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Konzert

14.03.2016

Warm, meditativ und mit Esprit

Die georgische Sängerin Ketevan Kemoklidze in Aktion.
Bild: Tobias Böcker

Ensemble del Arte überzeugt im Kongregationssaal. Ketevan Kemoklidze verzaubert mit Arienreigen

Barockarien umrahmt von romantischen Streicherklängen: Das Ensemble del Arte setzte beim Konzert im Neuburger Kongregationssaal zwei ganz unterschiedliche Schwerpunkte, deren jeder sich freilich als wohlgelungen erwies.

In einem reinen Barockprogramm erfreute die georgische Sängerin Ketevan Kemoklidze mit ihrem traumhaft warmen Mezzosopran. Das begann mit Händels paradiesischer Xerxes-Arie „Ombra mai fu“. Die Stimme strömte wie von selbst aus der Musik, weich und klangvoll, mit samtigem Timbre, wohlklingender Farbe und emotionaler Tiefe.

Güldenes Volumen, schmiegsame Konturen und sanfte Modulation berückten auch in „Quae morebat et dolebat“ aus Pergolesis Stabat mater und in „Thy hand, Belinda/ When I’m laid in earth“ aus Purcells Dido und Aeneas. Kemoklidzes Stimme strahlte in ausgewogener Dynamik, harmonischem Volumen und beeindruckender Modulationsfähigkeit. Mit dem Violinpart zur Arie „Erbarme dich, mein Gott“ aus der Matthäuspassion, einer der schönsten Melodien aus dem umfangreichen Werk von Johann Sebastian Bach, glänzte Irakli Tsadaia. Singstimme und Violine woben sich ineinander zu geradezu schmerzvoller Schönheit.

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Umrahmt wurde Kemoklidzes zauberhafter Arienreigen von zwei romantischen Streicherwerken: Zum Auftakt erklang Samuel Barbers Adagio für Streichorchester, das überaus populäre Arrangement des zweiten Satzes seines 1938 von Toscanini uraufgeführten Streichquartetts String Quartet op. 11. Das 2004 von den Hörern der BBC zum traurigsten klassischen Stück gewählte Werk wirkte meditativ und gleichzeitig flächig wie ein windstiller Waldsee, dessen Ruhe die Intensität des puren Daseins umso stärker spüren lässt.

Mit Schwung und Esprit dagegen glänzte das Ensemble del Arte unter der gewohnt souveränen Leitung von Ariel Zuckermann mit einer Orchesterversion von Peter Tschaikowskys „Souvernir de Florence“. Das nicht allzu häufig zu hörende Werk lebt von seiner hohen Expressivität, seiner breit angelegten Melodiösität und seiner alle Melancholie übersteigenden, heiteren, lebensbejahenden Grundstimmung.

Aus der sehr kompakten, untadligen Ensembleleistung herauszuheben waren die Soloparts von Konzertmeister Viktor Koniaev an der Violine, David Tsadaia am Cello und Vadim Makhovski an der Viola. Differenzierte Klanglichkeit, Temperament, Emotionalität, Flair und hohe Spielkultur gaben guten Grund für den begeisterten Applaus des Publikums.

Vor dem Konzert präsentierte Andreas Ziegler, Tonmeister, Gründer und Mastermind des Regensburger Labels tyxart, die brandneue CD des Ensemble del Arte. „The Bavarian Geogians“ bietet eine Neuburger Live-Aufnahme aus dem Oktober 2015 mit Werken von Igor Loboda, Jimsher Askaneli und Franz Hummel. Als Solisten sind zu hören Irakli Tsadaia an der Solovioline und Olivia Friemel am Piano.

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