind die neuen Bewohner des ehemaligen Gasthofs „Zum Löwen“ in Bergheim: Die jungen Asylbewerber aus Afghanistan, Eritrea und Somalia werden von den Futhuk-Mitarbeiterinnen Tatjana Rainer und Julia Müller betreut. Hausmeister Clemens Walter kümmert sich um alles Technische und Handwerkliche.
Bild: Rother

Futhuk-Geschäftsführer Marcus Zimmermann erzählt, wie sich die jungen Flüchtlinge eingelebt haben.

Die acht jungen Asylbewerber, die seit Mitte April im ehemaligen Gasthof „Zum Löwen“ in Bergheim untergebracht sind, haben sich offenbar gut eingelebt. Wie Marcus Zimmermann von der Jugendhilfeeinrichtung Futhuk in der Gemeinderatssitzung am Montagabend erzählte, seien die Jungs „von Bergheim begeistert“. Futhuk hat die Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen übernommen und zu diesem Zweck das Anwesen in Bergheim gekauft.

„Früher wollten sie nicht aus München weg, jetzt wollen sie nicht aus Bergheim weg“, sagte Zimmermann. Kein Wunder: Die ehemalige Wohnung des früheren Besitzers Michael Speth sowie die Fremdenzimmer sind in einem Topzustand und haben mit einer Notunterkunft überhaupt nichts zu tun. Die privilegierte Wohnsituation spricht sich herum: Via Facebook und Whatsapp hätten die Flüchtlinge bereits Fotos ihrer neuen Unterkunft an Freunde verschickt, die in der Bayernkaserne in München noch auf ihre Zuweisung warten. „Kommt hierher!“, haben sie geschrieben. Wie Zimmermann weiter berichtete, sei dem Aufruf nur kurze Zeit später auch das Münchener Jugendamt gefolgt mit der Frage, ob Futhuk weitere Plätze zur Verfügung habe. Der Geschäftsführer musste allerdings abwinken: Mehr als acht Asylbewerber kann die Jugendhilfeeinrichtung derzeit nicht aufnehmen.

Von den acht Jugendlichen kommen sechs aus Afghanistan, einer aus Eritrea und einer aus Somalia. Ihr Alter wird irgendwo zwischen 16 und 18 Jahre geschätzt. So genau kann das keiner sagen, weil die meisten der Flüchtlinge keine amtlichen Dokumente bei sich haben, wenn sie nach Europa kommen. Vormittags werden sie von Futhuk-Mitarbeitern in die Schule nach Bittenbrunn gebracht, nachmittags wieder abgeholt. Nachdem sich aus Bergheim und Unterstall vier Bürger bei Marcus Zimmermann gemeldet haben, die den Jungs ehrenamtlich die Sprache lehren wollen, findet nachmittags in Kleingruppen zusätzlich Deutschunterricht statt. Einige von ihnen kicken auch schon im Bergheimer Fußballverein.

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Nach den Worten von Zimmermann arbeitet Futhuk Stück für Stück daran, dass sich die jungen Asylbewerber in Bergheim einleben. Das hat in den vergangenen zwei Wochen vor allem die Wohnsituation betroffen. Die Fremdenzimmer wurden zu Einzelzimmern umgebaut, so manche Wand hat einen anderen Farbanstrich bekommen, Waschmaschine und Trockner wurden angeschafft. In einem zweiten Schritt müsse man nun schauen, welche Fähigkeiten in den Jungs stecken. Der eine ist vielleicht sportlich begabt, der andere handwerklich. Sobald die Betreuer das erkannt haben, könne man sich um entsprechende Freizeitbeschäftigungen – gerne auch mit Unterstützung der Bürger – kümmern.

Aus den Reihen der Gemeinderäte kamen noch in der Sitzung die ersten Angebote: So frage Michael Kaufmann, ob sich die jungen Flüchtlinge vielleicht mit der Jugendgruppe integrieren lassen, die sich künftig im Keller des Gemeindezentrums treffen dürfen (siehe dazu nebenstehender Bericht). Zimmermann wollte die Bergheimer Jugendlichen allerdings so schnell nicht überfordern. „Die wollen sich doch selbst erst mal verwirklichen und müssen sich einrichten.“ Ein Kontakt sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen, muss aber so früh auch nicht übers Knie gebrochen werden. Unkomplizierter war da das Angebot von Christian Göbel. Als Vorsitzender der Feuerwehr Bergheim lud er die jungen Flüchtlinge am Donnerstag zum Maibaumaufstellen ein.

Kontakt Wer Fragen hat oder sich ehrenamtlich engagieren will, kann sich an Marcus Zimmermann wenden unter E-Mail info.bergheim@futhuk.de oder Telefon 0175/3311311.

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