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Neuburg

31.01.2019

Wahlkampf bei der CSU: Der Landrats-Kandidat als Rosenkavalier

Fridolin Gößl als Rosenkavalier: Im Wahlkampfendspurt verteilt der CSU-Kandidat Rosen an die Damen. Cornelia Kroh nimmt sie gerne in Empfang.
Bild: Gloria Geißler

Fridolin Gößl (CSU) ist auf den letzten Metern im Wahlkampf. Welches Fazit er zieht und was in den vergangenen Wochen zu kurz kam.

Die Tage waren lang für Fridolin Gößl in den vergangenen Wochen. Gut besuchte Stammtische und Veranstaltungen mit Gesprächen und Diskussionen bis Mitternacht waren keine Seltenheit während des Wahlkampfs, wie der Kandidat der CSU erzählt. Deswegen ist das, auf was er sich nach dem Wahlabend am kommenden Sonntag am meisten freut, klar: „Ausschlafen!“

Doch viel Zeit dafür wird er im Falle eines Wahlerfolgs nicht haben, denn Dienstantritt als Landrat wäre dann gleich der kommende Dienstag (siehe Artikel unten). Aber Fridolin Gößl ist Termindruck gewohnt. Den gesamten Wahlkampf hat er neben seiner beruflichen Tätigkeit geführt. Urlaub hat sich der Bürgermeister von Oberhausen keinen gegönnt: „Die Gemeinde muss weiterlaufen.“ Deswegen hat er alle Wahl-Termine nebenher absolviert; Gespräche mit der Presse in der Mittagspause, Besuche auf dem Wochenmarkt zwischen zwei Gemeinde-Terminen.

Dem Landrats-Kandidaten macht der Wahlkampf Spaß

Seine Familie hat ihn hin und wieder zum Essen oder kurz zum Umziehen zu Hause gesehen. Trotzdem sagt der Nassenfelser, dass ihm der Wahlkampf Spaß macht. Die Gespräche mit den Bürgern bereiten ihm Freude. Was jetzt im Endspurt allerdings unangenehm werde, seien diverse Kommentare in den sozialen Medien. Da sei in den vergangenen 14 Tagen eine Schärfe rein gekommen, die mitunter nicht akzeptabel sei. Aber Gößl ist ein Pragmatiker, der besonnen und unaufgeregt agiert. So auch in diesen Fällen: „Das lässt mich nicht kalt, aber man lernt, damit umzugehen.“

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Der 50-Jährige ist keiner, der einfach drauflos plaudert. Er wählt seine Worte mit Bedacht, hört zu und versucht Lösungen zu finden. Manchmal liegen sie auf der Hand, manchmal muss man sie suchen oder dafür kämpfen. Das alles hat Gößl in seinen 16 Jahren als Bürgermeister von Oberhausen gelernt. Doch bei allem Verwaltungsfachwissen dürfe man das Menschliche nicht vergessen. So verwundert es nicht, dass es keine großen Auftritte waren, die ihm vom Wahlkampf in Erinnerung geblieben sind, sondern vielmehr Geschichten wie die der jungen Frau aus Schrobenhausen, die ihm mit sehr persönlichen Worten geschildert habe, welche Ängste sie vor der Geburt ihres Kindes ohne Geburtsstation im Schrobenhausener Krankenhaus begleite. Das Kreiskrankenhaus sei gerade im Süden des Landkreises Thema Nummer eins bei seinen Veranstaltungen vor Ort gewesen. Die Menschen bewegt es, wie es weitergeht. Ebenfalls viel diskutiert hat Gößl mit den Bürgern über den Biber und dessen Abschussverbot. Gößl hat dazu eine klare Meinung: „Man sollte den Biber dort entnehmen dürfen, wo die Schäden zu groß werden.“

Was sich der Kandidat als Landrat auf den Schreibtisch stellen würde 

Der 50-Jährige ist gerne in der Natur unterwegs, geht wandern oder bastelt im Garten an seiner Pergola und einer Kräuterschnecke. All das musste er in den vergangenen Wochen hinten anstellen, wie er sagt. Noch ein paar Termine heute und morgen, dann ist Schluss. Gegen 19 Uhr am Sonntag wird er vielleicht schon als neuer Landrat bejubelt – oder er muss seinem Kontrahenten gratulieren. „Wir werden sehen“, sagt er nüchtern, auch wenn ihm eine gewisse Nervosität anzumerken ist.

Sollte er am Dienstag den Chefsessel im Neuburger Landratsamt beziehen, dann werden zwei Fotos von seinem Schreibtisch in Oberhausen mit umziehen. Ein Foto seiner Frau und eines seiner zwei Jungs, als sie noch klein waren. Und außerdem ein hölzerner Vogel. Den hat ihm seine Stellvertreterin zum 50. Geburtstag geschenkt in Anspielung auf seinen Lieblingssatz: „Da kriegst an Vogel.“ Diesen Satz am Sonntag im positiven Sinne verwenden zu können, das würde er sich wünschen.

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