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Neuburg/Brasilien

27.12.2019

Von Neuburg in den Dschungel Brasiliens

Die große Liebe: Christian Blankenhorn fand seine Urwald-Schönheit bei einem Urlaub in Brasilien. Es war Liebe auf den ersten Blick, denn das Mädchen ließ ihm keine Ruhe, sodass er vor dem Heimflug noch einmal in ihr Dorf zurückkehrte. Mittlerweile sind die beiden verheiratet und haben zwei Kinder. 
Bild: Christian Blankenhorn

Plus Krokodile fangen oder in der Hängematte baumeln: Christian Blankenhorn will künftig noch mehr Zeit mit seiner Familie im brasilianischen Dschungel verbringen. 

Herr Blankenhorn, wo erwischen wir Sie gerade, im Dschungel?

Christian Blankenhorn: Nein, wir sind gerade alle zu Hause in Neuburg. Bis 3. Januar stellen wir das Haus von Opa Peter auf den Kopf.

Inzwischen seid ihr ja zu viert.

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Blankenhorn: Ja, das stimmt. Naomi ist 2015 auf die Welt gekommen.

Wie hat sich euer Leben denn seither entwickelt?

Blankenhorn: Ich arbeite nach wie vor als Ingenieur bei Airbus, seit einigen Jahren jedoch nicht mehr am Bodensee, sondern in Saudi Arabien. Ich versuche natürlich, so viel Zeit wie möglich bei meiner Frau Umussy und den beiden Kindern Luna und Naomi in Brasilien zu verbringen. Aber wir machen auch zusammen Urlaub in Europa. Ich habe meinen Mädels zum Beispiel das erste Mal Schnee auf der Zugspitze gezeigt.

Und der Fernsehsender Vox begleitet euer Leben?

Blankenhorn: Ja, nach der Berichterstattung über mich kam VOX auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, Teil der Serie „Goodbye Deutschland“ zu werden. Fünf Episoden wurden seitdem gedreht.

Dann sind Sie ja jetzt ein Promi.

Blankenhorn: Na ja, so berühmt wie Malle-Jens sind wir nicht, aber wir haben schon eine gewisse Fangemeinde, die uns über Facebook auch Nachrichten schreibt.

Wie fühlt es sich an, wenn einen auf Schritt und Tritt eine Kamera verfolgt?

Blankenhorn: So schlimm ist es nicht. Wir machen meist auch nur ein Mal pro Jahr einen Dreh. Dann leben wir unseren Alltag und werden dabei gefilmt – halb so wild.

Und wie kommunizieren Sie mit Ihrer Familie, wenn sie nicht in Brasilien sind?

Blankenhorn: Wir telefonieren täglich. Inzwischen gibt es Gott sei Dank ein Satelliten-LAN, über das wir übers Internet relativ stabil telefonieren können. Früher hatten wir nur ein 3G-Netz, das war eine Katastrophe. Wegen der Zeitverschiebung stehe ich zum Telefonieren um 4.30 Uhr auf, dann ist es in Brasilien später Abend.

Wie viel Zeit verbringen Sie im Dschungel?

Blankenhorn: Momentan sind es ungefähr vier Monate pro Jahr, die sich aus Urlaub und unbezahltem Urlaub zusammensetzen. Aber ich möchte mich in Zukunft mehr in Richtung Brasilien bewegen. Aber vielleicht kriegen wir es auch hin, dass meine Familie ein, zwei Monate zu mir kommt. Während ich tagsüber arbeite, können meine Mädels Land und Leute kennenlernen.

Wie ist es mittlerweile mit der Verständigung. Am Anfang haben Sie kein portugiesisch gesprochen und Ihre Frau kein Deutsch oder Englisch, die Kommunikation lief über Hand und Fuß.

Blankenhorn: Umussy spricht inzwischen gut deutsch und ich recht passabel portugiesisch. Die Kinder fangen jetzt an, deutsch zu lernen. Sie können ja bereits zwei Sprachen, indianisch und portugiesisch.

Ihre große Tochter, Luna, geht ja schon in die Schule, oder?

Zwei süße Urwald-Mädels: Luna (links) und Naomi (rechts). Fotos wie diese schicken sie regelmäßig an den Papa.
Bild: Christian Blankenhorn

Blankenhorn: Richtig, Luna ist schon im dritten Jahr, Naomi kommt im Januar in die Schule. Unsere Urwaldschule ist richtig gut.

Wie kann man sich eine Urwaldschule vorstellen?

Blankenhorn: Unsere Schule ist ganz gut eingerichtet und verfügt über gute Lehrer. Es sind ja nur zwei Handvoll Kinder, die dort gemeinsam unterrichtet werden. Ihnen werden alle wichtigen Basisgrundlagen gelehrt und gleichzeitig leben sich die Kinder auch während des Unterrichts in freier Natur aus. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Kinder irgendwann in Deutschland studieren. Wer weiß das schon.

Der erste Besuch in Neuburg 2014: Damals war Naomi noch gar nicht auf der Welt und nur Mama Umussy und die kleine Luna kamen nach Deutschland. 
Bild: Geissler

Apropos, wie sieht bei Ihnen die Zukunft aus?

Blankenhorn: Meine Frau wird im Januar eine Art Stiftung gründen mit dem Namen „Crocodilo & Piranha – Associacao para o desenvolvimento sustentavel e reflorestamento“. Ende des vergangenen Jahres haben wir das Projekt „Capoeira for Kids“ ins Leben gerufen und erste kleine Aufforstungsprojekte gestartet. In der Stiftung wird das alles auf professionellere Füße gestellt. Wir wollen Wiederaufforstung betreiben und Permakultur einführen, wo es Sinn macht. Weitere Ziele sind der Schutz der Urwaldnatur und seiner Tierwelt, der Kulturerhalt und Infrastrukturprojekte wie eine Verbesserung der Wasser- und Stromversorgung sowie der Sicherheit.

Zur Person

  • Der heute 46-jährige Christian Blankenhorn lernte vor fast zehn Jahren im Brasilien-Urlaub mitten im Dschungel seine heutige Frau Umussy kennen, die Tochter des Stammes-Häuptlings. Inzwischen haben sie zwei Kinder, Naomi und Luna.
  • Der Neuburger arbeitet als Ingenieur bei Airbus, inzwischen in Saudi Arabien, aber er verbringt rund vier Monate im Jahr bei seiner Familie in Brasilien.
  • Seit vier Jahren ist sein Leben zwischen den Welten auch im Fernsehen zu sehen. Die VOX-Sendung „Goodbye Deutschland“ berichtet einmal pro Jahr über sein Leben.
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