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Oberhausen

16.06.2019

Wallfahrer trotzen Wind und Wetter

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2 Bilder
Die Regenschirme dominierten über die meiste Zeit das Bild des Oberhausener Pilgerzuges bei der Wemding-Wallfahrt.
Bild: Peter Maier

Der verregnete Sonntagvormittag hatte Einfluss auf die Wallfahrt von Oberhausen nach Wemding. Dennoch machten sich rund 350 Teilnehmer auf den Weg.

Was sich am Sonntag Landwirte, Schrebergärtner und überhaupt die Natur als willkommenes Nass von oben herbeisehnten, entpuppte sich für rund 350 Fußwallfahrer als eine buchstäblich wahre Schauergeschichte. Die diesjährige Auflage der Oberhausener Wallfahrt von der Bertoldsheimer Staustufe bis zur Gnadenbasilika Maria Brünnlein in Wemding wird als die bisher nasseste in ihrer 43-jährigen Geschichte bei allen Betroffenen in Erinnerung bleiben.

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So auch für den ehemaligen Kreisbrandinspektor Herbert Baur, 79, der 42 Mal mit nach Wemding pilgerte und als sichernder Feuerwehrmann immer noch die Nachhut bildete. Nach der Morgenandacht durch Pfarrer Serge Senzedi formierte sich lediglich eine kleine Schar Pilger an der Bertoldsheimer Staustufe. Der Regen motivierte sogar Einige zur prompten Kehrtwende. Der Schauer verflüchtigte sich aber schnell, sodass die Pilgerschar bis zur ersten Rast in Daiting deutlich anwuchs. Dort am Sportheim hatte das Logistikteam um Wolfgang Scheurer in Stärke einer Fußballmannschaft das Inventar zum Frühstück aufgebaut. Zehn Minuten nach der morgendlichen Stärkung schickten dunkle Wolken die nasse Bewährungsprobe hernieder. Die Träger holten sofort ihre Fahnen ein, Regenkleidung und Schirme kamen zum Einsatz. Trotzdem wuchs die Pilgerschar durch Wallfahrer aus den anliegenden Orten weiter an.

Wallfahrt nach Wemding: Wetter war zentrales Thema

Unter dem Motto „Wenn zwei oder drei sich in meinem Namen versammeln, bin ich mitten unter ihnen“ zogen die Pilger mit Gebeten und Gesängen weiter. Besonders bedachten die Gläubigen eine krebskranke Mutter und eine Frau, die nach einer Operation um ihr Augenlicht kämpft. Bei diesen Wolkenbrüchen war auch Scheurer mit seinen Logistikern gefragt. Die zweite Rast, normalerweise unter freiem Himmel im Wald vor Lommersheim, war so unmöglich. Doch gibt es im Ort das Pfaller-Anwesen, das sich vor vielen Jahren schon mal als Ausweichquartier bewährt hatte. Die freundlichen Besitzer zeigten sofortiges Verständnis für die missliche Lage der Wallfahrer. Im Schnellverfahren standen Essensausgabe, Tische und Bänke unter einem schützenden Scheunenvordach.

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In der voll besetzten Gnadenbasilika Maria Brünnlein zelebrierten Wallfahrtsrektor Norbert Traub und Oberhausens Pfarrer Serge Senzedi die Wallfahrermesse.
Bild: Peter Maier

Das zentrale Thema unter den Wallfahrern war natürlich das Wetter. Susanne Glatz pilgerte schon öfter im Zug mit nach Wemding. „Bisher passte das Wetter immer, doch heuer ist erstmals mein Mann Rainer dabei,“ meinte die Neuburgerin und lächelte. 32 Wallfahrten hat der Hollenbacher Ludwig Auernhammer schon hinter sich. An einen derart heftigen und lange anhaltenden Regen erinnerte er sich nicht. Manfred Pettmesser aus dem Vorbereitungsteam zeigte sich unter den widrigen Umständen mit rund 350 Teilnehmern noch recht zufrieden. Erstmals stellten die Organisatoren in den Pfarreien des Dekanats Plakate auf. Norbert Stemmer, schon lange im Organisationsteam, hatte Premiere als Stammvorbeter. Hans Stöckl, ein Pionier der Oberhausener Wemding-Wallfahrt, wollte in dieser Funktion den Stab übergeben. Premiere über die ganze Stecke hatte auch die Ehekirchenerin Heidi Etsberger. Zum Regen meinte sie, dass sie durch jeden Tropfen die Liebe Gottes berühre. Mit diesen Tropfen war in Lommersheim plötzlich Schluss. Die Träger packten ihre Fahnen aus und der Zug rüstete sich zum Endspurt.

Wallfahrt: Pilgerstrecke ein Weg für das richtige Leben

Unter Vollbeflaggung, betend und singend zogen die Wallfahrer durch den Kreuzweg zur Basilika. Wallfahrtsrektor Norbert Traub, Oberhausens Pfarrer Serge Senzedi und 17 Ministranten, die die halbe Strecke mitliefen, begrüßten vor dem Gotteshaus die Wallfahrer. Nach „vorgezogenem Brünnleinwasser,“ so Traub, zelebrierte er zusammen mit Pfarrer Senzedi den Pilgergottesdienst in den Gnadenbasilika. Oberhausens Geistlicher verglich die Pilgerstrecke mit einem „Weg für das richtige Leben.“ Der könne sowohl angenehm als auch anstrengend sein. Das Ziel „himmlisches Festmahl“ sollte nie aufgegeben werden, denn dort sei es auch trocken. Die Messe endete mit einem Kirchenlied zu den Klängen von Beethovens Neunter Sinfonie. Anschließend füllten viele Pilger ihre mitgebrachten Gefäße am „Brünnlein“ hinter dem Gnadenaltar mit Weihwasser. Eine Dankandacht nach dem Mittagessen bildete den Abschluss der Wallfahrt.

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