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25.08.2009

Von der Kieselerde zum Poliermittel

Neuburg "Was sind das eigentlich für seltsame Berge, die man manchmal in der Gegend um Neuburg sieht", fragt sich Paula Print auf einem Sommerspaziergang. Da sieht sie in der Nähe eines aufgeschütteten weißen Haufens einen Mann. "Den frage ich, worum es sich dabei handelt", beschließt sie.

Von Paula Print und stefanie stork

"Die Berge gehören zu einer Grube und dort wird Kieselerde abgebaut", lautet die Antwort. Nun geht die Neugier mit Paula einmal mehr durch: "Darf ich die Grube anschauen", fragt sie mit herzerweichendem Entenblick. Der Mann muss lachen: "Der Zutritt ist ohne mich verboten. Aber ich kann dir zeigen, wie Kieselerde abgebaut wird. Übrigens bin ich Dr. Karlheinz Schmidt und zuständig für die technische Leitung der Firmen Hoffmann Mineral und Sonax, die die Kieselerde abbauen und weiterverarbeiten."

Paula schaut sich um: Große Bagger schaufeln weißes Material auf riesige Lastfahrzeuge. "Was ist Kieselerde überhaupt", will sie wissen. Sie erfährt, dass die Neuburger Kieselerde auf der ganzen Welt einzigartig ist. 80 Millionen Jahre ist sie schon alt! Paula kann kaum glauben, dass weite Teile Süddeutschlands damals von Meer bedeckt waren. Die verschiedenen Schichten der Neuburger Kieselerde lagerten sich auf Kalksteinsedimenten ab. Nachdem das Meer zurückgewichen war, bildeten sich durch Einstürze der Kalksteinschichten sogenannte Karsttrichter, in denen die Kieselerde bis heute erhalten blieb.

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"Und was macht ihr damit, nachdem ihr sie aus der Erde geholt habt", fragt die kleine Ente. "Schau dir doch selbst an, wie die Kieselerde in unserem Werk weiterverarbeitet wird", schlägt Dr. Schmidt vor.

Paula lässt sich nicht lange bitten und fährt zu Hoffmann Mineral. Produktionsleiter Christian Lehrer führt Paula herum. Auf einem Laufband wird die Kieselerde von größeren Steinen getrennt. Anschließend werden aus dem in Wasser gelösten Rohstoff durch ein Sieb kleine Steine aussortiert. "Sand könnte noch im Material enthalten sein", meint Paula aufgeregt. "Deswegen kommt die Kieselerde nun in unsere Hydrozyklonanlage. In Hydrozyklonen, die aussehen wie auf den Kopf gestellte Zirkushüte, wird feines von grobem Material, also Sand von Kieselerde, getrennt." Der entstandene Schlamm wird zunächst gelagert und gemischt, damit die Kieselerde einen bestimmten Farbton bekommt. Nachdem der Masse das Wasser entzogen worden ist, wird die Kieselerde verpackt.

Neuburger Kieselerde wird in die ganze Welt exportiert

"Und jetzt? Was passiert jetzt damit", möchte Paula wissen. "Die Hälfte der Neuburger Kieselerde wird in die ganze Welt exportiert. Vor allem dient sie als Füllstoff für Gummiprodukte, auch in Farb- und Lackstoffen wird sie verwendet und sie kann sogar gegessen werden, weil viele gesunde Mineralstoffe drinnen sind", wird der neugierigen Ente gesagt.

Kurz bevor sie das Gelände der Firma verlässt, sieht sie jemanden, der gerade sein Auto poliert. Paula versteht gar nicht, was das mit Sand zu tun hat. Schmidt erklärt: "In dem Poliermittel ist ebenfalls Neuburger Kieselerde!"

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