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Neuburg/Donau

19.09.2019

Von Neuburg nach Paris: Kommodore wird abgezogen

Gleich der erste Tag in Neuburg wurde für Thomas Früh zu einem ganz besonderen. Denn die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besuchte die Basis in Zell. Das Bild ist gerade einmal zwei Jahre alt. Bereits kommende Woche wird der Kommodore überraschend verabschiedet. 
Bild: Xaver Habermeier

Oberst Thomas Früh vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg wird für neue Aufgaben gebraucht. Was er in der französischen Hauptstadt machen soll.

Er hat es zwar immer noch nicht schriftlich. Doch ist es im Grunde sicher, dass Kommodore Thomas Früh das Taktische Luftwaffengeschwader 74 schneller als erwartet verlassen wird. Bereits kommende Woche, am Donnerstag, 26. September, wird der Oberst verabschiedet. Der Appell findet um 14 Uhr auf der Basis Zell statt. In seine Rolle schlüpft dann vorübergehend sein Stellvertreter, Oberstleutnant Thomas Kullrich.

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Dass er für neue Aufgaben vorgesehen ist, habe Thomas Früh schon im Juni erfahren. Da war er gerade mal zwei Monate wieder in Neuburg, nachdem er davor über ein halbes Jahr auf Auslandseinsatz in Jordanien gewesen ist. Der 48 Jahre alte Oberst wird seinen Arbeitsplatz nach Paris wechseln. Nachdem Deutschland, Frankreich und Spanien Mitte Juni beschlossen haben, gemeinsam ein neues europäisches Kampfflugzeug zu bauen, wird er dabei sein und mithelfen, in der französischen Hauptstadt ein Team dafür aufzubauen. Er soll dort das operative Geschäft begleiten. Das Kampfjet-System namens „Future Combat Air System“ (FCAS) soll ab 2040 einsatzfähig sein. Dieses „Luftkampfsystem der Zukunft“ wird die Tornado-Kampfjets und den pannenanfälligen Eurofighter der Bundeswehr sowie die Rafale-Maschinen der französischen Luftwaffe ersetzen. Als Ergänzung zu den Kampfjets soll das Gesamtsystem am Ende auch Drohnen oder Satelliten steuern können.

Neuburg war für Kommodore Thomas Früh quasi ein Heimspiel

Von Neuburg nach Paris: Kommodore wird abgezogen

„Das ist mal was ganz was Neues für mich“, sagt Thomas Früh und in Paris arbeiten sei ja schon toll und etwas außergewöhnliches. Allerdings „darf“ er nicht weg aus Neuburg, sondern „muss“, wie er sagt. Am 1. Oktober werden es erst zwei Jahre, dass er das Neuburger Geschwader übernommen hat. Für Früh war dies quasi ein Heimspiel. Schließlich ist er in der Nachbarstadt Donauwörth groß geworden. Doch selbst in der nur kurzen Zeit in Neuburg seien ihm die Stadt, in die er auch gezogen ist, und das Geschwader ans Herz gewachsen. „Ich werde in allererster Linie positive Erinnerungen mitnehmen: Ich verlasse einen super Verband mit einem modernen Waffensystem und eine motivierte Truppe“, sagt Früh.

Voraussichtlich im Dezember wird dann ein neuer Kommodore das Geschwader übernehmen. Bis dahin führt es Thomas Kullrich. Der 44-jährige Oberstleutnant aus dem mittelfränkischen Roth ist erst im Juli nach Neuburg gekommen. Er ist Siegfried Beck gefolgt, der zur Wehrtechnischen Dienststelle 61 nach Manching gewechselt ist.

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