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Rennertshofen

24.06.2019

Warum die Turnhalle in Rennertshofen weg muss

Zuletzt wurde in der großen Schulturnhalle das 40-jährige Bestehen der Marktmusikkapelle gefeiert. Das Ende des Gebäudes scheint allerdings besiegelt.
Bild: Michael Geyer

Der Ortssprecher von Erlbach hat dazu aufgerufen, für den Erhalt der Schulturnhalle einzutreten. Doch so einfach ist das nicht, sagt der Bürgermeister.

.In Rennertshofen regt sich Widerstand gegen den geplanten Abriss der Schulturnhalle. Denn nach dem Willen von Wolfgang Reiner soll die jetzige Turnhalle parallel zur neuen Mehrzweckhalle bestehen bleiben. „Sie könnte für viele Aktivitäten genutzt werden, etwa für Sport-, Theater-, Musik oder Faschingsveranstaltungen“, schreibt der Ortssprecher von Erlbach in einem Aufruf auf Facebook, der seit dem Wochenende im Umlauf ist. Deshalb sollen all jene, die die Schulturnhalle ebenfalls erhalten wollen, am heutigen Dienstagabend um 19 Uhr vor das Rathaus kommen. „Gemeinsam können wir etwas bewirken.“

Grund für den Termin ist die Gemeinderatssitzung heute Abend. Dort steht das Thema bereits auf der Tagesordnung, denn Wolfgang Reiner hat vor geraumer Zeit den Antrag gestellt, den Abriss zu überdenken. Die Debatte wird allerdings im nichtöffentlichen Teil geführt. „Es kommt zu viel Zahlenmaterial auf den Tisch, über das wir öffentlich nicht reden können“, begründet Bürgermeister Georg Hirschbeck die Entscheidung.

In Rennertshofen fehlen Veranstaltungsräume für Vereine

Hintergrund seines Antrags ist der Umstand, dass es in Rennertshofen an Veranstaltungsstätten fehlt. Er selbst ist Mitglied bei den Theaterfreunden und weiß, wie es ist, ohne Proben- und Aufführungsstätte dazustehen. Nachdem die Theaterstücke zwei Jahre lang im ehemaligen Dirnbräusaal neben der Kontrast-Sportsbar gezeigt werden konnten, stehen die Mitglieder aktuell wieder einmal ohne Spielstätte da. Auch die Faschingsgarden hätten häufig keine Möglichkeiten zum Proben. „Da wäre es einfach schön, wenn wir in Rennertshofen Ausweichräume hätten.“ Und zwar in der Größe der jetzigen Turnhalle. Denn das neue Pfarrheim, das in diesem Jahr fertiggestellt wird, sei für große Veranstaltungen zu klein, und in der neuen Turnhalle müsse man auf zu viele Mitnutzer Rücksicht nehmen.

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Bei allem Verständnis für die Argumente, die Wolfgang Reiner und auch andere Bürger vertreten, bleibt für Bürgermeister Georg Hirschbeck die Faktenlage doch unumstößlich: Die Turnhalle muss weg. „So, wie sie jetzt dasteht, kann sie schlichtweg nicht weiter betrieben werden.“ Der Grund ist wie so häufig der Brandschutz. Schon seit Jahren habe das Landratsamt ein Auge auf das Gebäude und habe den Betrieb nur deshalb genehmigt, weil in absehbarer Zeit ein Neubau im Raum stand, erklärt Hirschbeck. Der soll jetzt auch kommen, wenngleich es noch keine Pläne gibt.

Die Sanierung der Turnhalle würde mindestens zwei Millionen Euro kosten

Die jetzige Turnhalle parallel zur neuen Mehrzweckhalle zu behalten, „weil sie zum Wegreißen zu schade ist“, wie Hirschbeck immer wieder hört, sei nur unter einem großen finanziellen Aufwand möglich. Die Defizite beim Brandschutz müssten in jedem Fall behoben werden, erklärt der Rathauschef. Dazu müsse das 45 Jahre alte Gebäude energetisch ertüchtigt werden. Dazu komme, dass das Gebäude nicht barrierefrei sei, von den alten Toiletten ganz zu schweigen. Alles in allem, so schätzt Hirschbeck, würde eine Minimalsanierung an die zwei Millionen Euro kosten.

All diese Dinge will Hirschbeck den Abriss-Gegnern in aller Ruhe erklären. „Allerdings nicht auf der Straße“, macht er deutlich. Er werde sich vor der Gemeinderatssitzung auf keine Diskussionen einlassen, sondern zu einem Gespräch einladen. Ob es dazu kommt, liegt wohl auch an Wolfgang Reiner. Er will aus der Turnhallen-Diskussion keine Schlammschlacht machen. „Ich möchte es einfach probiert haben und mich nicht hinterher ärgern, dass man an der Entscheidung vielleicht etwas hätte ändern können.“

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