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Natur

14.11.2014

Warum Grüngut getrennt wird

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Alexander Lichtenstern, Mitarbeiter der Kompostieranlage bei den Landkreisbetrieben am Sehensander Weg, zeigt die aus dem Grünschnitt entstandene Komposterde.

Die Gärten werden gerade herbstfein zurechtgestutzt. Bei den Annahmestellen geht es hoch her. Doch was passiert dann mit Gras, Baum- und Strauchschnitt?

Schnipp – und der Ast ist ab. Schnapp – da fällt der nächste. Der Herbst ist die Zeit, die Gärten aufzuräumen und auszuschneiden. Da kommt es schon mal vor, dass sich vor den Grüngutannahmestellen der Landkreisbetriebe und in den Wertstoffhöfen Warteschlangen bilden. Jeder Gartenbesitzer hat einiges an Baum- und Strauchschnitt sowie Grüngut zu entsorgen. Und da gilt es bereits im Garten, besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen. Die Landkreisbetriebe trennen fein säuberlich zwischen Baum- und Strauchschnitt auf der einen Seite und dem Grüngut aus dem Garten auf der anderen Seite. Aber wieso eigentlich?

„Wir trennen, weil die beiden Sortierungen unterschiedlicher Bestimmung zugeführt werden. Während das Grüngut, wie Rasenschnitt, Heckenschnitt, Laub und Ähnliches kompostiert wird, findet der Baum und Strauchschnitt den Weg als Hackschnitzel in die Energieerzeugung“, erklärt Stefan Kneilling. Als Abfallberater bei den Landkreisbetrieben steht er bei Fragen um die Müll- und Wertstoffentsorgung bereit. „Für die Hackschnitzelproduktion brauchen wir natürlich einen gewissen Astanteil. Deshalb die strikte Trennung vom restlichen Gartenabfall.“ Durch den Holzanteil wird der Baumschnitt zum Energieträger und wird direkt vor Ort gehackt, um dann per Lkw nach Pfaffenhofen zur Biomasseheizkraftwerk GmbH transportiert zu werden.

„Das restliche Grüngut wird in Königslachen bei Schrobenhausen in der alten Ytong-Grube kompostiert.“ Laut Kneilling verrichten die Arbeiten zwei Unternehmen aus dem Landkreis. „Die Firma Schad kümmert sich vor allem um den Transport und die Kompostierung des Grüngutes, der Gartenbaubetrieb Silbernagel um die Hackschnitzelproduktion.“

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Stammt der Ast also von einem Baum, erzeugt er Wärme und Energie. Stammt er von einem Heckenzuschnitt, wandert er in die Kompostierung, wird gehäckselt und in sogenannten Kompostmieten großflächig aufgeschichtet. „Nach rund zehn Wochen ist der Verrottungsprozess und die Hygienisierung abgeschlossen.“ Der Prozess laufe deshalb schneller als im garteneigenen Komposter ab, weil die Mieten regelmäßig umgeschichtet würden, so Kneilling: „Damit ist auch gewährleistet, das Unkrautsamen zerstört sind. Denn durch die regelmäßige Durchmischung ist das gesamte Material den hohen Temperaturen durch den Verrottungsprozess im Kern der Kompostmieten ausgesetzt.

So entsteht eine nach RAL-Güte zertifizierte Komposterde ohne Schwermetall. „Diese Komposterde hat Dünge- und Humuswert. Da sie sehr nährstoffhaltig ist, sollte sie nur oberflächlich eingearbeitet werden.“ Der größte Vorteil der Komposterde aber sei, so Kneilling, dass dafür kein Torf gestochen werden müsste. „Wer Torfprodukte im Baumarkt kauft, muss wissen, dass dafür Moorlandschaften zerstört werden. Unsere Komposterde dagegen bildet einen Kreislauf.“

2570 Tonnen Grüngut haben die Landkreisbetriebe 2013 gesammelt und zu 2078 Tonnen Komposterde umgewandelt. 702 Tonnen davon gingen in die Landwirtschaft. 1255 Tonnen wanderten in Kleingärtnereien und in Privatgärten und 13o Tonnen wurden sonstig vermarktet. Aus 1010 Tonnen gesammelten Baum- und Strauchschnitt wurden 1010 Tonnen Hackschnitzel.

Jeder kann sich seine geschnittenen Äste in Form von Kompost wieder in den Garten holen. Der Kubikmeter Komposterde kostet 15 Euro. Perfekt für den Garten geeignet, da auch kein Bioabfall in die Kompostierung gelangt, wie Kneilling versichert. „Eben durch die Zertifizierung gütegesichert. Der Biomüll wandert in eine extra Kompostierung, die dann auf landwirtschaftlichen Flächen als Dünger ausgebracht wird.“

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